Jugend

Ehrenamtliche gewinnen – Jugendseelsorgetagung

Stefanie Hintermayr am 24.02.2022

432 A3347 1 Foto: Stefanie Hintermayr/pbp

„Wo sands denn…?“ – Unter diesem Motto haben sich die rund 60 TeilnehmerInnen der Jugendseelsorgetagung intensiv mit dem Thema Ehrenamt auseinandergesetzt. Die in der Jugendarbeit der Kirche von Passau Beschäftigten haben sich am 23./24. Februar zudem mit der Firmung befasst – und sich darüber auch mit Bischof Stefan Oster ausgetauscht.

Aus­bil­de­rIn­nen im päd­ago­gi­schen sowie im theo­lo­gisch-päd­ago­gi­schen Bereich, Pries­ter und Dia­ko­ne, PastoralassistentInnen/​‑refe­ren­tIn­nen und GemeindeassistentInnen/​‑refe­ren­tIn­nen: All die­se Berufs­grup­pen, alle­samt haupt­amt­lich Beschäf­tig­te bei der Kir­che von Pas­sau, waren am 23. und 24. Febru­ar ins Haus der Jugend Pas­sau-Ober­haus gekom­men zur dies­jäh­ri­gen Jugend­seel­sor­ge­ta­gung. Die bei­den The­men Fir­mung und Ehren­amt bestimm­ten die Tagung. Zwei The­men, bei denen es in ers­ter Linie um die eine Ziel­grup­pe geht: Jugend­li­che – und damit die Kir­che von mor­gen“. Und die liegt Bischof Ste­fan Oster sehr am Her­zen, sodass er sich auch ger­ne Zeit genom­men hat, beim zwei­ten Tag mit dem Fokus auf das Ehren­amt dabei zu sein. Das freut uns natür­lich sehr“, so Jugend­pfar­rer Wolf­gang de Jong bei der Begrü­ßung. Im Team mit Jugend­re­fe­rent Wolf­gang Schurr und den bei­den Jugend­seel­sor­gern Nick Pfeif­fer und Johan­nes Gei­er hat er die Jugend­seel­sor­ge­ta­gung organisiert.

Kirche – Ort der Talente

Ich beschäf­ti­ge mich schon sehr lan­ge mit dem The­ma Ehren­amt“, begrüß­te die Nürn­ber­ger Pro­fes­so­rin Doris Rosen­kranz die Teil­neh­me­rIn­nen zu Beginn Ihres Vor­trags. Sie unter­rich­tet an der Tech­ni­schen Hoch­schu­le Nürn­berg u.a. im Stu­di­en­fach Sozio­lo­gie. Die Zukunft sieht nicht so rosig aus und gleicht eher einem zar­ten Pflänz­chen“, beton­te sie ein­gangs. Das frei­wil­li­ge, unent­gelt­li­che, gemein­wohl­ori­en­tier­te, an Insti­tu­tio­nen (wie dem Bis­tum Pas­sau) gebun­de­ne Ehren­amt sei schließ­lich kei­nes­falls selbst­ver­ständ­lich. Sie ver­wies auf sechs grund­le­gen­de The­sen. Ehren­amt ist nicht selbst­ver­ständ­lich, kein Ersatz für Haupt­amt, kein Spar­mo­dell”, hat eige­ne Qua­li­tät, braucht gute Infra­struk­tur und Rah­men­be­din­gun­gen, braucht Geld, Zeit und Personal.

War­um also soll­te sich ein jun­ger Mensch ehren­amt­lich enga­gie­ren? Aktu­el­le Stu­di­en beleg­ten, so Rosen­kranz, dass die Haupt­mo­ti­va­ti­on die Freu­de an der Tätig­keit sei. Der Altru­is­mus, etwas für und mit ande­ren zu machen, schwingt hier natür­lich immer mit“, merk­te die Pro­fes­so­rin an. Zudem moti­vier­ten, etwas zum Gemein­wohl bei­zu­tra­gen und etwas Gutes zu tun, (Zusatz-)Qualifikationen zu erwer­ben und die sog. Selbst­wirk­sam­keit. Sich selbst ein­zu­brin­gen und damit etwas zu gestal­ten bzw. sei­nen Teil bei­zu­tra­gen sei maß­geb­lich für die Ent­schei­dung zum Ehren­amt, so Rosen­kranz. Posi­tiv stim­men kön­ne die Tagungs­teil­neh­mer, dass laut Stu­die 82 Pro­zent der 14- 29-Jäh­ri­gen sicher“ oder zumin­dest viel­leicht“ ein Ehren­amt aus­üben woll­ten. Das höchs­te Poten­ti­al hat die Alters­grup­pe, die Sie im Blick haben.“ Hin­ge­gen sei­en jun­ge Men­schen mit bestimm­ten Qua­li­tä­ten wie bei­spiels­wei­se guter Bil­dung ein knap­pes Gut“, mein­te Rosen­kranz. Die wer­den von den Insti­tu­tio­nen stark umworben.“

Wie also kön­nen Jugendliche/​jun­ge Erwach­se­ne neu fürs Ehren­amt gewon­nen wer­den, lau­te die zen­tra­le Fra­ge­stel­lung. In einer Zeit, in der jun­ge Men­schen viel Zeit mit digi­ta­len Medi­en ver­brin­gen, sei das durch­aus eine Zukunfts­auf­ga­be. Aber eine mög­li­che, wenn es gelin­ge, sozia­le Medi­en wie bei­spiels­wei­se Insta­gram mit dem Ehren­amt zu ver­bin­den, erklär­te die Pro­fes­so­rin. Not­wen­dig ist ein Per­spek­tiv­wech­sel!“ Der Fra­ge, was die künf­tig Enga­gier­ten wol­len, müs­se man sich unbe­dingt stel­len – Stich­wort Frei­wil­li­gen­ma­nage­ment. Es gel­te, ein attrak­ti­ves Ange­bots­päck­chen“ zu schnü­ren, das man den am Ehren­amt Inter­es­sen­ten über­ge­ben möch­te. Sie schloss mit ihrer zen­tra­len Anmer­kung: Was Men­schen wol­len, ist gese­hen zu wer­den – ganz im Sin­ne der Selbst­wirk­sam­keit.“ Mit all sei­nen Ehren­amt­li­chen sei die Kir­che schließ­lich auch ein Ort der Talente“.

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