Das katholische Leben in Malawi unterscheidet sich von dem in Deutschland. Zu den Pfarreien, die sich meist über große Flächen erstrecken, gehören zahlreiche “Gebetsstationen“, die über das gesamte Pfarrgebiet verteilt sind (mindestens 20 pro Pfarrei). Da es meist nur einen bis zwei Priester gibt, werden diese Zentren von Katechisten betreut. Sie leiten Wortgottesdienste, unterweisen Kinder und Erwachsene in Sonntagsschulen im Glauben und gestalten ein vielfältiges pastorales Programm.
Diese Katechisten werden in Katechistenzentren ausgebildet. Die Ausbildung dauert in der Regel ein Jahr. Während dieser Zeit wechseln sich Ausbildungsphasen im Zentrum mit praktischen Einsätzen in den Pfarreien ab.
Eines dieser Zentren besuchte die Delegation am Mittwochvormittag. Es befindet sich auf über 2.100 Metern Höhe in Misuku im Distrikt Chitipa. Neben einem Einblick in die Arbeit des Zentrums wurde auf eine besondere Herausforderung aufmerksam gemacht: Viele Menschen in der Region glauben noch stark an Hexerei und Zauberkraft. Personen werden als Hexen bezeichnet, ausgegrenzt und stigmatisiert, bis dahin, dass sie wegen des Verdachts auf Hexerei getötet werden. Hier will das Ausbildungszentrum in Zukunft stärker ansetzen und wirkt dem Aberglauben entgegenwirken Die Katechisten werden darin geschult, die katholische Lehre zu diesem Thema zu kennen, zu vermitteln, Ängste abzubauen und Betroffene zu schützen.
Dem Zentrum angeschlossen sind eine Kaffee‑, Sojabohnen- und Bananenfarm. Durch diese Landwirtschaft werden nachhaltig Einnahmen für die Diözese erwirtschaftet, um Menschen und Projekte in den verschiedenen Regionen langfristig unterstützen zu können. Neben der Plantage in den Bergen gehört zum Bistum eine weitere Farm, die Chipunga Farm in Nkhatabay. Dort werden ebenfalls Kaffee, Sojabohnen, Bananen und Macadamianüsse angebaut.
Redaktion: Susanne Simperl, Tamina Friedl






