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Weltkirche

Besuch aus El Salvador für Bischof Stefan Oster

Stefanie Hintermayr am 04.04.2019

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Bischof William Ernesto Iraheta Rivera aus El Salvador ist in Passau zu Gast, tauscht sich mit Bischof Stefan Oster aus und setzt sich für eine Zukunft ohne Gewalt in seinem Heimatland ein.

El Sal­va­dor ist ein klei­nes, schma­les Land in Mit­tel­ame­ri­ka. Es ist bekannt für sei­ne Pazi­fik­strän­de, sei­ne Surf­plät­ze und die zer­klüf­te­te Vul­kan­land­schaft. Gleich­zei­tig gehört es zu den gewalt­tä­tigs­ten Län­dern der Welt. Die größ­te Gefahr geht dabei von den riva­li­sie­ren­den Jugend­ban­den aus, die gan­ze Stadt­vier­tel tyran­ni­sie­ren. Rund ein Vier­tel der Jugend­li­chen in El Sal­va­dor haben weder einen Job, noch einen Stu­di­en­platz. In den Struk­tu­ren der Stra­ßen­ban­den fin­den sie Zeit­ver­treib, schnel­les Geld und auch Macht. Der Gewalt­spi­ra­le zu ent­kom­men, ist schwer: Die staat­li­che Poli­zei möch­te hart durch­grei­fen, kri­mi­na­li­siert aber gleich­zei­tig auch pau­schal unschul­di­ge Jugend­li­che, ande­re wer­den dage­gen von Gangs regel­recht zwangs­re­kru­tiert. Nach Anga­ben von MISE­RE­OR wün­schen sich 76 Pro­zent der Men­schen unter 24 Jah­ren, das Land zu verlassen.

Auch Bischof Wil­liam Ernes­to Ira­he­ta Rive­ra ist mit sechs Geschwis­tern in einer armen Fami­lie auf­ge­wach­sen. Sogar mei­ne Klei­dung muss­te ich mit mei­nen Geschwis­tern tei­len“, erzählt er bei sei­nem Besuch bei Bischof Ste­fan Oster in Pas­sau. Aber obwohl wir arm waren und von klein auf hart arbei­ten muss­ten, war ich glück­lich“, sagt er. Seit er 16 Jah­re alt ist, habe er in einem Kli­ma von Krieg gelebt. Aber ich habe gelernt, dass es einen Unter­schied macht, wie ich damit umge­he: Ob ich die Situa­ti­on mit Zorn und Bit­ter­keit oder mit Fröh­lich­keit ertra­ge“, sagt der Bischof. Weg­ge­hen sei für ihn nie eine Opti­on gewe­sen: Ich woll­te nie in einem ande­ren Land leben, weil ich möch­te, dass sich hier die Situa­ti­on verbessert.“

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Besuch aus El Salvador (v.l.n.r.): Christine Krammer (Mission&Weltkirche Bistum Passau), Bischof William Ernesto Iraheta Rivera, Bischof Stefan Oster SDB, und Dolmetscherin Susanne Liesching

Das bischöf­li­che Hilfs­werk unter­stützt Pro­jek­te in El Sal­va­dor, die den Jugend­li­chen eine Alter­na­ti­ve zwi­schen Ban­den­kar­rie­re und Staats­ge­walt bie­ten wol­len. Eines davon ist das Pro­gramm Mein neu­er Lebens­plan“ der Cari­tas in San Sal­va­dor, der Haupt­stadt von El Sal­va­dor. In dem drei­mo­na­ti­gen, kos­ten­lo­sen Work­shop geht es um Ver­trau­en, Team­geist, Moti­va­ti­on und Durch­hal­te­ver­mö­gen. Die Jugend­li­chen ler­nen sich und ihre Vor­stel­lun­gen bes­ser ken­nen und zu arti­ku­lie­ren – eine wich­ti­ge Vor­aus­set­zung dafür, spä­ter einen Job zu fin­den, der für die jun­gen Men­schen auch eine Zukunft hat. Vie­le der Teil­neh­mer erfah­ren bei dem Work­shop zum ers­ten Mal unge­teil­te Auf­merk­sam­keit, erfah­ren, dass sie ein wich­ti­ger Teil in El Sal­va­dors Gesell­schaft sind und etwas bewir­ken können.

Die Jugend­li­chen sind auf der Suche danach, was sie mit ihrem Leben machen sol­len“, sagt Bischof Ira­he­ta Rive­ra. Es ist wich­tig, dass wir mit ihnen spre­chen, den dort säen wir die Saat für die Zukunft aus.“

Text + Fotos: Anna Hofmeister