Soziales

"Ich musste helfen!"

BAY am 29.03.2022

Hilfsprojekt Ukraine Simon 1a Foto: Bayer / pbp
Pfarrer Richard Simon neben einem großen Stapel Kartons von Sachspenden in der Garage des Pfarrheims. Er ist dankbar und überwältigt von der Spendenbereitschaft der Menschen in seinem Pfarrverband.

Ein engagierter Pfarrer aus Winzer im Landkreis Deggendorf hat bereits mehr als 30 Hilfstransporte in die Ukraine geschickt und über 80.000 Euro an Spendengelder für die Menschen im Kriegsgebiet gesammelt. Ein Interview mit einem Mann, der nicht nur aus christlicher Nächstenliebe helfen wollte, sondern der gar nicht anders konnte, als den unter Kriegsfolgen leidenden Menschen in der Ukraine zu helfen.

Herr Pfar­rer Simon, Sie haben in den letz­ten Wochen medi­al viel Auf­merk­sam­keit mit Ihrem Hilfs­pro­jekt für die Ukrai­ne erzeugt, wie ist die­se Initia­ti­ve entstanden?

Ich hab seit Jah­ren Kon­tak­te in die Ukrai­ne, mein Groß­va­ter hat dort als deut­scher Sol­dat gekämpft und ist 1944 gefal­len. Vor etwa 10 Jah­ren hat der Volks­bund deut­scher Kriegs­grä­ber­für­sor­ge sei­ne Erken­nungs­mar­ke gefun­den, das heißt wir haben sei­ne Gebei­ne auch gefun­den und er ist in Kiew auf einem gro­ßen Sol­da­ten­fried­hof beer­digt und da war ich eben das ers­te Mal in der Ukrai­ne und seit dem bin ich regel­mä­ßig, min­des­tens ein wenn nicht sogar zwei oder drei­mal im Jahr in der Ukrai­ne und ver­su­che den Men­schen zu hel­fen und ihnen beizustehen.

Hören Sie hier das bewegende Interview mit Pfarrer Richard Simon:

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Die Ukrai­ne ist ein wun­der­schö­nes Land und vor dem Krieg war ich ger­ne dort. Jetzt hat sich das natür­lich total ver­än­dert… aber als ich gehört habe, dass der Krieg aus­ge­bro­chen ist, war mir klar, dass ich sofort was tun muss. Und dann hat sich das alles ganz spon­tan ent­wi­ckelt. Ich hab mir gedacht, naja das wird viel­leicht ein Trans­por­ter oder zwei und damit ist Schluss. Ich hab mir auch gedacht, viel­leicht wer­den die Leu­ten ein biss­chen was spen­den… 2.000 oder 3.000 Euro.

Mitt­ler­wei­le ist das drei­ßigs­te Auto los­ge­fah­ren und wir haben schon 80.000 Euro Spen­den plus unzäh­li­ge Ton­nen an Sach­spen­den in die Ukrai­ne schi­cken kön­nen. Es war also alles ganz spon­tan und ohne zu über­le­gen hab ich ganz ein­fach gehan­delt und nach und nach hat es jetzt Struk­tu­ren ange­nom­men, das läuft jetzt alles sehr orga­ni­siert und sehr diszipliniert.

„… als der ukrai­ni­sche Bür­ger­meis­ter von Javo­riv uns beim Abschied umarm­te fing er an zu wei­nen und auch wir konn­ten unse­re Trä­nen nicht zurückhalten.”

Pfarrer Richard Simon

Vie­le jun­ge Men­schen, die mit der Kir­che gar nichts am Hut haben, kom­men zu mir und fra­gen wie sie hel­fen können.”

Pfarrer Richard Simon
Interview Pfarrer Simon Foto: Richard Simon
Pfarrer Richard Simon vom Pfarrverband Winzer beim Interview mit Redakteur Wolfgang-Christian Bayer.

Ein Mann der Tat — der hilft zu helfen

Falls Sie Pfar­rer Richard Simon bei sei­nem Hilfs­pro­jekt für die Ukrai­ne mit Geld- oder Sach­spen­den unter­stüz­ten möch­ten, kön­nen Sie sich unter der Tele­fon­num­mer 0151 41676405 direkt an ihn wenden.

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