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Der zweite Tag am Adoratio-Kongress

Redaktion am 15.06.2024

DSC07165 Bild: Daniel Silberbauer

Bei Sonnenschein und bestem Wetter begann der zweite Tag des Adoratio-Kongresses. Über 1500 Gläubige sind gekommen, um sich mehr und mehr mit dem Thema "Geheimnis des Glaubens" auseinander zu setzen.

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Das Geheimnis des Glaubens feiern. Die Heilige Messe verstehen und leben.

Der zwei­te Tag des Ado­ra­tio-Kon­gres­ses begann mit der Lau­des, gestal­tet von Sän­gern der Katho­li­schen Stu­den­ten­ge­mein­de Pas­sau. Im Anschluss sprach Pater Johan­nes Paul Cha­van­ne OCist, Dozent für Lit­ur­gie­wis­sen­schaft und Pri­or im Stift Hei­li­gen­kreuz. Er beleuch­te­te das The­ma des Kon­gres­ses von einer lit­ur­gi­schen Per­spek­ti­ve: Das Geheim­nis des Glau­bens fei­ern — Die Hei­li­ge Mes­se ein­fach verstehen.

Er begann mit der Fra­ge nach den eige­nen Erfah­run­gen mit der Hei­li­gen Mes­se und beschrieb ein Spek­trum von Aus­schla­fen ist mir wich­ti­ger“ bis Ohne die Mes­se kann ich nicht leben“, wie es Chris­ten in Abit­in­ae in Nord­afri­ka im Jahr 304 bezeugt hat­ten, die lie­ber gefan­gen­ge­nom­men wur­den als die Hei­li­ge Mes­se zu ver­pas­sen. Cha­van­ne beschrieb wei­ter den Ursprung der Hei­li­gen Mes­se. Vor Jesu Tod gab der beim letz­ten Abend­mahl die­sem Tod eine Deu­tung: Tut dies zu mei­nem Gedächt­nis“ sei der Auf­trag bis heu­te. Die Eucha­ris­tie wird in ver­schie­de­nen kirch­li­chen Doku­men­ten beschrie­ben als Quel­le“, Höhe­punkt“, Wur­zel“, Angel­punkt“ und Mit­te“. Dar­auf­hin stell­te der Mönch aus Hei­li­gen­kreuz die pro­vo­kan­te Fra­ge, ob nicht Jesus wich­ti­ger sei als die Hei­li­ge Mes­se. Und er gab selbst die Ant­wort: Wenn wir von der Mes­se spre­chen, spre­chen wir von Jesus. … Die Hei­li­ge Mes­se ist die Form der dich­tes­ten und deut­lichs­ten Gegen­wart Jesu“.

In der Eucha­ris­tie fei­ern wir die Lebens­hin­ga­be Jesu. Er selbst zeigt uns, wie weit er um unse­ret­wil­len bereit ist, zu gehen.”

Vortrag von Pater Johannes Paul Chavanne OCist

Dies führ­te er wei­ter aus, indem er die bei­den gro­ßen Tei­le der Eucha­ris­tie­fei­ern beleuch­te­te: Den Wort­got­tes­dienst und die Eucha­ris­tie­fei­er. Es gehe beim Ver­kün­den bibli­scher Tex­te nicht dar­um, alte Geschich­ten“ zu reflek­tie­ren, son­dern dar­um dass der leben­di­ge Gott heu­te sein Wort an uns rich­tet und uns heu­te, in unse­rer kon­kre­ten Zeit und Situa­ti­on hin­ein etwas sagen möch­te.“ Jesus selbst spre­che im Wort Got­tes zu uns. Und auch in die Eucha­ris­tie­fei­er sei­en wir per­sön­lich hin­ein­ge­nom­men. Die Gaben­be­rei­tung sei die Mög­lich­keit, sich selbst, sei­ne Anlie­gen und Pro­ble­me geist­lich dar­zu­brin­gen“. Spä­ter folgt der Ein­set­zungs­be­richt und Cha­van­ne stellt die Fra­ge, wie man die Wor­te Das ist mein Leib, das ist mein Blut.“ Ver­ste­hen kön­ne und ver­weist dar­auf, dass die Kir­che sie so ver­steht, wie Jesus es gesagt hat – es ist sein Leib, es ist sein Blut. Es ist er selbst, der da als gan­ze Per­son unter uns gegen­wär­tig ist.“ Cha­van­ne beschreibt wei­ter die Hei­li­ge Mes­se als Anbe­tung Got­tes, doch sie ist im Letz­ten nicht nur Anbe­tung, son­dern sogar Ver­ei­ni­gung mit ihm“. Dies sei das Geheim­nis des Glau­bens. Pater Johan­nes Paul schloss sei­nen Vor­trag mit dem Gedan­ken, dass die Hei­li­ge Mes­se uns in die Welt hin­aus­sendet, um Salz und Licht zu sein. Sie ist Kraft­quel­le für unse­ren All­tag als Jün­ger und Jün­ge­rin­nen Jesu in beruf, Frei­zeit und Familie.“

