icons / 24px / close

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen die bestmögliche Erfahrung zu bieten. Mehr erfahren

Bistum

„Kann ein Arbeitsplatz so etwas wie Heimat sein?“

Wolfgang-Christian Bayer am 22.10.2019

429A87361 info-icon-20px Foto: pbp

Die frühere Seminarkirche St. Valentin ist in den vergangenen zwei Jahren zu Büroräumen umgebaut worden. Das wurde im Beisein der beteiligten Architekten, Handwerksbetriebe und der Belegschaft des Ordinariates gefeiert.


Am heu­ti­gen Diens­tag weih­te Bischof Ste­fan die neu­en Büro­räu­me im frü­he­ren Kna­ben­se­mi­nar St. Valen­tin ein und beton­te die Wich­tig­keit einer ver­trau­ens­vol­len Zusam­men­ar­beit, ohne Vor­ur­tei­le gegen­über ande­ren Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen.

Bei sei­ner Anspra­che an die Mit­ar­bei­ter erzähl­te Bischof Ste­fan von sei­nen ers­ten beruf­li­chen Erfah­run­gen bei einer Zei­tungs­re­dak­ti­on. Er habe dort mit der nai­ven Vor­stel­lung sein Volon­ta­ri­at begon­nen, dass man als Mensch auto­ma­tisch mit dem Alter rei­fer und bes­ser wer­de. Er habe in die­ser Zeit jedoch gelernt, dass es eben nicht selbst­ver­ständ­lich sei, dass man auto­ma­tisch ein bes­se­rer Mensch sei je län­ger man lebe. Seit er bei der Kir­che sei, mer­ke er jedoch, dass wir alle das Poten­ti­al haben bes­se­re Men­schen zu sein. Mei­ne inne­re Hei­mat ist die Kir­che und sind die Men­schen, mit denen ich als Kir­che unter­wegs sein darf”, so Bischof Oster.

Ich wün­sche Ihnen und uns allen, dass etwas von die­ser Hei­mat Kir­che in die­sen neu­en Räu­men erfahr­bar wird.”

Bischof Stefan

Am Ende sei­ner Anspra­che erklär­te Bischof Ste­fan, war­um ihm der Satz Her­me­neu­tik des Wohl­wol­lens“ so am Her­zen lie­ge. Im Gegen­satz zur Her­me­neu­tik des Ver­dachts, bei dem man über den ande­ren erst ein­mal schlecht den­ke, gehe die Her­me­neu­tik des Wohl­wol­lens von den bes­ten Absich­ten einer ande­ren Per­son aus, selbst wenn es auf den ers­ten Blick nicht so aussehe.

Es gebe eine Regel, die er auch selbst immer ver­su­che anzu­wen­den und zwar indem man über den ande­ren erst ein­mal etwas Gutes erwäh­nen soll­te, bevor man etwas schlech­tes über die Per­son sage.

Der Weg ist zu ver­ste­hen, dass jeder Mensch etwas Gutes hat und vom Herr­gott genau­so geliebt wird wie ich.”

Bischof Stefan

Man müs­se des­halb kei­ne Feh­ler über­se­hen und dür­fe Schwä­chen natür­lich anspre­chen, es gehe nur dar­um, der Nei­gung zu wider­ste­hen, nega­ti­ve Din­ge über eine Per­son zu sagen, die der eige­nen Befrie­di­gung die­nen. Wenn in den neu­en Räu­men eine Her­me­neu­tik des Wohl­wol­lens gepflegt und das Gute in jedem Mit­ar­bei­ter immer mehr zum Vor­schein kom­men wür­de, wäre man auf dem rich­ti­gen Weg.

Ich bin dank­bar für die vie­len guten Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter, die der Kir­che von Pas­sau ihr freund­li­ches Gesicht geben.”

Bischof Stefan

Nach­dem Bischof Ste­fan die viel­far­bi­gen Kreu­ze, die für jedes Büro aus­ge­wählt wur­den, geseg­net hat­te, sprach Gene­ral­vi­kar Klaus Metzl und erklär­te, dass man nun ein wei­te­res Etap­pen­ziel erreicht habe. Mit dem 2008 gefass­ten Ent­schluss aus der Resi­denz in das frei­ge­wor­de­ne Kna­ben­se­mi­nar St. Valen­tin zu zie­hen, sei damals eine weg­wei­sen­de Ent­schei­dung getrof­fen wor­den, so der Gene­ral­vi­kar. Damit sich lang­sam aber sicher die räum­li­chen Gege­ben­hei­ten dem Orga­ni­gramm anpas­sen und jeder Haupt­ab­tei­lungs­lei­ter sei­ne Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter in sei­ner Nähe habe. Die­se Ent­wick­lung sol­le Abläu­fe ver­ein­fa­chen und das Mit­ein­an­der stärken.

Laut Gene­ral­vi­kar wer­den aller­dings jetzt noch wei­te­re Schrit­te fol­gen, zum Bei­spiel wer­de im nächs­ten Früh­jahr St. Max sei­ner neu­en Bestim­mung als Zen­trum der Jugend­pas­to­ral übergeben. 

Wir sehen uns auf einem diö­ze­sa­nen Weg der Erneue­rung. Eine Erneue­rung, die im Wesent­li­chen eine inne­re ist, mit einem guten Mit­ein­an­der des Wohl­wol­lens, wo wir uns im Dienst der Ver­kün­di­gung und der Diö­ze­se sehen.”

Generalvikar Klaus Metzl

Der Gene­ral­vi­kar dank­te allen Ver­ant­wort­li­chen, die an der Pla­nung und Gestal­tung beim Aus­bau des Gebäu­des betei­ligt waren sowie dem Regie­be­trieb der Diö­ze­se und freu­te sich über die Tat­sa­che, dass unser Dienst­herr Jesus Chris­tus, mit der Kapel­le das schöns­te Büro in dem Gebäu­de erhal­ten habe.

Bischof Oster und Gene­ral­vi­kar Klaus Metzl erhiel­ten je eine Geschenk von Diö­ze­san­bau­meis­ter Jochen Jar­zom­bek. Bischof Ste­fan erhielt ein Kreuz aus der ehe­ma­li­gen St. Valen­tins­kir­che und Gene­ral­vi­kar Metzl einen sym­bo­li­schen Trans­pon­der aus Holz.

Unser Ziel war es, dass man dem Bau­werk nach dem Umbau noch immer sei­nen Ursprung, sei­ne Hal­tung, sei­ne Geschich­te und sei­nen Gebrauch able­sen kann.”

Walter Schwetz – Architekt

Am Ende der Ein­wei­hungs­fei­er seg­ne­te Bischof Ste­fan die ein­zel­nen Büro­räu­me und gesell­te sich anschlie­ßend zu den Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern, die es sich bei der kre­denz­ten Baye­ri­schen Brot­zeit gut gehen ließen.