Das glauben wir

Exerzitien im Alltag 1. Woche -getragen sein – mutig anfangen

Redaktion am 17.01.2023

01 Fuerchteichnicht Foto: Heidi Esch

In den Exerzitien im Alltag nehmen Sie sich bewusst Zeit für Ihre Beziehung zu Gott, um immer offener zu werden für ihn in Ihrem ganz konkreten, persönlichen Leben. Exerzitien im Alltag sind eine besondere Zeit, die gestaltet sein will. Machen Sie Erfahrungen, was zu Ihnen und Ihrem Alltag passt, finden Sie eine Balance zwischen Selbstdisziplin und Gelassenheit.

Getragen sein mutig anfangen

01 Fuerchteichnicht Foto: Heidi Esch

Wenn du neu beginnst
bin ich an dei­ner Sei­te.

Wenn du vol­ler Schwung bist
bin ich an dei­ner Seite.

Wenn du erwar­tungs­voll nach
vor­ne schaust
bin ich an dei­ner Seite.

Wenn du mut­los bist
bin ich an dei­ner Seite.

Wenn du dich allei­ne fühlst
bin ich an dei­ner Seite.

Wenn du auf­ge­ben willst
bin ich an dei­ner Sei­te.
Dar­um fürch­te dich nicht
– spricht Gott.

1. Impuls: Meinen Platz bereiten

Ich habe mich ent­schlos­sen, in die­ser Fas­ten­zeit Exer­zi­ti­en im All­tag zu machen. Exer­zi­ti­en“ heißt Übun­gen“ – ich übe, Gott in mei­nem Leben Platz zu geben. Die­ses Üben benö­tigt ein biss­chen Vor­be­rei­tung. Wie ich bei sport­li­chen Übun­gen z. B. die Jog­ging-Kla­mot­ten anzie­he oder Platz für den Home­trai­ner suchen muss, so brau­che ich einen Platz für mei­ne geist­li­chen Übun­gen. Wie für das Üben eines Musik­in­stru­men­tes Zeit nötig ist, so räu­me ich mir Zeit für mei­ne geist­li­chen Übun­gen ein. Got­tes Geist wird mir dabei hel­fen, bei­des zu finden.

Ich bete:
Hei­li­ger Geist,
öff­ne mich für Got­tes Dasein in mei­ner Welt.
Gib mir Fan­ta­sie und Mut,
um Gott in mei­nem All­tag einen Platz zu berei­ten.
Ich dan­ke dir für dei­nen Bei­stand.
Amen.

• Ich gehe durch mei­ne Woh­nung und fin­de einen Platz für mei­ne geist­li­chen Übun­gen. Oder ich über­le­ge, wo sonst ein Ort dafür sein kann (z. B. im Zug, wenn ich damit zur Arbeit pend­le, auf der Wal­king­run­de, die ich sowie­so jeden Tag allei­ne mache …)
• Ich gestal­te mei­nen Platz (z. B. mit einer guten Sitz­ge­le­gen­heit, einer Ker­ze, einem Kreuz, einer Iko­ne …)
• Ich schaf­fe eine Insel für mich und Gott, auch wenn rund­her­um mög­li­cher­wei­se Cha­os ist.
• Ich beden­ke mei­nen Tages­ab­lauf und fin­de eine Zeit für mei­ne geist­li­chen Übun­gen. Es muss nicht jeden Tag die glei­che Zeit sein.
• Ich fin­de Wege, mich nicht ablen­ken zu las­sen: einen Zet­tel an die Tür hän­gen
Bit­te nicht stö­ren“, mich ent­schlie­ßen, nicht ans Tele­fon zu gehen, Han­dy in einem ande­ren Raum las­sen, Papier und Stift bereit­le­gen, falls mir in der Gebets­zeit etwas ein­fällt, das ich nicht ver­ges­sen darf …
• Ich neh­me mei­nen gefun­de­nen Platz ein. Ich atme tief durch.
Gott, ich bin da. Du bist da. Es ist gut.“
Ich freue mich auf die kom­men­de Zeit.