Heilige Messe mit Bischof Wolfgang Ipolt

An den Vor­trag schloss die Hei­li­ge Mes­se an, der Bischof Wolf­gang Ipolt von Gör­litz vor­stand. In sei­ner Pre­digt stell­te er die Fra­ge, wie Chris­tus sei­ne Kir­che evan­ge­li­siert. Dabei erin­ner­te er zu Beginn an den Brief von Papst Franz­si­kus Dem pil­gern­den Got­tes­volk in Deutsch­land”, im dem der dazu ermahnt, den Pri­mat der Evan­ge­li­sie­rung” wie­der zu gewin­nen: Die Evan­ge­li­sie­rung ist ein Weg der Jün­ger­schaft in Ant­wort auf die Lie­be zu Dem, der uns zuerst geliebt hat (vgl. 1 Joh 4,19); ein Weg also, der einen Glau­ben ermög­licht, der mit Freu­de gelebt, erfah­ren, gefei­ert und bezeugt wird. Die Evan­ge­li­sie­rung führt uns dazu, die Freu­de am Evan­ge­li­um wie­der­zu­ge­win­nen, die Freu­de, Chris­ten zu sein.“ Doch was habe das mit der Eucha­ris­tie zu tun? Und was habe die Evan­ge­li­sie­rung, die im eige­nen Her­zen begin­nen muss, mit der Hei­li­gen Mes­se zu tun?

Dar­auf­hin zeig­te Ipolt auf, wie Chris­tus in der regel­mä­ßi­gen Eucha­ris­tie die Gläubigen„bearbeitet“, das Leben umge­stal­ten will und sei­nem Bild anglei­chen will. So begin­ne jede Hl. Mes­se mit dem Buß­ri­tus, der immer wie­der dar­an erin­ne­re, dass der Mensch immer wie­der Umkehr und Neu­an­fang benö­ti­ge. Das ist der Beginn der Evan­ge­li­sie­rung des eige­nen Her­zens”, so der Bischof. 

Die Umkehr ist der Beginn der Evan­ge­li­sie­rung des eige­nen Herzens.”

Bischof Wolfgang Ipolt

Es fol­ge dar­auf­hin der Wort­got­tes­dienst mit Evan­ge­li­um und Lesung: Das Wort Got­tes wird uns in der Hl. Mes­se ver­kün­det und zuge­spro­chen, weil es uns tref­fen will.” Und er erin­ner­te dar­an: Mit sei­nem Wort arbei­tet der Herr an uns, er kon­fron­tiert uns mit sei­nem Den­ken und sei­nen Ansprü­chen an uns. Das ist eine Her­aus­for­de­rung, der wir nicht aus­wei­chen dür­fen!”

