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Soziales

Caritas international: Konflikt in Kolumbien muss friedlich gelöst werden

Armin Berger am 23.01.2019

2019 01 Caritas Kolumbien

Caritas appelliert an die Regierung Kolumbiens, an einer politischen Lösung festzuhalten. Hoffnung auf Besuch von Bundespräsident Steinmeier

Frei­burg, 23. Janu­ar 2019. In Kolum­bi­en müs­sen die Frie­dens­ge­sprä­che mit der ELN-Gue­ril­la trotz des schwe­ren Bom­ben­an­schlags der ver­gan­ge­nen Woche wei­ter­ge­hen. Das for­dert Cari­tas inter­na­tio­nal, das Hilfs­werk des Deut­schen Cari­tas­ver­ban­des. Es muss wei­ter gespro­chen wer­den, gera­de jetzt. Das Bom­ben darf nicht wie­der zur Metho­de wer­den“, sagt sein Prä­si­dent, Prä­lat Peter Neher. Den jüngs­ten Anschlag der ELN ver­ur­tei­len wir auf das Schärfste.“

Hoff­nun­gen setzt Cari­tas inter­na­tio­nal auf Bun­des­prä­si­dent Stein­mei­er, der im Febru­ar nach Kolum­bi­en rei­sen wird. Wir hof­fen sehr, dass der Bun­des­prä­si­dent etwas bewe­gen kann und die kolum­bia­ni­sche Regie­rung davon über­zeugt, trotz des jüngs­ten Anschlags an einer fried­li­chen Lösung des Kon­flikts fest­zu­hal­ten“, erklärt Neher.

Auch wenn der Dia­log unter die­sen Umstän­den schwer­fällt, soll­te die Regie­rung wei­ter­hin das Gespräch suchen, sonst droht eine erneu­te Eska­la­ti­on des alten Kon­flikts. Für das Land wäre das eine Kata­stro­phe“, sagt Prä­lat Neher wei­ter. Die Bot­schaft an die ELN müs­se sein, den Kampf ein­zu­stel­len und den Wil­len zum Frie­den ernst­haft unter Beweis zu stel­len. Der Angriff auf die Poli­zei­aka­de­mie in der Haupt­stadt Bogo­tá am 17. Janu­ar kos­te­te 21 Men­schen das Leben, nahe­zu 70 wur­den teils schwer ver­letzt. Die kolum­bia­ni­sche Regie­rung hat dar­auf­hin die Frie­dens­ge­sprä­che mit der ELN-Gue­ril­la für been­det erklärt.

Wir haben immer wie­der auf die Brü­chig­keit des Frie­dens­pro­zes­ses hin­ge­wie­sen. Nun sind wir an einem Punkt ange­langt, an dem der Kon­flikt in sei­ne alte Bru­ta­li­tät zurück­fal­len könn­te“, warnt Peter Neher. Die Regie­rung muss den Frie­dens­ver­trag jetzt end­lich zügig und kon­se­quent umset­zen, um ihren fes­ten Wil­len zu die­ser Lösung zu unter­strei­chen.“ Bis­lang wur­den erst Tei­le der im Frie­dens­ver­trag fest­ge­leg­ten Ver­ein­ba­run­gen umge­setzt. So ist in der Land­re­form, die die Rück­ga­be gewalt­sam ange­eig­ne­ter Län­de­rei­en an ihre recht­mä­ßi­gen Besit­zer vor­sieht, so gut wie nichts geschehen. 

Mehr als zwei Jah­re nach dem for­ma­len Frie­dens­schluss zwi­schen der kolum­bia­ni­schen Regie­rung und der größ­ten Gue­ril­la­grup­pe des Lan­des, FARC, kommt Kolum­bi­en nicht zur Ruhe. Mor­de und Anschlä­ge gehen in vie­len Tei­len des Lan­des wei­ter. Von 2016 bis 2018 wur­den mehr als 430 Men­schen­rechts­ak­ti­vis­ten und sozia­le Füh­rungs­per­so­nen, die sich für den Frie­den und die Aus­söh­nung in Kolum­bi­ens Gesell­schaft ein­ge­setzt haben, von Geg­nern des Frie­dens­pro­zes­ses ermor­det. Unter ihnen war auch ein ehren­amt­li­cher Mit­ar­bei­ter der Cari­tas und der katho­li­schen Kirche.

Cari­tas inter­na­tio­nal unter­stützt die Gewalt­op­fer in Kolum­bi­en seit vie­len Jah­ren. Zusam­men mit der Cari­tas Kolum­bi­en ver­sor­gen die Cari­tas­mit­ar­bei­ter Bedürf­ti­ge mit Hilfs­gü­tern, schüt­zen die Zivil­be­völ­ke­rung und sichern ihre Grund­rech­te und wir­ken an der Frie­dens­för­de­rung und Kon­flikt­lö­sung mit.

Ins­ge­samt sind in dem mehr als 50 Jah­re andau­ern­den Kon­flikt in Kolum­bi­en mehr als 250.000 Men­schen zu Tode gekom­men. 60.000 Men­schen gel­ten als ver­schwun­den, 10.000 Men­schen wur­den durch Land­mi­nen verletzt. 

Text: Cari­tas inter­na­tio­nal; Foto: Lena Mucha