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Bischof

Gerechtigkeit und ein neuer Anfang für Frauen in Not

Pressemeldung am 24.09.2020

0 O3 A3141 Bildquelle Anna Hofmeister info-icon-20px Foto: Anna Hofmeister / pbp
Bischof Stefan Oster mit Dr. Maria Decker und Sr. Verena Bergmair

Der Anstieg häuslicher Gewalt sowie die nach der Schließung der Bordelle offen zutage tretende Not von Frauen in Prostitution haben die Hilferufe an SOLWODI Deutschland e. V. in Corona-Zeiten deutlich erhöht.

Das berich­te­ten Dr. Maria Decker, ers­te Vor­sit­zen­de des Ver­eins für Soli­da­ri­tät mit Frau­en in Not, und Sr. Vere­na Berg­mair, Lei­te­rin der Pas­sau­er Bera­tungs­stel­le, Bischof Ste­fan Oster bei einem Besuch.

Das Virus erschwe­re nicht nur das Bera­tungs­an­ge­bot, son­dern auch die Betreu­ung und die Ver­su­che, Über­le­ben­de aus Zwangs­pro­sti­tu­ti­on und Men­schen­han­del wie­der in ein gesell­schaft­li­ches Leben zu inte­grie­ren. Wenn ein Job­an­ge­bot nach dem ande­ren plötz­lich weg­bricht, weißt du irgend­wann nicht mehr, wo du als nächs­tes anfra­gen sollst“, sag­te Sr. Vere­na, die sich seit vie­len Jah­ren für Frau­en enga­giert, die ihren Pei­ni­gern ent­kom­men konn­ten und nach umfas­sen­der psy­cho­so­zia­ler Betreu­ung Schrit­te in ein neu­es Leben wagen. Für die Fort­schrit­te der Frau­en in der Pas­sau­er Schutz­woh­nung sei­en die aktu­el­len Umstän­de ein Dämpfer.

Dr. Maria Decker stell­te sich als Vor­sit­zen­de der neu­en Drei­er-Spit­ze des Ver­eins­vor­stan­des vor. Seit 1. Juli wird SOL­WO­DI von ihr sowie Gud­run Ange­lis und Bar­ba­ra Well­ner gelei­tet. Sr. Lea Acker­mann, die den Ver­ein im Jahr 1985 gegrün­det hat, wird ihn wei­ter­hin unter­stüt­zend beglei­ten und ins­be­son­de­re bei Vor­trä­gen und Work­shops in der Öffent­lich­keit reprä­sen­tie­ren. Ich ken­ne und schät­ze SOL­WO­DI seit über 30 Jah­ren“, sag­te Maria Decker. Sie freue sich dar­auf, ihre Kom­pe­ten­zen in Mar­ke­ting, Stra­te­gi­scher Pla­nung und Fund­rai­sing für die Frau­en­hil­fe ein­brin­gen zu können.

0 O3 A3139 Bildquelle Anna Hofmeister info-icon-20px Foto: Anna Hofmeister / pbp
Bischof Oster bedank­te sich für den uner­müd­li­chen Ein­satz der Frau­en und sag­te dem Team eine Finan­zie­rung zur ver­bes­ser­ten Aus­stat­tung der Pas­sau­er Schutz­woh­nung zu. Es ist von unschätz­ba­rem Wert, dass Sie sich um Gerech­tig­keit und einen Neu­an­fang für betrof­fe­ne Frau­en bemü­hen“, sag­te er. Die Berich­te und Erzäh­lun­gen, die ich von den betrof­fe­nen Frau­en selbst oder von SOL­WO­DI-Hel­fe­rin­nen gehört habe, sind fast uner­träg­lich, so voll Not, Gewalt und Abhän­gig­keit. Ich will oft gar nicht glau­ben, dass sol­che Ernied­ri­gung von Frau­en in unse­rer Welt über­haupt mög­lich ist.“


Mit 19 Bera­tungs­stel­len und 7 Schutz­woh­nun­gen in Deutsch­land gehört SOL­WO­DI hier­zu­lan­de zu den wich­tigs­ten Stim­men gegen Sex­kauf. Gefor­dert wird die Ein­füh­rung des Nor­di­schen Modells“, das den Kauf sexu­el­ler Leis­tun­gen ver­bie­tet und Frau­en staat­li­che Hil­fe zukom­men lässt, damit sie sich eine Exis­tenz außer­halb der Pro­sti­tu­ti­on auf­bau­en kön­nen. Die­ses gesetz­ge­be­ri­sche Instru­ment für den Bereich Pro­sti­tu­ti­on wird in den Län­dern Schwe­den, Nor­we­gen, Island, Kana­da, Frank­reich, Irland, und Isra­el ange­wandt. In Deutsch­land nah­men außer den 582 Frau­en, die SOL­WO­DI schon seit län­ge­rem betreut, im Jahr 2019 ins­ge­samt 2619 Migran­tin­nen aus 112 Län­dern erst­mals Kon­takt mit dem Ver­ein auf. Über­wie­gend kamen die Frau­en aus ost­eu­ro­päi­schen Län­dern und Afri­ka. SOL­WO­DI ist auch in Kenia, Nige­ria, Öster­reich, Ungarn und Rumä­ni­en aktiv.

Sol­wo­di Pas­sau
Liga Bank
IBAN DE64 7509 0300 0004 3278 88
Ver­wen­dungs­zweck: Schutz­woh­nung


Text: Anna Hof­meis­ter / pbp