Bischof

Bischof Stefan Oster beim „Tag der Führungskräfte“ der Caritas

Thomas König am 20.09.2019

news_2019_Tag der Fuehrungskräfte Caritas info-icon-20px Caritasverband Diözese Passau e.V.
Bischof Dr. Stefan Oster bestärkt die Caritas, aus dem Glauben heraus, an der Seite der Menschen zu stehen. Im Bild li. Caritasdirektor Michael Endres und Diakon Konrad Niederländer (re.), die Vorstände des katholischen Wohlfahrtsverbandes.

Handeln aus dem Glauben gehört zum Selbstverständnis. Die Caritas ist ein starkes Stück Kirche und ein Aushängeschild, das breit in der Gesellschaft wahrgenommen werde. In den vielen Einrichtungen und Diensten des katholischen Wohlfahrtsverbandes, “arbeiten Menschen, die mit Herz für andere Menschen da sind“.

So ver­bin­de sich Han­deln für den Nächs­ten mit dem Grund­auf­trag zur Nach­fol­ge Jesu Chris­ti, beton­te Bischof Dr. Ste­fan Oster (SDB) beim Tag der Füh­rungs­kräf­te“ am Diens­tag, 17. Sep­tem­ber, in Neu­burg am Inn. Über 100 Lei­ten­de der Abtei­lun­gen, Stabs­stel­len und Ein­rich­tun­gen des Cari­tas­ver­ban­des für die Diö­ze­se Pas­sau e.V. waren zusam­men gekom­men, um sich über ihr Selbst­ver­ständ­nis und das Pro­fil des Ver­ban­des auszutauschen.

Dabei unter­strich Bischof Oster, die eige­ne Lebens­ge­schich­te sei mit Glau­bens­ge­schich­ten zu ver­we­ben, denn der sozia­le Dienst habe mit dem eige­nen Glau­ben zu tun. Cari­tas sei das geleb­te Bei­spiel der sich ver­schen­ken­den vor­be­halt­lo­sen Lie­be Got­tes. Die bei­den Cari­tas­vor­stän­de, Dia­kon Kon­rad Nie­der­län­der und Cari­tas­di­rek­tor Micha­el End­res, haben die Mit­ar­bei­ten­den bestärkt, aus die­sem Grund­auf­trag die gesell­schaft­li­chen Her­aus­for­de­run­gen anzugehen. 

Kon­rad Nie­der­län­der, der Bischöf­li­che Beauf­trag­te für die Cari­tas, sag­te in sei­nem geist­li­chen Wort, dass das Wir­ken Jesu und sein Umgang mit den ihm anver­trau­ten Men­schen das Fun­da­ment der Cari­tas bil­de. Es gehe letzt­lich um das Heil der Men­schen und den Sinn des Lebens. Füh­rungs­kräf­te hät­ten dabei eine hohe Ver­ant­wor­tung den Mit­ar­bei­ten­den wie den betreu­ten Per­so­nen gegen­über. Grund­la­ge sei das christ­li­che Men­schen­bild und die Wür­de des Ein­zel­nen als Geschöpf Gottes. 

Nach Wor­ten von Micha­el End­res, Vor­stand und Cari­tas­di­rek­tor, will sich der Ver­band wei­ter im Bereich Pfle­ge und in den Fel­dern Alters- und Kin­der­ar­mut sozi­al­po­li­tisch posi­tio­nie­ren. Bei Hos­pi­zein­rich­tun­gen ver­tre­te die Cari­tas für den Raum Nie­der­bay­ern über­grei­fend die Inter­es­sen. Die Fra­ge nach welt­wei­ter Gerech­tig­keit kom­me im Ver­band auch dadurch zum Tra­gen, dass flä­chen­de­ckend in den Ein­rich­tun­gen GEPA-Pro­duk­te ver­wen­det wür­den. In sei­nem Bericht sprach der Direk­tor von gro­ßen Inves­ti­tio­nen im Bau­sek­tor; es ste­hen in den kom­men­den Jah­ren 46 Bau­pro­jek­te an. Zudem gel­te es den Ver­band im Bereich Digi­ta­li­sie­rung für die Zukunft auf­zu­stel­len, dies auch orga­ni­sa­to­risch und strukturell.

Vor­stand Nie­der­län­der berich­te­te aus sei­nem Ver­ant­wor­tungs­be­reich unter ande­rem über die Trä­ger-Über­nah­men bei Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen. Mit Jah­res­be­ginn sei­en 45 neue Ein­rich­tun­gen zum Diö­ze­san­ver­band gekom­men, für 2020 sind wei­te­re 20 geplant, und für 2021 rech­ne man mit einem wei­te­ren Schub an Kitas. Mit Maß­nah­men zur Gesund­heits­för­de­rung und für Home­of­fice wol­le man die Mit­ar­bei­ten­den unter­stüt­zen. Mit Blick auf die Cari­tas vor Ort wür­den alle Ehren­amt­li­chen geför­dert, um nah an den Men­schen und deren Nöte zu blei­ben. Für Men­schen mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund bie­te die Cari­tas vie­le Hil­fen zur Integration. 

