Bischof

Das Licht gegen den Tod

Susanne Schmidt am 03.02.2023

230202 Lichtmess 3 Bild: Susanne Schmidt / pbp

Mit einem Pontifikalamt im Hohen Dom zu Passau hat Bischof Stefan Oster am Donnerstagabend das Fest „Darstellung des Herrn“ begangen. Trotz plötzlichen Wintereinbruchs nahmen zahlreiche Gläubige am Gottesdienst teil. An diesem Tag begehen Geistliche wie auch Ordensleute den Tag des geweihten Lebens als ihren Ehrentag.

Vier­zig Tage nach der Geburt Chris­ti begeht die Kir­che das Fest Dar­stel­lung des Herrn“, oder, wie es im Volks­mund genannt wird, Mariä Licht­mess“. So fei­er­te am 02.02.2023 Bischof Ste­fan Oster im Pas­sau­er Ste­phans­dom mit zahl­rei­chen Gläu­bi­gen und Geist­li­chen, die trotz des plötz­li­chen Win­ter­ein­bruchs und hohen Schnee­ber­gen in der nie­der­bay­ri­schen Regi­on den Weg in die Kir­che gefun­den hatten. 

Im Mit­tel­punkt des Got­tes­diens­tes steht eine Aus­sa­ge des Sime­on. Er erkann­te Jesus als den Got­tes­sohn und nann­te ihn ein Licht, das die Hei­den erleuch­tet“. Das Licht stellt für Chris­ten das Sym­bol der Hoff­nung dar. So begann der Got­tes­dienst auch heu­er mit der tra­di­tio­nel­len Ker­zen­seg­nung im hin­te­ren Teil des Doms. Fei­er­lich seg­ne­te Bischof Ste­fan die mit­ge­brach­ten Ker­zen und zog anschlie­ßend mit den Gläu­bi­gen in den Dom ein.

230202 Lichtmess 4 Bild: Susanne Schmidt / pbp

In sei­ner Pre­digt erin­ner­te Bischof Ste­fan an die Grund­er­fah­rung Isra­els im Tem­pel. Dort habe das Volk die Anwe­sen­heit Got­tes oft­mals stark spü­ren kön­nen, sodass sie mehr­mals im Jahr dort hin­zo­gen sei­en, um sich mit Gott zu ver­söh­nen und Heil zu erfah­ren. Schlech­te Tem­pel­die­ner hät­ten den Tem­pel­kult jedoch kor­rum­piert und das Volk sei in sitt­li­che Ver­wahr­lo­sung gera­ten. Die Bibel beschrei­be dar­auf­hin eine Visi­on des Pro­phe­ten Eze­chi­el: Er habe gese­hen, wie die Herr­lich­keit des Herrn den Tem­pel ver­las­sen habe. Und seit­her war­tet Isra­el, dass die Herr­lich­keit des Herrn wie­der in den Tem­pel kommt.“ 

Ein Pro­phet des Alten Tes­ta­ments, Maleachi, habe pro­phe­zeit, dass der Herr wie­der­kom­men wer­de. Doch war­ne er: Wer erträgt den Tag des Herrn.“ Er sei wie Feu­er oder Lau­ge und voll­zie­he ein Rei­ni­gungs­pro­zess, vor dem Isra­el gro­ße Furcht habe. Doch der Herr in sei­ner Herr­lich­keit kam nicht zuerst als der, der nicht aus­zu­hal­ten ist, der ver­bren­ne oder durch Feu­er rei­ni­ge, son­dern als klei­nes Baby, damit der Mensch in der Lage sein wird, vor die­ser Herr­lich­keit sein Herz zu öff­nen, sie zu beja­en und anzunehmen.“

Doch der Herr in sei­ner Herr­lich­keit kam nicht zuerst als der, der nicht aus­zu­hal­ten ist, der ver­bren­ne oder durch Feu­er rei­ni­ge, son­dern als klei­nes Baby, damit der Mensch in der Lage sein wird, vor die­ser Herr­lich­keit sein Herz zu öff­nen, sie zu beja­en und anzunehmen.”

Bischof Stefan Oster

Dar­auf­hin stell­te der Bischof die Fra­ge, was einen Men­schen am meis­ten ver­än­de­re. Es ist wahr­schein­lich immer die tie­fe Erfah­rung von bejat und geliebt sein.“ Doch das tie­fe Bewusst­sein, geliebt zu sein, erzeu­ge nicht nur Freu­de und Sehn­sucht, son­dern auch Selbst­er­kennt­nis. Die­se füh­re zu Scham und Zer­knir­schung, die für den Mensch kaum aus­zu­hal­ten sei. So sei es auch bei Gott, der den Men­schen uner­mess­lich lie­be und ihn in sein Licht stel­le. Daher kön­ne eine Reak­ti­on sein, sich vor Scham ver­ste­cken zu wol­len. Doch gebe es, so Oster, auch einen ande­ren Weg: Oder las­sen wir uns rei­ni­gen nach und nach, indem wir das Geheim­nis, das wir heu­te fei­ern, in uns auf­neh­men und aus die­ser Gegen­wart leben ler­nen, hei­ler wer­den und uns rei­ni­gen las­sen – durch ihn.“ Er sei das Licht, dem der Mensch ver­trau­en kön­ne und das tra­ge, sodass der Tod nicht das letz­te Wort habe. 

Am Ende der Pre­digt dank­te Bischof Ste­fan beson­ders allen Per­so­nen des geweih­ten Lebens, die mit ihrer Ent­schei­dung beson­ders in der Nähe die­ses Lichts leben wol­len, damit sie ande­ren zei­gen, wo es leuch­tet. Von Her­zen dan­ke ich Ihnen dafür.“ 

Die gesamte Predigt zum Nachhören:

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Das Fest Dar­stel­lung des Herrn” ende­te mit der Spen­de des Bla­si­us­segens. Er hat bereits seit dem 16. Jahr­hun­dert Tra­di­ti­on. Die Gläu­bi­gen hat­ten heu­er wie­der Gele­gen­heit, sich vom Bischof oder einem wei­te­ren Zele­bran­ten seg­nen zu las­sen. Auf die Für­spra­che des hei­li­gen Bla­si­us sol­len sie vor Hals­krank­hei­ten und Krank­heit und Leid im All­ge­mei­nen bewahrt wer­den. Dabei wur­den zwei geseg­ne­te, in Form des Andre­as­kreu­zes schräg ange­ord­ne­te bren­nen­de Ker­zen vor Gesicht und Hals der Gläu­bi­gen gehal­ten. Der Segen geht auf den hei­li­gen Bla­si­us zurück, der als Bischof und Arzt im arme­ni­schen Sebas­te wirk­te und um das Jahr 316 starb. Sein Gedenk­tag wird am 3. Febru­ar begangen. 

Musi­ka­lisch umrahmt wur­de der Got­tes­dienst vom Vokal­ensem­ble CAP­PEL­LA CATHE­DRA­LIS unter der Lei­tung von Dom­ka­pell­meis­ter Andre­as Unter­gug­gen­ber­ger. Es erklang unter ande­rem die Mes­se in B“ von G. M. Alt, U. Loths Nunc dimit­tis“ und das Werk von J. S. Bach: Schlum­mert ein, ihr sanf­ten See­len“. An der Orgel war Maxi­mi­li­an Jäger und Dom­kan­to­rin Bri­git­te Fruth trug den Psalm vor. 

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