Auf dem Wort­got­tes­dienst fol­ge sodann die Eucha­ris­tie­fei­er: In der Eucha­ris­tie fei­ern wir die Lebens­hin­ga­be Jesu. Er selbst zeigt uns, wie weit er um unse­ret­wil­len bereit ist, zu gehen. Er liebt uns zuerst – bis zum Tod am Kreuz und durch das Kreuz hin­durch in ein neu­es öster­li­ches Leben hin­ein”, beton­te Bischof Ipolt. Es gehe dar­um, ob wir uns auf den Weg der Jün­ger­schaft selbst ein­las­sen und dar­in wach­sen wol­len. Indem wir den Herrn in der Eucha­ris­tie emp­fan­gen, neh­men wir ihn tat­säch­lich und leib­lich in unser Leben hin­ein – bie­ten wir ihm an, wirk­lich sei­ne Jün­ger sein zu wol­len. In der hl. Kom­mu­ni­on wer­den wir zugleich hin­ein­ge­nom­men in die Gemein­schaft (com­mu­nio) der Brü­der und Schwes­tern, die mit uns auf dem Weg der Jün­ger­schaft sind.” Und der Bischof schloss mit dem Wor­ten: Wir las­sen in der Fei­er der Eucha­ris­tie und in der Anbe­tung, auch im Sakra­ment der Buße, den Herrn (!) an uns arbei­ten und wir­ken – um die Freu­de am Christ­sein uns wie­der schen­ken zu lassen.”

Podiumsdiskussion

Hei­mat fin­den, ange­nom­men sein – wer möch­te das nicht? Wie schwer das oft ist und wie es gelin­gen kann, dar­über sprach Sophia Kuby, Lei­te­rin der christ­li­chen Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on ADF Inter­na­tio­nal in Wien, ab 14 Uhr mit Anne Fleck und Dirk Egger. 

Kuby über­gab erst Anne Fleck das Wort. Die quir­li­ge 40-Jäh­ri­ge erzähl­te auf­ge­räumt in locke­rer Wei­se über die Glau­bens­pi­rou­et­ten in ihrem Leben. Auf­ge­wach­sen in einem from­men evan­ge­li­schen Eltern­haus, frem­del­te sie selbst zunächst mit dem Glau­ben und ent­schied sich als jun­ge Frau bewusst dage­gen. Aber: Ich war ein ganz schlech­ter Athe­ist“. Ein Umzug nach Ber­lin gepaart mit einem Schick­sals­schlag ver­fes­tig­te ein tie­fes Gefühl von Ein­sam­keit und stürz­te sie in eine schwe­re Kri­se. In der Frei­kir­che konn­te sie schließ­lich neue Freun­de und ihren Glau­ben wie­der­fin­den. Doch stets blieb die Ahnung von mehr“, von etwas Tie­fe­rem. Die jun­ge Frau bat Jesus um ein Zei­chen, ob doch die katho­li­sche Kir­che mit der Eucha­ris­tie und den Sakra­men­ten ihre Bestim­mung sein könn­te. Sie erhielt das Zei­chen wäh­rend einer stil­len Anbe­tung vor dem Aller­hei­ligs­ten in der Mons­tranz und kon­ver­tier­te dar­auf­hin zum Katho­li­zis­mus. Heu­te arbei­tet sie als Mis­sio­na­rin in den neu­en Medi­en für Mis­sio in Österreich.

Auch Dirk Egger wur­de evan­ge­lisch getauft, wuchs aber im Gegen­satz zu Anne Fleck in einem Haus­halt auf, in dem die Kir­che kei­ne Rol­le gespielt hat, wie er berich­te­te. Dazu­ge­hört habe er – evan­ge­lisch, rot­haa­rig, beleibt – nie wirk­lich. Nach dem geplatz­ten Traum vom Medi­zin­stu­di­um rutsch­te Egger in ein tie­fes Loch. Doch dann die Wen­de: Der jun­ge Mann fing mehr oder weni­ger zufäl­lig an, in der Bibel zu lesen – und woll­te immer mehr wis­sen. Irgend­wann habe er gemerkt: Viel­leicht liegt es ja an MIR, viel­leicht muss ICH etwas ver­än­dern“. Zur katho­li­schen Kir­che hat ihn schließ­lich die Fami­lie eines Jugend­freun­des geführt. Die­se habe ihn bei Besu­chen stets so auf- und ange­nom­men wie er damals war. Irgend­wann habe er ver­stan­den, dass die Fami­lie ein­fach ihren Glau­ben ganz authen­tisch leb­te. Ihm sei klar­ge­wor­den: So wie die, so will ich auch leben.“ Nach­dem er sich inten­siv mit dem katho­li­schen Glau­ben beschäf­tigt hat­te, lern­te er Men­schen aus der Gemein­schaft Emma­nu­el und der Lore­to-Gemein­schaft ken­nen und fühl­te sich ange­nom­men. Schließ­lich kon­ver­tier­te er, trat in den Augus­ti­ner-Orden ein, stu­dier­te und wur­de Priester.