Ein bun­tes Bild“ der Cari­tas an der Sei­te der Menschen 

Die Füh­rungs­kräf­te, mode­riert von Tho­mas Lams­fuß und Anna-Katha­ri­na Bro­se von Stab­stel­le Per­so­nal- und Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­lung, berich­te­ten ein­an­der, wie sie im kon­kre­ten All­tag, das katho­li­sche Pro­fil der Cari­tas leben. Sie brach­ten in per­sön­li­chen Geschich­ten ein, wie sie ihrem Glau­ben Aus­druck ver­lei­hen, im Ein­satz für Not­lei­den­de oder zu betreu­en­de Per­so­nen, bei Got­tes­diens­ten oder Exer­zi­ti­en. Wie sie acht­sam und wert­schät­zend mit den Men­schen und unter­ein­an­der umge­hen, somit das Evan­ge­li­um bezeu­gen. Sie ver­mit­teln pro­fes­sio­nel­le Hil­fe etwa in der Früh­för­de­rung oder Erzie­hungs­be­ra­tung, einen Platz zum Leben in Werk­stät­ten oder Senio­ren­ein­rich­tun­gen. Sie ach­ten die Wür­de des Men­schen, den Wert jedes Ein­zel­nen, weil er ein Geschöpf Got­tes ist. Zur Bewah­rung der Schöp­fung tra­gen sie bei, wenn sie in den Ein­rich­tun­gen auf nach­hal­ti­ges Bau­en und Wirt­schaf­ten set­zen, Son­nen­en­er­gie nut­zen, Bei­trä­ge zur E‑Mobilität lie­fern und ihr Kon­sum­ver­hal­ten prü­fen. Mit ihrem Ein­satz tra­gen sie bei zu Inte­gra­ti­on und Inklu­si­on und so auch zu einer gerech­ten Gesell­schaft. Dazu gehört auch sozi­al­po­li­tisch die Stim­me zu erhe­ben und den poli­tisch Ver­ant­wort­li­chen einen Ein­blick in die Pro­ble­me der Men­schen zu geben. Das viel­fäl­ti­ge Ehren­amt gilt es zu stär­ken. Dies alles spie­gelt sich in den zwölf Flam­men des Cari­tas-Zei­chens, dem Flam­men­kreuz, wie­der. Des­we­gen auch die Flam­men, die aus­drü­cken, dass die Mit­ar­bei­ten­den auch wirk­lich dafür bren­nen wol­len, in der Nach­fol­ge Jesu an der Sei­te der Men­schen zu stehen.

2019_news_Tag der Führungskräfte Caritas 2 info-icon-20px Caritasverband Diözese Passau e.V.
Ein Bild machte sich Bischof Dr. Stefan Oster vom vielfältigen Wirken des Diözesan-Caritasverbandes. Aus den Glaubens- und Lebensgeschichten der Mitarbeitenden entstand beim „Tag der Führungskräfte“ ein bunter Gesamteindruck wie die Caritas sich als kirchlicher Wohlfahrtsverband versteht. V.li. der Coach und Künstler Andreas Holzinger, Thomas Lamsfuß, Leiter der Stabstelle Personal- und Organisationsentwicklung, sowie die Caritasvorstände Diakon Konrad Niederländer und Caritasdirektor Michael Endres.

Mit dem Her­zen sehen“ und Mit Lie­be Not lin­dern“ — Es waren auf den ers­ten Blick manch­mal klei­ne per­sön­li­che Erleb­nis­se, die zu Tage kamen. Umso wir­kungs­vol­ler stell­ten sie dar, wor­um es der Cari­tas geht. Da ist eine Lei­te­rin einer Kin­der­ta­ges­stät­te, die einer hilf­lo­sen Migran­ten­fa­mi­lie kurz vor Weih­nach­ten bei­steht, um die vier Kin­der unter­zu­brin­gen und eine Woh­nung zu fin­den. Ein ande­res Bei­spiel. Da ist eine Mut­ter, die nach dem Umzug ihr Kind wie­der in eine Cari­tas-Kin­der­ta­ges­stät­te bringt und sich sofort wie­der behei­ma­tet weiß. Das Team hat dann nach sei­nem Selbst­ver­ständ­nis gefragt und gemäß dem Pro­fil zum Jah­res­mot­to gewählt: Mit dem Her­zen sehen“. Ein drit­ter Aus­schnitt des Wir­kens war die Beglei­tung eines Men­schen mit Behin­de­rung, der mit sei­ner epi­lep­ti­schen Erkran­kung und nach einer schwie­ri­gen Ope­ra­ti­on eine fast aus­weg­lo­se Situa­ti­on meis­tern konn­te und heu­te erfolg­reich im Leben ste­hen kann.

Sol­che und vie­le ande­re per­sön­li­che Geschich­ten an die­sem Tag bestä­ti­gen die Hal­tung: näm­lich für die Men­schen da sein, weil von der Bot­schaft Jesu Chris­ti ange­stif­tet. Dies war der rote Faden durch den Tag. Und sie spie­gelt sich in dem gro­ßen Bild wider, das der Coach und Künst­ler Andre­as Hol­zin­ger anfer­tig­te. Eine Cari­tas, deren Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter mit dem Her­zen sehen und mit Lie­be Not lin­dern, weil sie sich von Gott gebor­gen und von Jesus Chris­tus geru­fen wis­sen. Damit die Men­schen Leben haben!

Text und Bil­der: Cari­tas­ver­band Diö­ze­se Pas­sau e.V.