2. Impuls: Mit allen Sinnen wahrnehmen

Wie oft het­zen wir durch das Leben und über­se­hen dabei alles Schö­ne; bei den Exer­zi­ti­en im All­tag ist es wich­tig, sich auf einen Weg zu bege­ben und sich

ganz­heit­lich anspre­chen zu las­sen. Die eige­ne Wahr­neh­mung soll neu geweckt wer­den. Dazu dient die heu­ti­ge Übung.

Ich gehe ins Freie und mache dort einen mög­lichst unge­stör­ten Spa­zier­gang. Ich gehe in einem Tem­po, das für mich gera­de passt. Das Tem­po kann ich wäh­rend des Spa­zier­gan­ges belie­big wech­seln.
Ich las­se das Den­ken, Beur­tei­len und Grü­beln zurück.
Ich las­se mich anspre­chen, von allem was mir begegnet.

• Ich gehe und schaue eine Wei­le nur, was ich sehen kann. Ich bin offen für die Ein­drü­cke. Ich las­se mich von dem, was da ist, anschau­en. Es ist ein gelas­se­nes Schau­en ohne ana­ly­sie­ren und den­ken. Ich sehe mich satt an der Natur (Bäu­me, Wol­ken, Erde, Gras, Vögel …).
• Ich höre. Ich bin ganz Ohr und neh­me die Geräu­sche wahr (Vögel, Autos, Wind, Geplät­scher von Was­ser …).
• Ich rie­che (Was­ser, Luft, fri­sche Erde …).
• Ich spü­re (die eige­ne Fuß­soh­le, Klei­dung am Kör­per, Wind im Gesicht, Erde in mei­nen Hän­den, Son­nen­strah­len, Baum­rin­de …).
• Ich neh­me mich selbst im Gan­zen wahr. Ich spü­re nach, was da ist und las­se das Wahr­ge­nom­me­ne nachklingen.

Ich neh­me mir das Schrift­wort mit in den Tag:
Seh ich den Him­mel, das Werk dei­ner Fin­ger, Mond und Ster­ne, die du befes­tigt: Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst?“ Ps 8, 4 – 5

Gebet
Auf­merk­sa­mer Gott,
ich dan­ke dir für alles, was mir heu­te begeg­net ist.
Für all das Gute in mei­nem Leben und für dei­ne wun­der­ba­re Schöp­fung.
Spen­de du mir Lebens­kraft und beglei­te mich.
Amen.

3. Impuls: Standortbestimmung

Ich neh­me mei­nen Platz ein. Ich atme tief durch.
Gott, ich bin da. Du bist da. Es ist gut.“

01 Labyrith von Heidi Esch Foto: Heidi Esch






Ein Laby­rinth mit Wegen:
Man­che gehen weit
außen her­um,
ande­re sind nah an der Mit­te.
Vie­le Keh­ren sind zu sehen,
oft weiß man nicht,
was dahin­ter kommt.
Eini­ge Wege sind ver­bor­gen,
wie im Nebel,
ande­re sind klar sichtbar.

Ich schaue auf mei­ne aktu­el­le Lebens­si­tua­ti­on:
Wo wür­de ich mich zur Zeit in die­sem Bild ver­or­ten?
Ich neh­me wahr, wie es ist.
Ich brin­ge mei­ne Gedan­ken und Gefüh­le dazu vor Gott.

Für den Tag
Fürch­te dich nicht! – So höre ich heu­te immer wie­der mit mei­nem inne­ren Ohr“

Durch­blick
Wenig wis­sen wir von dem, was uns erwar­tet.
Wie von Nebel bedeckt die Sicht auf das Kom­men­de.
Was ich glau­be: Mei­ne Schrit­te sind geführt.
Was ich erhof­fe: Mein Weg hat ein Ziel.
Wor­auf ich ver­traue: Ich wer­de erwar­tet.

