Bistum

FACIES LOQUUTUR - Gesichter sprechen, sprechende Gesichter

Stefanie Hintermayr am 29.10.2019

Info Icon Foto: Thomas König

Totenmasken, Plastik, Malerei - diese Kunstwerke der Münchner Künstlerin Dr. Alexandra Pohlus gibt es aktuell in Spectrum Kirche Passau zu sehen. Sie lässt "Gesichter sprechen", zeigt in ihren Werken "sprechende Gesichter". Hier ein Interview mit Dr. Alexandra Pohlus und dem Hausherrn Dr. Bernhard Kirchgessner zu FACIES LOQUUNTUR.

Die Künst­ler­Seel­sor­ge des Bis­tums Pas­sau lädt zu einer neu­en Aus­stel­lung im Exer­zi­ti­en- und Bil­dungs­haus Spec­trum Kir­che auf Maria­hilf, Pas­sau ein: FACI­ES LOQUUN­TUR — Gesich­ter spre­chen, spre­chen­de Gesich­ter. Toten­mas­ken, Plas­tik, Male­rei”. Die Kunst­wer­ke der Münch­ner Künst­le­rin Dr. Alex­an­dra Pohlus sind in vie­ler­lei Hin­sicht etwas beson­de­res. Ihre Toten­mas­ken sind zum einen etwas sehr per­sön­li­ches, zum ande­ren haben sie eine lan­ge his­to­ri­sche und reli­giö­se Tra­di­ti­on. In fol­gen­dem Inter­view erklärt sie Hin­ter­grün­de zu ihrer Kunst — und Haus­lei­ter Dr. Bern­hard Kirch­gess­ner, wie es zu der Aus­stel­lung kam:

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Die Totenmaske

Toten­mas­ken wei­sen eine über­aus rei­che his­to­ri­sche und reli­giö­se Tra­di­ti­on auf, die bis weit in die Vor­ge­schich­te ver­schie­dens­ter Kul­tu­ren reicht. Man den­ke nur an das Alte Ägyp­ten. Eine der berühm­tes­ten Toten­mas­ken ist für die Kunst­er­zie­he­rin am Mün­che­ner Wil­helms­gym­na­si­um das Gol­de­ne Ant­litz des anti­ken Heros Aga­mem­non aus der Zeit um 1500 vor Chris­tus, aber auch die Gips­mas­ke des Renais­sance-Dich­ters Dan­te aus dem 14. Jahr­hun­dert. Im 19. Jahr­hun­dert wur­den Toten­mas­ken zu den Kult­ob­jek­ten des auf­ge­klär­ten Bür­ger­tums. Berühm­te Gips­ab­drü­cke sind von König Lud­wig II., Richard Wag­ner, Lud­wig van Beet­ho­ven und Fried­rich Schil­ler erhal­ten. Somit ist es uns heu­te noch mög­lich, die Cha­rak­ter­zü­ge die­ser Geni­en mit einem Anspruch auf Authen­ti­zi­tät zu betrach­ten und zu stu­die­ren. Dies ist auch der Grund, war­um es im 19. und zu Beginn des 20. Jahr­hun­derts üblich war, von pro­mi­nen­ten Per­sön­lich­kei­ten solch ein natur­ge­treu­es Abbild zu nehmen. 

(Quel­le: Dr. Alex­an­dra Pohlus)

Über die Künstlerin

Dr. Alex­an­dra Pohlus, geb. in Mün­chen, auf­ge­wach­sen in Starn­berg, Huma­nis­ti­sches Lui­sen-Gym­na­si­um, Abitur; Stu­di­um der Bild­haue­rei an der Aka­de­mie der Bil­den­den Küns­te Mün­chen, Diplom; Stu­di­um der Kunst­ge­schich­te, Phi­lo­so­phie und Theo­lo­gie an der LMU Mün­chen, Pro­mo­ti­on bei Prof. Dr. Frank Bütt­ner; Lehr­auf­trä­ge an der Aka­de­mie der Bil­den Küns­te Mün­chen und der Fach­hoch­schu­le für Gestal­tung Augs­burg; Begab­ten­sti­pen­di­um des Frei­staa­tes Bay­ern, Mat­thi­as-Pschorr-Preis der Lan­des­haupt­stadt München.

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