Bistum

„Das Wort Krise bedeutet Wendepunkt und Entscheidung.“

Wolfgang-Christian Bayer am 31.12.2019

191231 Jahresabschlussgottesdienst 8low info-icon-20px Foto: Wolfgang-Christian Bayer

Bischof Stefan hat im Hohen Dom zu Passau zusammen mit dem Domkapitel und vielen Gläubigen in einer Pontifikalandacht auf das vergangene Jahr zurückgeblickt. In seiner Predigt betrachtete er das sich wandelnde politische und meteorologische Klima und ersuchte die Gläubigen mehr Nächstenliebe im Alltag zu zeigen.

Mit einer fei­er­li­chen Pon­­ti­­fi­­kal-Andacht am Sil­ves­ter­abend ver­ab­schie­de­te Bischof Oster zusam­men mit dem Dom­ka­pi­tel, dem Dom­chor und den Dom­blä­sern das Jahr 2019. Mit einer tie­fen Reflek­ti­on über die das Jahr 2019 prä­gen­den Wor­te Kli­ma“ und Kri­se“, bezog er in sei­ner Pre­digt Stel­lung zu den aktu­el­len gesell­schaft­li­chen The­men. Die Sor­ge um das Kli­ma trei­be vie­le, vor allem jun­ge Men­schen um, so der Bischof und rich­te­te sei­nen Blick in beson­de­rer Wei­se auf die ohne­hin schon Hilfs­be­dürf­ti­gen der Welt. 

Wo die Schöp­fung geschän­det wird, lei­det der Mensch und die Armen unter ihnen am meisten.”

Bischof Stefan

Es sei jedoch nicht nur um das meteo­ro­lo­gi­sche Kli­ma nicht gut bestellt, son­dern auch um das poli­ti­sche und media­le Kli­ma. Die gesell­schaft­li­che Ver­un­si­che­rung wach­se bestän­dig und die Sehn­sucht nach star­ken, ent­schluss­kräf­ti­gen Füh­rungs­ge­stal­ten nimmt zu“, so Bischof Ste­fan. Emo­tio­nen und Pola­ri­sie­rung erhö­hen Klick­zah­len und Likes“, The­men wür­den best­mög­lich zuge­spitzt um in der Flut der Infor­ma­ti­ons­häpp­chen von den Medi­en­kon­su­men­ten wahr­ge­nom­men wer­den zu kön­nen. Das media­le Kli­ma wird rau­er und trägt auch in der Gesell­schaft allent­hal­ben zu Pola­ri­sie­run­gen bei… und der Drang mög­lichst schnell zu sein, ver­schärft die Oberflächlichkeit.“

“…wo wir sein wol­len, wie alle ande­ren auch… da wer­den wir wie das Salz sein, das schal gewor­den ist.”

Bischof Stefan

Abschlie­ßend bit­te­te Bischof Ste­fan dar­um mit Hil­fe von Jesus, dem Frie­dens­kö­nig, ein Kli­ma des Frie­dens zu schaf­fen. Wo er wirk­lich die Mit­te ist, da wach­sen Frie­den und Ein­heit.“ Gleich­zei­tig warn­te er jedoch auch dem Anpas­sungs­druck der moder­nen Gesell­schaft nach­zu­ge­ben und infol­ge­des­sen nach einer mög­li­chen Ver­ein­bar­keit mit dem Chris­ten­tum zu suchen. Wo wir den Kern preis­ge­ben, wo wir auf­hö­ren zu glau­ben, dass Jesus wirk­lich da ist und in sei­ner Lie­be auch unser Leben tra­gen und ver­än­dern will, wo wir auf­hö­ren, ihn anspruchs­voll sein zu las­sen, wo wir sein wol­len, wie alle ande­ren auch… da wer­den wir wie das Salz sein, das schal gewor­den ist.”

Eine Kri­se sei von ihrer wört­li­chen Bedeu­tung aus dem Grie­chi­schen immer auch ein Wen­de­punkt und eine Ent­schei­dung, erklär­te Bischof Oster und lud die Gläu­bi­gen ein, im neu­en Jahr Ver­zicht zu üben in Bezug auf Pole­mik und Hass­bot­schaf­ten. Auf ande­re Men­schen zuzu­ge­hen, von denen man glau­be, dass sie einen nicht mögen und sich bei schwie­ri­gen Per­so­nen gene­rell immer wie­der die Fra­ge zu stel­len: War­um Jesus die­sen Men­schen min­des­tens so gern hat wie mich selbst.“

Hier die ganze Predigt zum Nachlesen: