Bistum

„Liebe und dann tu, was du willst“

Redaktion am 29.03.2024

Karfreitag 2024 11 Foto: Tamina Friedl / pbp

Am Karfreitag versammelten sich zahlreiche Gläubige um 15 Uhr im Dom, um dem Leiden und Sterben Jesu zu gedenken. Gemeinsam wurde zuerst ein Wortgottesdienst gefeiert, und im Anschluss daran wurde die Passionsgeschichte gehört, ehe das Kreuz enthüllt wurde und die Gläubigen das Kreuz verehrten.

Der Mensch hat von Gott Frei­heit geschenkt bekom­men, auch in die­sem para­die­si­schen Gar­ten zu wir­ken. Der Mensch ist frei, und an die­ser Frei­heit setzt das gro­ße Pro­blem an“, so Oster. Denn es gibt die­se eigen­ar­ti­ge, geis­ti­ge Wesen­heit“, die in der Schöp­fungs­ge­schich­te als Schlan­ge dar­ge­stellt wird oder in der Schrift immer wie­der als der Durch­ein­an­der­wer­fer, der Satan, der Anklä­ger oder auch der Lüg­ner“ auf­taucht. Die­ses Wesen kommt den Men­schen des Para­die­ses nahe und führt sie in Ver­su­chung, die Gren­zen die­ser Frei­heit zu über­schrei­ten. Ist Gott so gut, wenn er dir das Eigent­li­che nicht gönnt, dass du selbst über Gut und Böse für dich ent­schei­den darfst?“, fragt die Schlan­ge. Der Mensch lässt sich ver­füh­ren und die Schrift erzählt, dass der Mensch von da an ein ganz ande­rer ist. Mit allen Ambi­va­len­zen, die wir ken­nen. Wun­der­bar geschaf­fen und auf das Gro­ße aus­ge­rich­tet auf der einen Sei­te. Und gleich­zei­tig schafft er über­all auf der Welt Elend, Leid, Lüge, Hass und Mord und Tot­schlag, Krieg, Bit­ter­keit und Eifersucht. 

Der Mensch ist eine Tragödie.”

Bischof Stefan Oster

Bischof Ste­fan nann­te den Gläu­bi­gen Bei­spie­le, wie die von Gott geschenk­te Frei­heit ver­stan­den wer­den kann. Lie­be und dann tu, was du willst“, sag­te der Hei­li­ge Augus­ti­nus 400 Jah­re nach Chris­tus qua­si als ein Grund­ge­setz christ­li­chen Han­delns.“ Als Bischof sei er selbst jemand, der Men­schen im Beruf ger­ne Ver­ant­wor­tung über­gibt und lässt. Weil er auf sei­ne Mit­ar­bei­ten­den ver­traue. Wenn die Atmo­sphä­re in einem Team, das beruf­lich mit­ein­an­der unter­wegs ist, stimmt, dann geht man ger­ne hin und man tut in Frei­heit und guter Qua­li­tät sei­ne Arbeit.“ Wenn jedoch jemand dabei ist, der die­se Frei­heit für sich aus­nutzt, sich da und dort Vor­tei­le her­aus­nimmt oder die ande­ren sei­ne Arbeit tun lässt, dann ent­ste­hen Miss­trau­en und Miss­gunst. Dann bin ich als Lei­ter ver­pflich­tet, zu han­deln und zu sank­tio­nie­ren.“ Man fällt aus der Frei­heit des guten Mit­ein­an­ders her­aus, und der, der lei­tet, wird wahr­ge­nom­men als jemand, der kon­trol­liert oder womög­lich sogar bestraft. So sei auch der Mensch aus der ursprüng­li­chen Ver­trau­ens­be­zie­hung zu Gott her­aus­ge­fal­len, mit der dra­ma­ti­schen Kon­se­quenz, dass er sich vom geis­ti­gen Leben abge­schnit­ten hat und jetzt nur noch sein bio­lo­gi­sches Leben hat und er tot­ge­weiht ist“.

Die Sucht nach Macht, nach Aner­ken­nung, nach ego­zen­tri­schem Fest­hal­ten an die­ser Welt, nach Glück, das brin­ge uns alles nicht nach Hau­se. Jesus will uns zu ver­ste­hen geben, dass der, der uns geschaf­fen hat, wirk­lich ein Vater ist. Und dass er – Jesus — uns nach Hau­se füh­ren will.“ Er hat alles auf sich genom­men, ver­schlun­gen und ver­wan­delt, damit alles, was uns ver­skla­ven, uns mit Schmerz und Leid bedro­hen will und was uns hin­dert zu lie­ben, nie mehr das letz­te Wort hat, beton­te Bischof Ste­fan. Die Schrift und die Zeug­nis­se der gro­ßen Glau­ben­den zei­gen: wenn wir immer wie­der auf­ste­hen und bei ihm blei­ben, dann wer­de der ande­re und das ande­re in uns nie gewin­nen. Dann leben wir mit ihm immer im Sieg. Wir müs­sen die Kar­frei­ta­ge unse­res Lebens aus­hal­ten, und wir gehen dem ganz gro­ßen Frie­den ent­ge­gen.“

Musi­ka­lisch gestal­tet wur­de der Got­tes­dienst und ins­be­son­de­re der Vor­trag der Pas­si­ons­ge­schich­te vom Vokal­ensem­ble Cap­pel­la Cathe­dra­lis unter der Lei­tung von Dom­ka­pell­meis­ter Andre­as Unterguggenberger.

Die Predigt zum Nachhören finden Sie hier:

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