Bistum

Pater Heinrich Grumann: Abschied

Stefanie Hintermayr am 12.02.2020

200203 Interview Pater Heinrich SLW hp info-icon-20px Foto: Stefanie Hintermayr

Nach 35 Jahren verabschiedet sich P. Heinrich Grumann als Präses des Seraphischen Liebeswerks (SLW) Altötting. Jahrzehntelang hat er sich für Kinder und Jugendliche in Bayern und Uganda (Ostafrika) engagiert. Im Interview blickt er zurück und nach vorn.

Mit 82 Jah­ren braucht man kei­ne gro­ße Auf­ga­be mehr”, meint Pater Hein­rich Gru­mann, Noch-Prä­ses” des Sera­phi­schen Lie­bes­werks (kurz: SLW) Alt­öt­ting. Ins­ge­samt hat das 125-Jah­re-alte Kin­der­hilfs­werk der Kapu­zi­ner sie­ben Stand­or­te in Bay­ern und küm­mert sich um jun­ge Men­schen, die beson­de­rer Betreu­ung und För­de­rung brau­chen. Nach 35 Jah­ren an der Spit­ze wird Pater Hein­rich also jetzt am 15. Febru­ar von der SLW-Fami­lie in Alt­öt­ting fei­er­lich ver­ab­schie­det. Vie­les hat sich in die­sen 35 Jah­ren in dem Kin­der­hilfs­werk getan, hier in Bay­ern und in Ugan­da (Ost­afri­ka). Im Inter­view blickt er zurück — und auch nach vorn:

Kurzer Rückblick

In den letz­ten 35 Jah­ren hat sich wohl mehr ver­än­dert als in den 100 Jah­ren zuvor, seit es das SLW gibt”, meint der Kapu­zi­ner­pa­ter. Hier die wesent­lichs­ten Veränderungen:

  • Kin­der­be­treu­ung: Die Zahl der betreu­ten Kinder/​Jugendlichen hat sich ver­drei­facht auf heu­te rund 1.600, eben­so die Zahl der Mit­ar­bei­te­rIn­nen auf rund 800.
  • Betreu­ungs-/För­der­an­ge­bo­te: Die Ange­bots­pa­let­te des SLW ist deut­lich brei­ter gewor­den. Heu­te gibt es z.B. Sozi­al- und Heil­päd­ago­gik sowie diver­se the­ra­peu­ti­sche Grup­pen. Ursprüng­lich waren die Hei­me eher Schülerinternate.
  • Tages­be­treu­ung: Heu­te bie­tet das SLW Ganz­tags­be­treu­ung in Kin­der­hort, Kin­der­gar­ten, Kin­der­krip­pe und der ambu­lan­ten Fami­li­en­hil­fe an.
  • Neue Ein­rich­tun­gen: Das Päd­ago­gi­sche Zen­trum St. Josef in Pars­berg und das Kin­der­heim St. Josef in Traun­stein sind neu dazugekommen.
  • Lei­tung und päd­ago­gi­sche Arbeit: Heu­te wir­ken kei­ne Ordens­schwes­tern mehr im SLW, im Gegen­satz zu frü­her. Da waren es vor allem die Mal­lers­dor­fer Schwes­tern, die päd­ago­gisch gear­bei­tet und auch gelei­tet haben.

Engagement in Uganda

Beson­ders enga­giert hat sich Pater Hein­rich, neben den SLW-Ein­rich­tun­gen in Bay­ern, in Ugan­da. Die­ses Kin­der­hilfs­pro­jekt ist vor 27 Jah­ren zustan­de gekom­men. Viel Gutes konn­te seit­her mit den Spen­den­gel­dern bewirkt wer­den. So wur­de bei­spiels­wei­se das Kin­der­heim St. Cla­re für rund 150 Kin­der gebaut. Und erst vor Kur­zem wur­de die Bru­der-Kon­rad-Berufs­schu­le ein­ge­weiht, erzählt Pater Hein­rich stolz von sei­ner jüngs­ten Ugan­da-Rei­se vor drei Mona­ten. Vie­le ehe­ma­li­ge Kin­der sind jetzt Kran­ken­schwes­ter, Leh­rer, Wirt­schaft­ler oder gar Aka­de­mi­ker. Deren Dank­bar­keit und Freu­de ist unglaublich.”

Es ist wirk­lich eine gro­ße Freu­de, wenn man sieht, was da alles gewor­den ist und wie die afri­ka­ni­schen Schwes­tern das alles voranbringen.”

P. Heinrich Grumann

Kurzer Ausblick

Dem SLW Alt­öt­ting will Pater Hein­rich auch nach sei­ner Ver­ab­schie­dung als Prä­ses ver­bun­den blei­ben, zumin­dest geis­tig. Ich blei­be ja hier in St. Mag­da­le­na. Da wer­de ich viel beten, dass das Sera­phi­sche Lie­bes­werk in eine gute Zukunft geht”, bekräf­tigt er. Sei­nem Nach­fol­ger Bru­der Mari­nus Par­zin­ger wünscht er alles Gute für die Zukunft: Ich wün­sche ihm, dass er das mit guter Hand wei­ter­lei­tet. Ich weiß ja, dass er per­sön­lich dahin­ter steht. Dass es etwas Gutes wird, kommt von selbst.”