Bistum

Erntedankfest in Kößlarn

Tamina Friedl am 09.09.2019

Kößlarn_Titelbild info-icon-20px Foto: Tamina Friedl

Andernorts wurden vergangenen Sonntag Feste abgesagt aus Angst vor Regen. Nicht aber in Kößlarn. Dort fand wie jedes Jahr am zweiten Sonntag im September das traditionelle Erntedankfest statt.

Der Altar­raum der Wall­fahrts­kir­che in Köß­larn war reich geschmückt mit Obst, Gemü­se, Getrei­de und Blu­men. Von der Decke hing eine gro­ße Ern­te­kro­ne, vor dem Altar war das Wort Dan­ke“ zu lesen, gelegt aus Äpfeln und Bir­nen. Wir sagen Gott dan­ke, denn er ist der Geber aller guten Gaben“, so stell­te Pfar­rer Jörg Flei­scher zu Anfang des Fest­got­tes­diens­tes den Grund­ge­dan­ken des Arnt­fes­tes“ klar. 

Am 8. Sep­tem­ber, auf den das Ern­te­dank­fest die­ses Jahr fiel, jähr­te sich außer­dem Mariä Geburt. Maria sei ein Ori­gi­nal“, erklär­te Pfar­rer Flei­scher in sei­ner Pre­digt. Wie sie selbst sol­le sich die Glau­bens­ge­mein­schaft als Ori­gi­na­le für das gro­ße Gan­ze ein­set­zen, für eine gute Zukunft im Glau­ben. Flei­scher wün­sche sich nicht nur einen Fri­day for Future“, son­dern noch viel mehr einen Sunday for Future“. Zuletzt äußer­te er sei­nen Wunsch für das Arnt­fest: Das Fest soll von innen mit Glau­ben, Leben und Dank­bar­keit erfüllt sein.“

An den Got­tes­dienst, der von der Blas­ka­pel­le Köß­larn und dem Kir­chen­chor unter der Lei­tung von Julia Hai­den­tha­ler musi­ka­lisch gestal­tet wur­de, schloss sich die tra­di­tio­nel­le Ern­te­dank­pro­zes­si­on an. In his­to­ri­schen Gewän­dern zogen zahl­rei­che Kin­der und Erwach­se­ne durch den Ort und ver­tra­ten dabei Zünf­te aus frü­he­ren Zei­ten. Hir­ten führ­ten leben­di­ge Zie­gen, auf einem Wagen wur­de eine Ern­te­kro­ne gezo­gen als Sym­bol des Ern­te­ge­sche­hens, eine Grup­pe Bau­ern trug Hasen, einen Trut­hahn und Fer­kel. Es folg­te die Bäcker­zunft, sowie Gärt­ne­rin­nen und Gärt­ner, die einen Wagen vol­ler Gemü­se zogen. Eini­ge Jun­gen zogen ein Bier­fass und auch Win­zer waren ver­tre­ten. Die Imker waren mit ihrem Kopf­schutz gut aus­ge­stat­tet, eini­ge Köchin­nen prä­sen­tier­ten ihre Spei­sen und zwei Mäd­chen zogen ein Spinn­rad, ehe der Mit­tel­punkt der Pro­zes­si­on folgte. 

Unter einem Bal­da­chin trug Pfar­rer Jörg Flei­scher das Aller­hei­ligs­te. Beglei­tet wur­de er dabei von Vikar Ber­nard und eini­gen Ehren­gäs­ten, dar­un­ter Bür­ger­meis­ter Wil­li Lind­ner, Land­rat Franz Mey­er, Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter Wal­ter Tau­bene­der und Bezirks­rä­tin Cor­ne­lia Was­ner-Som­mer sowie Bür­ger­meis­tern aus benach­bar­ten Gemein­den. Ihnen folg­te eine Grup­pe Gold­hau­ben­frau­en, der katho­li­sche Frau­en­bund und die Blas­ka­pel­le. Den Schluss der Pro­zes­si­on bil­de­ten eini­ge ört­li­che Ver­ei­ne, dar­un­ter die Feu­er­weh­ren, die Eber­schüt­zen und der Arbeitervereins.

Beim anschlie­ßen­den Stra­ßen­fest wur­de Selbst­ge­mach­tes ver­kauft. Der katho­li­sche Frau­en­bund zeig­te sich sehr zufrie­den mit dem Ver­kauf sei­ner Krän­ze. Nach kur­zer Zeit waren die Tische schon fast leer geräumt. Bei guter Ver­pfle­gung konn­ten die Besu­cher das Arnt­fest gemüt­lich aus­klin­gen lassen.

Bil­der und Text: Tami­na Friedl