So wie die, so will ich auch leben.”

Dirk Egger

Egger wie Fleck haben ech­te Hei­mat in der katho­li­schen Kir­che gefun­den, ein vor­be­halt­lo­ses, bedin­gungs­lo­ses Ange­nom­men sein durch Jesus. Die­se tief­grei­fen­de, lebens­ver­än­dern­de Erfah­rung möch­ten bei­de durch ihre Hin­ga­be an Gott, an die Kir­che nun ande­ren Men­schen ver­mit­teln. Jesus kön­ne alle Wun­den hei­len, so Egger. Zudem sei Kir­che eine Fami­lie, alle Chris­ten Brü­der und Schwes­tern, welt­weit. Hei­mat, das sei die katho­li­sche Kir­che aber nicht nur in den guten Momen­ten des Lebens, son­dern gera­de auch in den schwie­ri­gen, ergänz­te Anne Fleck. Es gebe hier viel Kom­pe­tenz und Empa­thie – vor allem aber die Gewiss­heit: Jesus ist immer da! In sei­nem Sin­ne habe die Kir­che den Job, die Welt gesund zu lie­ben. Jeder kön­ne dazu bei­tra­gen und durch mis­sio­na­ri­schen Ein­satz wach­se die eige­ne Freu­de am Glauben.

Workshops

Im Anschluss an die Podi­ums­dis­kus­si­on wur­den zahl­rei­che Wor­shops ange­bo­ten. So sprach Bischof Ste­fan über die Freu­de und das Gebet, Pfar­rer Jörg Flei­scher über Mit Maria, der eucha­ris­ti­schen Frau anbe­ten”, Ursu­la Schwarz über 24/7 Anbe­tung in der Pfar­rei oder Micha­el Kai­ser über ein Leben in Freiheit. 

Gebetsabend und Lichterprozession

Am zwei­ten Tag des Ado­ra­tio-Kon­gres­ses in Alt­öt­ting wur­de am Abend in der Basi­li­ka St. Anna für die Ein­heit der Chris­ten gebe­tet. Dazu wur­den ins­be­son­de­re Bit­ten an Gott für die Kir­che und Chris­ten welt­weit vor­ge­tra­gen. Musi­ka­lisch gestal­tet wur­de der Gebets­abend von einer Band des Gebets­hau­ses Augs­burg. Dar­an schloß sich unmit­tel­bar eine von Prä­lat Dr. Klaus Metzl gelei­te­te Lich­ter­pro­zes­si­on hin­auf zum Kapell­platz und um die Gna­den­ka­pel­le an. Rosen­kranz­be­tend und mit Ker­zen in den Hän­den zogen die Gläu­bi­gen um das Hei­lig­tum und erfleh­ten den Schutz der Gna­den­mut­ter. Eine Alt­öt­tin­ger Blas­ka­pel­le beglei­te­te belieb­te Mari­en­lie­der. Am Schluss der Pro­zes­si­on, an der auch der Köl­ner Erz­bi­schof Rai­ner Maria Kar­di­nal Woel­ki teil­nahm, weih­te der Pas­sau­er Bischof Dr. Ste­fan Oster das Bis­tum erneut der Got­tes­mut­ter Maria. Mit einem herz­li­chen Gute Nacht!” wur­den die Pil­ger ver­ab­schie­det. Mor­gen fin­det der letz­te Tag des Kon­gres­ses statt. Kurz­ent­schlos­se­ne kön­nen vor Ort Tages­kar­ten erwer­ben. Das Pro­gramm des mor­gi­gen Tages ist hier zu finden:

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