Kirche vor Ort

Freskenrestaurierung in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt

Pressemeldung am 28.12.2022

PM188 aldersbach1 Foto: Staatliches Bauamt Passau
Den Vorentwurf von Künstler Jens Pischke begutachteten Landrat Raimund Kneidinger (v.l.), Ltd. Baudirektor Norbert Sterl, Veronika Landspersky und Sebastian Philipp vom Staatlichen Bauamt Passau, Bürgermeister Harald Mayrhofer, Pfarrer Sebastian Wild, Regierungsdirektorin Verena Schwarz, Abteilungsleiterin für Öffentliche Sicherheit und Ordnung am Landratsamt Passau, Baudirektor Gerald Escherich vom Staatlichen Bauamt Passau sowie Bauleiter Hans Siegmüller vom gleichnamigen Ingenieurbüro.

Wie rekonstruiert man ein Asam-Fresko? Dieser Frage geht das Staatliche Bauamt Passau bei der Innensanierung der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Aldersbach nach. Nach langer Suche ist es gelungen, einen geeigneten Maler zu finden, der Fehlstellen in den kunstvollen Deckenfresken in der malerischen Qualität des Originals ergänzen kann.

Die ers­ten Ergeb­nis­se sei­ner Arbeit besich­tig­ten Land­rat Rai­mund Knei­din­ger und Bür­ger­meis­ter Harald Mayr­ho­fer kurz vor Weih­nach­ten im Rah­men eines Bau­stel­len­ter­mins zusam­men mit Ltd. Bau­di­rek­tor Nor­bert Sterl, dem Lei­ter des Staat­li­chen Bau­amts Pas­sau, und Bau­di­rek­tor Geral­dEsche­rich, dem Lei­ter des Bereichs Hoch­bau. Pas­sen­der­wei­se hat der Künst­ler bereits an der Weih­nachts­sze­ne” mit Maria, Josef und dem Jesus­kind gearbeitet.

Die Restau­rie­rung der Decken­fres­ken über dem Chor ist bereits fer­tig­ge­stellt: Nach der Rei­ni­gung wur­de die Mal­schicht in ein­zel­nen Berei­chen gefes­tigt und des­in­fi­ziert sowie stö­ren­de Ris­se geschlos­sen. In die­sem Bereich konn­te das Gerüst schon abge­baut wer­den. Nun kommt der gerei­nig­te Hoch­al­tar mit dem restau­rier­ten Altar­ge­mäl­de wie­der zur Gel­tung: Das baro­cke Altar­bild war über ein Jahr lang in einer Spe­zi­al­werk­statt gerei­nigt und wie­der­her­ge­stellt wor­den, ehe es im August am Hoch­al­tar ein­ge­baut wur­de. Das fast 300 Jah­re alte Gemäl­de war stark ver­graut“, schil­der­te Bau­lei­ter Hans Sieg­mül­ler vom gleich­na­mi­gen Inge­nieur­bü­ro. Nach der Restau­rie­rung sind die Far­ben in ihren ein­zel­nen Abstu­fun­gen wie­der gut zu erkennen.

Damit ist das Ziel erreicht, das mit der Sanie­rung ver­folgt wird. Restau­rie­rungs­ziel ist, die baro­cke Raum­scha­le und Aus­stat­tung der Kir­che in ihrem geal­ter­ten Zustand zu erhal­ten, gleich­zei­tig soll die Far­big­keit wie­der in ihren ursprüng­li­chen Abstu­fun­gen zu erken­nen sein“, erklär­te Ltd. Bau­di­rek­tor Nor­bert Sterl. Ein schö­nes Bei­spiel für die­se Vor­ge­hens­wei­se ist auch die Wand­flä­che zwi­schen den Fens­tern, die in einem schö­nen Weiß­ton erstrahlt. Die­ser Farb­ton ist nur durch die Rei­ni­gung ent­stan­den, die Wand wur­de nicht über­malt“, sag­te Hans Siegmüller.

Die­ses Ziel ver­folgt das Staat­li­che Bau­amt auch bei der Rekon­struk­ti­on eini­ger Fehl­stel­len in den Fres­ken des Decken­ge­wöl­bes. Es war nicht ein­fach, einen Maler zu fin­den, der Gemäl­de aus der Asam-Werk­statt ergän­zen kann“, berich­te­te Nor­bert Sterl. Über ein Jahr hat die Suche gedau­ert, denn eine Rekon­struk­ti­on im Stil der spät­ba­ro­cken Male­rei des frü­hen 18. Jahr­hun­derts ist eine beson­de­re Her­aus­for­de­rung. Der Künst­ler Jens Pisch­ke aus Dres­den, der im neu­en Jahr wie­der an den Fres­ken arbei­ten wird, sobald die Tem­pe­ra­tu­ren es zulas­sen, muss­te sei­ne Fer­tig­kei­ten erst unter Beweis stel­len. Er legt die Ent­wür­fe auf Bild­ta­feln vor, jeder ein­zel­ne Ent­wurf wird dann mit dem Baye­ri­schen Lan­des­amt für Denk­mal­pfle­ge abge­stimmt, ehe Pisch­ke sich an den Fres­ken ans Werk machen darf. Er malt in der Manier von Cos­mas Dami­an Asam“, stell­te Ltd. Bau­di­rek­tor Nor­bert Sterl fest, als er Land­rat Knei­din­ger und Bür­ger­meis­ter Mayr­ho­fer die ers­ten Ergeb­nis­se prä­sen­tier­te. Hans Sieg­mül­ler ging auf Details wie die gelun­gen wie­der­ge­ge­be­nen Fal­ten­wür­fe in Josefs Man­tel ein – eini­ge Fehl­stel­len in der Weih­nachts­sze­ne mit Maria, Josef und Jesus an der Krip­pe sowie Ochs und Esel sind bereits ergänzt. Zur­zeit pau­siert die Arbeit des aka­de­mi­schen Malers nicht nur wegen Erkran­kung: Bei Tem­pe­ra­tu­ren unter 7 Grad ist kein Farb­auf­trag möglich.

Es wird noch eini­ge Zeit in Anspruch neh­men, ehe die anspruchs­vol­le und klein­tei­li­ge Arbeit der Fres­ken­re­stau­rie­rung abge­schlos­sen ist. Bis Ende 2024 wird die Innen­re­stau­rie­rung, für deren Pla­nung und Umset­zung das Staat­li­che Bau­amt Pas­sau im Rah­men der Staat­li­chen Bau­pflicht sorgt, dau­ern. Damit das Ergeb­nis mög­lichst lan­ge vor­hält, wur­de das Fens­ter­glas an der Süd­sei­te der Kir­che gegen eine Son­nen­schutz­ver­gla­sung aus­ge­tauscht: So soll die frisch sanier­te Raum­scha­le samt Aus­stat­tung gegen das UV-Licht geschützt werden.

Text: Staat­li­ches Bau­amt Passau

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