Bistumsblatt

Echtes Licht für die Seele

Redaktion am 17.04.2025

Info Icon Foto: Roswitha Dorfner
Auferstanden. Christus in einer Osterkrippe in der Altöttinger Basilika.

In seiner Osterbotschaft blickt Bischof Stefan Oster SDB auf das, was wirklich zählt im Leben, und auf das, was uns Hoffnung schenkt. „Es ist Ostern und Ostern bleibt“, stellt er fest.

Am Oster­tag war vor dem Höh­len­grab Jesu ein rie­si­ger Stein weg­ge­wälzt. Der Ein­gang zum Grab war offen, aber die Grab­höh­le war leer. Es gab kei­nen Leich­nam mehr. Aus dem Toten­grab ist das Leben selbst her­aus­ge­kom­men, der Leben­di­ge, der Lebens­ge­ber selbst. Jesus lebt. Ich fra­ge mich immer wie­der: Lässt sich mit dem Bild des Grab­stei­nes etwas anfan­gen für unser eige­nes Glau­bens­le­ben? Für unse­re eige­ne See­le? Wenn ich an die Zeit mei­ner per­sön­li­chen Lebens­wen­de den­ke, dann wür­de ich es so beschrei­ben. Als jun­ger Mann bin ich Din­gen nach­ge­jagt, die mir bedeu­tungs­voll für mein Leben erschie­nen: Erfolg­reich im Jour­na­lis­ten­job, erfolg­reich im Stu­di­um, Wün­sche nach Ver­gnü­gen und Reich­tum; Ero­tik, mög­lichst viel Aner­ken­nung von ande­ren. Der Glau­be lief als Erin­ne­rung aus der frü­hen Jugend schon noch mit, aber ver­blas­send, immer weni­ger rele­vant. Das Leben selbst lag doch unmit­tel­bar vor mir – oder wenigs­tens das, was ich für Leben hielt.

Aber dann, wäh­rend die­ser Jagd nach immer mehr Leben, dräng­te sich zugleich nach und nach fol­gen­der Gedan­ke ins Bewusst­sein: Wenn nun all das, was ich suche, nichts mit Gott zu tun hat, oder auch nichts mit der Ewig­keit – dann ist es doch eigent­lich jetzt schon tod­ge­weiht. Dann hat im Grun­de alles das, was mir bis­lang vol­ler Bedeu­tung ist – aufs Gan­ze gese­hen gar kei­ne Bedeu­tung. Ich selbst bin dann nur ein Kör­per, der – vom Lauf der Natur her gese­hen – irgend­wann stirbt, ver­fault, als­bald für nie­man­den mehr Bedeu­tung hat – und aufs Gan­ze gese­hen auch völ­lig bedeu­tungs­los ist, ein ver­glü­hen­des Glüh­würm­chen für den Augen­blick. Auf­ge­la­den nicht mit ech­ter Bedeu­tung, son­dern bes­ten­falls mit der Illu­si­on von Bedeutung.

Die­se Erkennt­nis, je mehr ich sie zuge­las­sen habe, war im Bild gespro­chen der Grab­stein auf mir. Und ich selbst sit­ze in der dunk­len Höh­le, in der …

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