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Weltkirche

Gib Frieden! MISEREOR-Fastenaktion 2020 eröffnet

Pressemeldung am 02.03.2020

Eroeffnungsgottesdienst MISEREOR Fastenaktion Harms 02 info-icon-20px Copyright: Harms / MISEREOR

Mit einem festlichen Gottesdienst ist am 1. März im Erfurter Dom die Fastenaktion 2020 von MISEREOR eröffnet worden. Unter dem Motto "Gib Frieden!" richtet das katholische Werk für Entwicklungszusammenarbeit den Fokus auf den Krieg in Syrien und die Auswirkungen auf das Nachbarland Libanon.

Dort rin­gen MISE­RE­OR-Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen in einer aus­weg­los schei­nen­den Situa­ti­on um ein fried­li­ches und respekt­vol­les Mit­ein­an­der und hel­fen den Men­schen, wie­der Lebens­mut und Kraft für die Bewäl­ti­gung des All­tags zu schöp­fen. MISE­RE­OR bit­tet daher um Unter­stüt­zung für sei­ne Arbeit und Spen­den für die Men­schen in Syri­en, Liba­non und weltweit.

In sei­ner Pre­digt beschrieb der Apos­to­li­sche Nun­ti­us in Syri­en, Kar­di­nal Mario Zena­ri ein­dring­lich das Leid der Men­schen, deren Leben nun schon seit fast neun Jah­ren von furcht­ba­rer Gewalt, Armut und Hoff­nungs­lo­sig­keit geprägt ist. Wäh­rend des ver­gan­ge­nen Win­ters sind allein fünf­zig Babys auf der Flucht vor der Schlacht um Bag­houz wegen schlech­ter Ernäh­rung, feh­len­der Was­ser­ver­sor­gung und Käl­te gestor­ben, man­che in den Armen ihrer Müt­ter, ande­re nach ihrer Ankunft im Lager von Al-Ho.” Bis heu­te erfrö­ren und ver­hun­ger­ten ver­las­se­ne Kin­der in zer­stör­ten Gebäu­den. Die Kir­che sei dazu auf­ge­ru­fen Feld­la­za­rett“ zu sein, um das Leid der Men­schen zu lin­dern. Der Kar­di­nal dank­te der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land für die Auf­nah­me der syri­schen Flücht­lin­ge und sprach sei­ne Wert­schät­zung für die Soli­da­ri­tät und Hil­fe in der Kriegs­re­gi­on aus, die von christ­li­chen Wer­ken wie MISE­RE­OR geleis­tet würde.

Gegen Gleichgültigkeit und Ignoranz

MISE­RE­OR-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Pir­min Spie­gel sag­te, dass über­all auf der Welt Gewalt und Kon­flik­te eska­lier­ten. Frie­den ist ein fra­gi­les Gut gewor­den. Die Kli­ma­fra­ge, Flucht­be­we­gun­gen, Ungleich­heit, Armut und Hun­ger — all das sind Bedin­gun­gen, ob Frie­den gelin­gen kann oder auch nicht”. Der Krieg in Syri­en und die Aus­wir­kun­gen auf die Nach­bar­län­der stell­ten für die Men­schen vor Ort eine Kata­stro­phe dar. Das Leit­wort der MISE­RE­OR-Fas­ten­ak­ti­on 2020 sei daher auch ein Aus­druck der Ohn­macht von Men­schen in einer Regi­on, die seit vie­len Jah­ren kei­nen Frie­den fin­det. Zugleich ist es ein Zuruf an uns, gegen Gleich­gül­tig­keit und Igno­ranz und für ein Enga­ge­ment für den Frieden.”

Einsatz für ein friedliches Zusammenleben in Deutschland

Beim anschlie­ßen­den Emp­fang im Erfur­ter Rat­haus appel­lier­te der Ober­bür­ger­meis­ter von Erfurt, Andre­as Bau­se­wein, an die Men­schen in Erfurt und in ganz Deutsch­land, sich für ein fried­li­ches Zusam­men­le­ben ein­zu­set­zen. Wir kön­nen uns glück­lich schät­zen, in unse­rem Land ein Leben in Frie­den und Frei­heit zu füh­ren. Das ist kein Natur­ge­setz. Es ist daher unse­re Auf­ga­be dafür zu sor­gen, dass Men­schen, die vor Krieg und Gewalt flie­hen müs­sen bei uns eine Hei­mat finden.” 

Der Erfur­ter Bischof Ulrich Ney­meyr sag­te mit Blick auf die aktu­el­le Lage in Syri­en: Es ist erschre­ckend, dass wie­der ein­mal Men­schen als Ver­hand­lungs­mas­se zwi­schen Kriegs­par­tei­en ein­ge­setzt wer­den. Für uns Chris­ten ist es eine blei­ben­de Auf­ga­be, uns für den Frie­den und für ande­re Men­schen ein­zu­set­zen.” Man dür­fe die Men­schen, die vor Krieg und Gewalt flie­hen, nicht als Mas­se sehen, son­dern müs­se jedem ein­zel­nen Schick­sal gerecht werden.

Sammlung in allen katholischen Gemeinden

Bis Ostern wer­den zahl­rei­che Enga­gier­te in ganz Deutsch­land über die Arbeit von MISE­RE­OR berich­ten und mit Aktio­nen wie dem Soli­brot-Ver­kauf, Cof­fee-Stopps und Soli­da­ri­täts­läu­fen um Spen­den wer­ben. Auch Reprä­sen­tan­ten der MISE­RE­OR-Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen aus Syri­en und dem Liba­non berich­ten an vie­len Orten der Repu­blik über ihre Arbeit. Am 29.März, dem fünf­ten Fas­ten­sonn­tag, wird bun­des­weit in allen katho­li­schen Pfarr­ge­mein­den für MISE­RE­OR gesam­melt. Das Werk för­dert zur­zeit in rund 80 Län­dern über 2.800 Projekte.

Quel­le: Misereor