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Weltkirche

Sie schwieg nicht – Gott sei Dank!

Pressemeldung am 24.07.2020

Juli20 mariamagdalena 2neu info-icon-20px Foto: Mareen Maier / KDFB
Zu Ehren der Heiligen Maria Magdalena feierte der KDFB-Diözesanverband Passau in der Kirche St. Magdalena in Hausbach bei Vilshofen einen stimmungsvollen Gottesdienst.

Sie war eine Frau, die mutig ihre Stimme erhob – in einer Gesellschaft, in der Frauen in der Öffentlichkeit normalerweise schwiegen. Als erste Zeugin der Auferstehung Jesu spielt die Heilige Maria Magdalena für den Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB) eine herausragende Rolle. Am Festtag der Apostelin der Apostel (22. Juli) lud der KDFB-Diözesanverband Passau zu einem frauenbewegten Gottesdienst ein.

Die Idee zu einem Frau­en­got­tes­dienst zu Ehren von Maria Mag­da­le­na war im ver­gan­ge­nen Jahr im Zuge der Akti­on Maria, schwei­ge nicht!“ ent­stan­den. Mit die­ser Akti­on weist der KDFB auf die ver­dräng­ten Frau­en­tra­di­tio­nen der Bibel hin und führt die Anlie­gen der Initia­ti­ve Maria 2.0“ direkt fort. Der Ver­band unter­streicht damit sein lang­jäh­ri­ges Enga­ge­ment für eine zukunfts­fä­hi­ge, geschwis­ter­li­che Kir­che, in der Frau­en und Män­ner gleich­be­rech­tigt sind und in glei­cher Wei­se Ver­ant­wor­tung übernehmen. 

Sie ist ein gro­ßes Vor­bild. Ihr Wir­ken ermu­tigt uns, wei­ter zu kämpfen.”

Bärbel Benkenstein-Matschiner

Dazu zählt auch die Fra­ge nach Ämtern und Struk­tu­ren der Kir­che. Auch heu­te schwei­gen Frau­en nicht – genau wie Maria Mag­da­le­na. Sie ist ein gro­ßes Vor­bild. Ihr Wir­ken ermu­tigt uns, wei­ter zu kämp­fen“, so die Diö­ze­san­vor­sit­zen­de Bär­bel Ben­ken­stein-Mat­schi­ner. Bei der Pre­mie­re des Frau­en­got­tes­diens­tes vor einem Jahr gab es vie­le posi­ti­ve Rück­mel­dun­gen. Unse­re Frau­en haben uns signa­li­siert, dass sie ger­ne all­jähr­lich einen der­ar­ti­gen Frau­en­got­tes­dienst fei­ern wür­den“, sag­te KDFB-Bil­dungs­re­fe­ren­tin Tan­ja Kem­per. Die­sem Wunsch kommt der Diö­ze­san­ver­band ger­ne nach. Dies­mal wur­de der Got­tes­dienst unter dem Mot­to Maria Mag­da­le­na: Sie schwieg nicht!” in der Kir­che St. Mag­da­le­na in Haus­bach bei Vils­ho­fen gefei­ert. Wegen der Schutz­maß­nah­men und ‑vor­schrif­ten im Zuge der Coro­na-Kri­se konn­te nur eine begrenz­te Zahl an Frau­en teil­neh­men, was zu einer sehr inti­men, andäch­ti­gen Stim­mung beitrug.

Es ist Zeit, auf die bibli­sche Maria Mag­da­le­na zu schau­en und Posi­ti­on zu beziehen.”

Tanja Kemper

Gestal­tet wur­de der Got­tes­dienst von Tan­ja Kem­per, Rena­te Pongratz, Wal­bur­ga Wes­ten­ber­ger und Bar­ba­ra Wink­ler sowie Hel­ga Grö­mer an der Gitar­re. Zu Beginn wur­de eine Ker­ze ent­zün­det, die Rena­te Pongratz eigens für die­sen Anlass ange­fer­tigt hat­te und mit der sie ers­te Gedan­ken zu Maria Mag­da­le­na zum Aus­druck brach­te. Im wei­te­ren Ver­lauf wur­den das Leben und Wir­ken der Hei­li­gen beleuch­tet. Die zen­tra­le Bot­schaft: Maria Mag­da­le­na hat nicht geschwie­gen und ihren Ver­kün­di­gungs­auf­trag in die Tat umge­setzt – Gott sei Dank!“ Die Frau­en stell­ten unter ande­rem her­aus, dass die­ser Ver­kün­di­gungs­auf­trag durch die Bibel beglau­bigt wird und alle vier Evan­ge­lis­ten Maria Mag­da­le­na als Jün­ge­rin beschrei­ben, die Jesu von Anfang an nach­ge­folgt war. Sie war eine star­ke Frau, stark im Glau­ben“, so Bar­ba­ra Wink­ler. Im Lau­fe der Zeit und bis heu­te wer­de sie aber oft unbi­blisch und völ­lig falsch dar­ge­stellt – als Hure und Sün­de­rin. Das war sie kei­nes­falls“, beton­te Tan­ja Kem­per. Sie sprach von sexis­ti­schen Kli­schees und Män­ner­fan­ta­sien, durch die die­ses Bild befeu­ert wor­den sei. Es ist Zeit, auf die bibli­sche Maria Mag­da­le­na zu schau­en und Posi­ti­on zu bezie­hen“, for­der­te sie die teil­neh­men­den Frau­en auf. Vie­le von ihnen waren weiß geklei­det oder hat­ten ein wei­ßes Acces­soire bei sich. Die Far­be Weiß ste­he dafür, dass wir alle getauf­te Chris­tin­nen und Chris­ten sind und in der Nach­fol­ge Jesu und der Tauf­gna­de ste­hen“, so die KDFB-Bildungsreferentin.

Ein wei­te­rer Got­tes­dienst zu Ehren von Maria Mag­da­le­na wur­de von KDFB-Frau­en im Deka­nat Frey­ung-Gra­fen­au gefei­ert. In Wald­kir­chen kamen rund 80 Frau­en am Vor­abend des Fest­tags zusam­men, um Gott zu dan­ken für Maria Mag­da­le­na, die die Tür zur Fro­hen Bot­schaft geöff­net hat. Die gro­ße Pfarr­kir­che St. Peter und Paul mach­te es mög­lich, dass pro­blem­los die Coro­na-Abstands- und Hygie­ne­re­geln ein­ge­hal­ten wer­den und so vie­le Frau­en mit­ein­an­der Got­tes­dienst fei­ern konnten.


Bild und Text: Mareen Maier