Weltkirche

Ein Schritt raus aus der Isolation

Wolfgang-Christian Bayer am 26.04.2019

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Die Sternsinger haben in der Diözese Moshi in Tansania den Neubau einer inklusiven Sekundarschule mit insgesamt 80.000 Euro unterstützt. Mit dem Geld konnten behindertengerechte Klassenräume und Sanitäranlagen errichtet werden. 450 Kinder mit und ohne Behinderung im Alter zwischen 14 und 18 Jahren können ab sofort in der Schule gemeinsam lernen.

Kin­der mit Behin­de­rung haben es in vie­len Län­dern Afri­kas sehr schwer. Die Men­schen glau­ben, dass die­se Kin­der eine Stra­fe Got­tes sind oder sogar der Teu­fel in ihnen steckt. Des­halb ver­ste­cken die Eltern sie häu­fig und ket­ten sie sogar an, damit kei­ner sie zu Gesicht bekommt“, sagt Ste­fa­nie Frels, Tan­sa­nia-Län­der­re­fe­ren­tin im Kin­der­mis­si­ons­werk Die Stern­sin­ger‘. Eine neue inklu­si­ve Schu­le ist eine gro­ße Chan­ce für die Kin­der und ihre Fami­li­en, einen Schritt raus aus der Iso­la­ti­on zu machen und wie­der Teil der Gesell­schaft zu sein. Vie­le Eltern begrei­fen dann erst: Gott hat uns nicht bestraft, mein Kind ist genau­so viel Wert wie jedes ande­re auch“, so Frels.

Die Kin­der haben vor allem kör­per­li­che Beein­träch­ti­gun­gen wie ver­kürz­te Glied­ma­ßen oder Gehör­lo­sig­keit. Auf­grund ihrer Behin­de­rung wer­den sie in dem ost­afri­ka­ni­schen Land dis­kri­mi­niert und aus­ge­grenzt. Auch Kin­der, die mit Albi­nis­mus gebo­ren wur­den, besu­chen die inklu­si­ve Schu­le in der Diö­ze­se Moshi. Ihr Leben ist in Tan­sa­nia beson­ders gefähr­det, da man ihren Kör­per­tei­len magi­sche Kräf­te nach­sagt und sie dafür ermor­det oder ver­stüm­melt wer­den.

In der neu­en Schu­le unter­rich­ten spe­zi­ell geschul­te Leh­rer die Mäd­chen und Jun­gen. Die Lehr­kräf­te beherr­schen bei­spiels­wei­se die Gebär­den­spra­che, um best­mög­lich auf die Kin­der ein­ge­hen zu kön­nen. Neben dem Unter­richt wird in der Schu­le Auf­klä­rungs­ar­beit für die Eltern geleis­tet. Sie sol­len ver­ste­hen, dass Kin­der mit Behin­de­rung kei­ne Schan­de sind und Bega­bun­gen und Fähig­kei­ten besit­zen wie jedes ande­re Kind.

An der Seite von Kindern mit Behinderung

Das Schick­sal von Kin­dern mit Behin­de­rung stand auch im Mit­tel­punkt der ver­gan­ge­nen Akti­on Drei­kö­nigs­sin­gen 2019. Unter dem Mot­to Segen brin­gen, Segen sein. Wir gehö­ren zusam­men – in Peru und welt­weit“ stell­ten sich die Trä­ger der Akti­on – das Kin­der­mis­si­ons­werk Die Stern­sin­ger‘ und der Bund der Deut­schen Katho­li­schen Jugend (BDKJ) – an die Sei­te von Kin­dern mit Behin­de­rung. Peru war das Bei­spiel­land der 61. Akti­on Dreikönigssingen.

Für Kinder in mehr als 100 Ländern

In mehr als 100 Län­dern setzt sich das Kin­der­mis­si­ons­werk gemein­sam mit sei­nen Part­nern für die Rech­te von Kin­dern ein. Zen­tra­le For­de­run­gen dabei sind: Jedes Kind hat ein Recht auf einen Namen, auf eine gute Gesund­heit, auf Bil­dung, auf Schutz vor Gewalt, auf Spiel und Frei­zeit, auf eine gesun­de Ernäh­rung, auf ein siche­res Zuhau­se, auf Schutz vor Aus­beu­tung und auf eine beson­de­re För­de­rung bei einer Behin­de­rung. Rund 2.200 Pro­jek­te für Not lei­den­de Kin­der welt­weit wer­den jähr­lich vom Kin­der­mis­si­ons­werk Die Stern­sin­ger‘ unterstützt.

Hintergrund: Tansania - eines der ärmsten Länder der Welt

Die Ver­ei­nig­te Repu­blik Tan­sa­nia ist ein Küs­ten­staat in Ost­afri­ka, Haupt­stadt ist Dodo­ma. Mit einer Gesamt­flä­che von rund 947.300 Qua­drat­ki­lo­me­tern ist das Land am Indi­schen Oze­an gut zwei­ein­halb­mal so groß wie Deutsch­land. Tan­sa­nia zählt zu den ärms­ten Län­dern der Welt, die Lebens­er­war­tung der Men­schen liegt bei 61,5 Jah­ren. Von den rund 57 Mil­lio­nen Ein­woh­nern ist knapp die Hälf­te jün­ger als 15 Jahre.

Bil­der und Text: Kin­der­mis­si­ons­werk Die Sternsinger 

Die Hilfe des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger’ kann durch Spenden unterstützt werden:

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Stich­wort: Kin­der in Not
IBAN: DE 95 3706 0193 0000 0010 31
BIC: GENODED1PAX