Jugend

HEILIG.SCHÜLER.SCHRIFT - Schüler schreiben die Bibel

Stefanie Hintermayr am 06.11.2019

191023_HEILIG-SCHUELER-SCHRIFT_Pilot-Lalling_foto4 info-icon-20px Foto: Stefanie Hintermayr

Rund 45 Schulen mit ein paar tausend Schülern werden von Januar bis April 2020 eine handgeschriebene Bibel anfertigen. Bischof Stefan Oster SDB wird das kunstvolle Gemeinschaftswerk im Juni feierlich segnen. Ein Projekt der Schulpastoral des Bistums Passau und der Stiftung Papst-Geburtshaus.

HEILIG.SCHÜLER.SCHRIFT: Das gro­ße Pro­jekt der Schul­pas­to­ral und der Stif­tung Geburts­haus Papst Bene­dikt XVI. 2019/2020. Ein paar tau­send Schü­le­rIn­nen im gan­zen Bis­tum Pas­sau wer­den alle vier Evan­ge­li­en von Hand schrei­ben, in Sum­me ca. 750 Sei­ten. Jede Schul­klas­se der rund 45 teil­neh­men­den Schu­len steu­ert drei Bögen, also 12 Sei­ten zu der gro­ßen Gemein­schafts­bi­bel bei. War­um? Bei HEILIG.SCHÜLER.SCHRIFT geht es dar­um, dass sich die Schü­ler auf beson­de­re Art und Wei­se mit der Bibel aus­ein­an­der­set­zen, sich Wort für Wort, Satz für Satz und Abschnitt für Abschnitt mit Tei­len aus den Evan­ge­li­en inten­siv beschäf­ti­gen. Pilot­schu­le ist die Grund­schu­le Lal­ling. Dort haben die Schü­ler und Schü­le­rin­nen der 2. Klas­se schon flei­ßig an der Bibel geschrie­ben. In Beglei­tung von Erd­mu­te Fischer, Refe­ren­tin für Schul­pas­to­ral im Bis­tum Pas­sau, hat Ste­fa­nie Hin­ter­mayr den flei­ßi­gen Schrei­ber­lin­gen über die Schul­ter geschaut:

Die Grund­schu­le Lal­ling lie­fert als Pilot­schu­le wert­vol­le Erfah­run­gen für die ande­ren teil­neh­men­den Schu­len (aller Schul­ar­ten). Offi­zi­el­ler Start­schuss ist aber erst im Janu­ar. Bis Ende April wird dann an der Bibel geschrie­ben. Im Mai wird sie gebun­den. Und im Juni 2020 wer­den ein­zel­ne Schü­ler-Ver­tre­ter Bischof Ste­fan Oster SDB die hand­ge­schrie­be­ne und kunst­voll gestal­te­te Hei­li­ge Schrift fei­er­lich über­rei­chen. Er wird das Gemein­schafts­werk seg­nen. Schließ­lich soll mit der Wan­der­bi­bel auch gear­bei­tet wer­den — Sie wird von Schu­le zu Schu­le (im Bis­tum) weitergegeben.

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Hintergründe zu Handschriften

Im Mit­tel­al­ter bestand ein hoher Bedarf an Bibel­ab­schrif­ten. Die­se wur­den mit einer beson­de­ren Form von Schön­schrift, der sog. Kal­li­gra­fie (griech. kal­los f. Schön­heit) erstellt. Beson­ders wich­ti­ge Schrift­stü­cke wur­den neben der Kal­li­gra­fie mit Minia­tur­ma­le­rei­en, schmü­cken­den oder bewohn­ten Initia­len ver­ziert. In einer Schreib­stu­be herrsch­te Arbeits­tei­lung. Es gab Schrei­ber, die sich nur auf den Text kon­zen­trier­ten. So wur­de noch kein Titel­blatt erstellt. Mit einem Falz­bein oder durch klei­ne Löcher im Papier wur­den die Sei­ten liniert. Der Vor­teil war, dass Vor­der- und Rück­sei­te dadurch deckungs­gleich waren. Nach dem Schrei­ber kam der sog. Rubri­ka­tor an die Rei­he. Er hat mit roter (lat. ruber) Tin­te die Kapi­tel­über­schrif­ten geschrie­ben und die ers­ten Buch­sta­ben mit roten oder blau­en Stri­chen mar­kiert. Dann erst kam der Buch­ma­ler zum Zug. Er hat die Sei­ten schließ­lich mit den kunst­vol­len Minia­tu­ren oder Initia­len bemalt.

Dr. Hans-Peter Eggerl

Dr. Hans-Peter Eggerl

Leitung Hauptabteilung Schulen und Hochschule

Erdmute Fischer

Erdmute Fischer

Referentin für Schulpastoral