Dani­el Esch

4. Impuls: Auf Adlersflügeln getragen sein

Ich neh­me mei­nen Platz ein. Ich atme tief durch.
Gott, ich bin da. Du bist da. Es ist gut.“

Er hüll­te ihn ein, gab auf ihn acht und hüte­te ihn wie sei­nen Augen­stern, wie ein Adler sein Nest aus­führt und über sei­nen Jun­gen schwebt, sei­ne Schwin­gen aus­brei­tet, eines von ihnen auf­nimmt und es auf sei­nem Gefie­der trägt.„
Deut 32,11

Was für ein wun­der­ba­res Bild uns die­se Bibel­stel­le auf­zeigt: Gott als star­ker Adler, der mich auf­fängt und trägt. Sol­che Bil­der kön­nen wir beson­ders in schwie­ri­gen Zei­ten und Momen­ten unse­res Lebens brau­chen. Denn auch dann, wenn unse­re Kraft nicht aus­reicht, ist Gott zur Stel­le. Er fängt uns auf und trägt uns auf Adlers­flü­geln zu sich. Das ist uns durch das Wort der Bibel ver­spro­chen. Dar­an dür­fen wir glau­ben, dar­auf ver­trau­en. Was auch geschieht: ER fängt mich auf, nimmt mich auf sei­ne Flü­gel, ER trägt mich durch die Zeit!

Ich las­se das Bild der Bibel­stel­le in mir wir­ken und nach­klin­gen.
• Was bedeu­tet es für mich, sicher auf Adlers­flü­geln getra­gen zu sein?
• Wann ver­spü­re ich die­ses Gefühl?

Die­sen Lied­vers neh­me ich mit in den Tag:
Lobe den Her­ren, der alles so herr­lich regie­ret,
der dich auf Ade­lers Fit­ti­chen sicher gefüh­ret.
Der dich erhält wie es dir sel­ber gefällt.
Hast du nicht die­ses ver­spü­ret?“
Got­tes­lob Nr. 392,2

Gebet
Guter Gott,
seg­ne mich und steh mir bei in allen Situa­tio­nen mei­nes Lebens.
Schen­ke mir star­ke Flü­gel und den Mut die­se aus­zu­brei­ten.
Fan­ge mich auf, wenn ich fal­le und bewah­re mich in dei­nem Frie­den.
Amen.

Liedvorschläge

Die Tuer zum Leben
Rueckenwind

Ihnen entgeht ein toller Beitrag!

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Tagesrückblick

Ein­mal am Tag, viel­leicht am Abend, neh­me ich mir Zeit, um auf mei­nen Tag zurück­zu­schau­en. Alles, was ich erlebt, gehört, getan und erfah­ren habe, brin­ge ich vor Gott und darf es zusam­men mit sei­nem lie­ben­den Blick anschau­en. Es geht um mich, um Gott und um mei­ne Lebens­ge­stal­tung gemein­sam mit ihm.

Inne­hal­ten
Durch- und Auf­at­men: Ich habe Zeit!
Ich bin da. Gott ist da, mit mir.

Wahr­neh­men
Ich schaue auf den Tag: Was neh­me ich wahr?
Ich las­se kom­men, was an Erin­ne­run­gen, Ereig­nis­sen,
Gedan­ken, Emp­fin­dun­gen … da ist.
Ich ver­wei­le, wo mich etwas berührt, beschäf­tigt, aufwühlt ….

Dan­ken
Was hat mir gut getan?
Wo habe ich Ermu­ti­gung, Trost, Hoff­nung gespürt?
Wodurch wur­de ich beschenkt? 

Ver­söh­nen
Wo habe ich Miss­trau­en, Angst, Ent­mu­ti­gung gespürt?
Was will sich in mir ord­nen, ver­söh­nen, befrei­en?
Ich bit­te Gott um sei­nen Beistand.

Bit­ten, dan­ken, kla­gen, loben
Ich brin­ge vor Gott, was jetzt in mir da ist.
Wie mit einem guten Freund, einer guten Freun­din, darf
ich mit ihm reden.

Vor­aus­schau­en
Ich schaue auf das, was (mor­gen) vor mir liegt
und bit­te Gott um Kraft, Mut, Bei­stand, sei­ne Begleitung.

Been­den
Mit einer Ges­te, einem Vater­un­ser oder Kreuz­zei­chen,
been­de ich den Tagesrückblick.

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