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Bistum

Domsanierung: Die Spezialisten

Stefanie Hintermayr am 29.07.2020

200721 DOM Deckengewoelbe Sanierung foto3 info-icon-20px Foto: Hintermayr/pbp

Von 2020 bis 2025 sind im Stephansdom zahlreiche Spezialisten an der umfassenden Sanierung am Werk. Sie arbeiten Hand in Hand, damit der Dom 2025 für die mindestens nächsten 50 Jahre in neuem Glanz und mit neuer Orgel erstrahlt. Aktuell wird der Chor mit Deckengewölbe restauriert.

Seit Mai wird im Pas­sau­er Ste­phans­dom umfas­send und kom­plett saniert. Die letz­te Sanie­rungs­maß­nah­me mit ver­gleich­ba­rem Aus­maß liegt schließ­lich schon rund 40 Jah­re zurück. Acht Jah­re, von 1972 bis 1980, dau­er­te sie damals. Die lau­fen­de Gene­ral­sa­nie­rung mit Restau­rie­rung der Dom­or­gel mit neu­en Teil-Wer­ken wird fünf Jah­re dau­ern. Zahl­rei­che Spe­zia­lis­ten arbei­ten bis 2025 Hand in Hand, instal­lie­ren die neue Elek­tro­nik und das Beleuch­tungs­sys­tem, restau­rie­ren und rei­ni­gen Wand­ma­le­rei­en und Stuk­ka­tu­ren, rei­ni­gen die Dom­or­gel und instal­lie­ren neue Teil-Wer­ke. Die Gesamt­rei­ni­gung des Ste­phans­doms soll schließ­lich für die nächs­ten min­des­tens 50 Jah­re hal­ten. Got­tes­diens­te und kirch­li­che Fes­te wird man dann in einem Dom 4.0 mit neu­es­ter (digi­ta­ler) Tech­nik fei­ern. Aktu­ell läuft der ers­te Bau­ab­schnitt: Chor mit Decken­ge­wöl­be. Die fünf Restau­ra­to­rin­nen sind in schwin­del­erre­gen­der Höhe direkt unter dem Decken­ge­wöl­be über dem Chor zugan­ge, noch bis Okto­ber. Was dort oben (im Ver­bor­ge­nen) kon­kret und im Detail geschieht, wis­sen unse­re Spe­zia­lis­ten. Hier ein Film dazu:

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Bauabschnitte und bauliche Details

Am Decken­ge­wöl­be Hand anle­gen dür­fen aus­schließ­lich Spe­zia­lis­ten. Die fünf erfah­re­nen Diplom-Restau­ra­to­rin­nen haben alle­samt eine Spe­zi­al­aus­bil­dung. Wie auch alle wei­te­ren Fach­leu­te ste­hen sie unter der restau­ra­to­ri­schen Ober­bau­lei­tung, den bei­den Restau­ra­to­ren Tho­mas Thie­de und Ulrich Weil­ham­mer, erklärt Diö­ze­san­bau­meis­ter Jochen Jar­zom­bek, der die Gene­ral­sa­nie­rung mit den ein­zel­nen Bau­ab­schnit­ten beglei­tet. Der ers­te ers­te Bau­ab­schnitt Chor und Decken­ge­wöl­be“ und Vie­rungs­be­reich“ soll 2020/21 kom­plett abge­schlos­sen sein, erklärt er. Es fol­gen das Lang­haus und die Sei­ten­schif­fe, und schließ­lich die Orgel­em­po­re, bevor die neue Dom­or­gel instal­liert wird.

Kunst-Gewerk Deckengewölbe

Fas­zi­niert von der sta­ti­schen Kon­struk­ti­on des Decken­ge­wöl­bes zeigt sich Kunst­re­fe­rent Alo­is Brun­ner. Es han­delt sich hier um eine Para­bel, und nicht wie oft üblich um einen Kreis­ab­schnitt. Bedeu­tet, das Decken­ge­wöl­be kommt kom­plett ohne Stre­be­werk aus. Geni­al gelöst“, staunt er. Denn sta­tisch gese­hen sei das für die dama­li­ge Zeit eine gro­ße Her­aus­for­de­rung gewe­sen. Die­se Para­bel-Lösung sei aber extrem sta­bil. Bis heu­te gäbe es kei­ner­lei Pro­ble­me mit der Sta­tik, erklärt Brun­ner. Im Fokus der Decken­ge­wöl­be-Sanie­rung steht daher die Rei­ni­gung, und zwar für die nächs­ten 50 Jah­re. Gezeigt wird das Mar­ty­ri­um des hl. Ste­pha­nus, ent­stan­den um 1680. Der zu Leb­zei­ten eher unbe­kann­te Maler Car­po­fo­ro Ten­cal­la war, so erklärt Brun­ner, ein wah­rer Spe­zia­list im Freskieren.

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Leitung der Restaurierungsarbeiten

Zwei Wel­ten tref­fen hier bei der Dom-Sanie­rung auf­ein­an­der. Neu und Alt. Am Bei­spiel Elek­tro­tech­nik bedeu­tet das: Neue Lei­tun­gen wer­den in alter, his­to­ri­scher Sub­stanz ver­legt. Des­halb ist es wich­tig, den Dom in all sei­nen Teil-Wer­ken mit all sei­nen Beson­der­hei­ten genau zu ken­nen, erläu­tert einer der bei­den Ober­bau­lei­ter, der Restau­ra­tor Tho­mas Thie­de. Eine wei­te­re gro­ße Her­aus­for­de­rung lie­ge laut Thie­de neben der Grö­ße des Doms im engen Zeit­fens­ter von fünf Jah­ren. Das erfor­de­re ein gutes Hand-in-Hand-Arbei­ten aller Gewerke.

Restaurierungsarbeiten konkret

Ein hal­bes Jahr, von Mai bis Okto­ber 2020, dau­ern die Restau­rie­rungs­ar­bei­ten am Decken­ge­wöl­be an. Fünf erfah­re­ne Diplom-Restau­ra­to­rin­nen sind hier am Werk, erklärt der zwei­te Ober­bau­lei­ter, Restau­ra­tor Ulrich Weil­ham­mer. Ober­flä­chen wer­den gerei­nigt, ein­zel­ne Stel­len gefes­tigt, Kit­tun­gen und Über­ma­lun­gen redu­ziert und der Kase­in­über­zug abge­nom­men (bedingt durch die Sanie­rung 1972 — 1980). Es ist also sehr viel Detail­ar­beit, die noch bis Okto­ber am Decken­ge­wöl­be über dem Chor geschieht. Gro­be, grö­ße­re Schä­den gibt es hier glück­li­cher­wei­se nicht.

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