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Das glauben wir

KDFB Passau hat sich am Weltmissionsmonat beteiligt

Pressemeldung am 27.10.2020

Oktober20 weltmissionsmonat kdfb1 info-icon-20px Foto: Mareen Maier / KDFB
Über den gelungen Begegnungsabend freuten sich (v.l.) Hildegard Weileder-Wurm, Geistliche Begleiterin des KDFB-Diözesanverbandes Passau, missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber, Bischof Jonas Dembélé, Bischof von Kayes/Mali, Passaus Bischof Dr. Stefan Oster SDB sowie die KDFB-Diözesanvorsitzende Bärbel Benkenstein-Matschiner.

„Selig, die Frieden stiften – Solidarisch für Frieden und Zusammenhalt“ – unter dieses Leitwort hat missio den Monat der Weltmission im Oktober gestellt. Gastgeber für die zahlreichen Veranstaltungen war das Bistum Passau. Auch der Diözesanverband des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) hat sich an der größten Solidaritätsaktion von Katholiken weltweit beteiligt.

Den inter­re­li­giö­sen Dia­log vor­an­brin­gen und für den Frie­den beten – die­se bei­den Punk­te waren für den Frau­en­bund zen­tra­le Eck­pfei­ler des Enga­ge­ments. In die Tat umge­setzt wur­den die Vor­sät­ze bei einem Frie­dens­ge­bet in Pas­sau und bei Frau­en­gebets­ket­ten in Land­au an der Isar, Burg­hau­sen und Nie­der­al­teich. Da im Monat der Welt­mis­si­on der Fokus ins­be­son­de­re auf der Regi­on West­afri­ka lag, war es sehr erfreu­lich, dass trotz der Coro­na-Kri­se Gäs­te aus West­afri­ka an den Ver­an­stal­tun­gen teil­neh­men konn­ten. Bei der Frau­en­gebets­ket­te in Nie­der­al­teich bei­spiels­wei­se ermög­lich­te Bischof Jonas Dem­bé­lé, Bischof von Kayes/​Mali, Ein­bli­cke in das vor allem aus Nega­tiv-Schlag­zei­len bekann­te Mali. Krieg und Ter­ro­ris­mus wür­den das fried­li­che Mit­ein­an­der vor Ort enorm erschwe­ren, berich­te­te der Bischof mit­tels zwei­er Über­set­ze­rin­nen. Ins­be­son­de­re im Nor­den Malis herr­sche der Aus­nah­me­zu­stand, seit Isla­mis­ten den Hei­li­gen Krieg erklärt und gefor­dert hat­ten, dass die gesam­te Bevöl­ke­rung zu Mus­li­men wer­den sol­le. Doch vor Ort lebe die Hoff­nung auf Frie­den. Wie Bischof Jonas beton­te, funk­tio­nie­re das Zusam­men­le­ben zwi­schen Mus­li­men und Chris­ten an sich gut, auch wenn der Dia­log teil­wei­se mit Schwie­rig­kei­ten ver­bun­den sei. Wei­ter stell­te er her­aus, dass etwa 20 Mil­lio­nen Men­schen in Mali leben, wobei sich der Anteil der Chris­ten auf maxi­mal fünf Pro­zent belau­fe. Neben dem ste­ti­gen Bemü­hen um Frie­den sprach der Bischof wei­te­re zen­tra­le Her­aus­for­de­run­gen wie den Kampf gegen Kor­rup­ti­on und die Gerech­tig­keit inner­halb der Fami­li­en an. Zudem ermög­lich­te er bei sei­ner Prä­sen­ta­ti­on Ein­bli­cke in das all­täg­li­che Leben der Bevöl­ke­rung. Die katho­li­schen Schu­len stell­te er als wich­ti­ges Instru­ment her­aus, um schon den Kin­dern Tole­ranz und Offen­heit bei­zu­brin­gen. In der Schu­le wür­den kei­ne Unter­schie­de gemacht, weder bezo­gen auf die Reli­gi­on, noch auf das Geschlecht oder die Eth­nie. Nach den Aus­füh­run­gen von Bischof Jonas bestand die Mög­lich­keit zur Dis­kus­si­on. Auch der Pas­sau­er Bischof Dr. Ste­fan Oster SDB und mis­sio-Prä­si­dent Mon­si­gno­re Wolf­gang Huber brach­ten sich ger­ne ein. Im Anschluss kamen die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer zur Frau­en­gebets­ket­te zusam­men. Gemein­sam lie­ßen sie das Gehör­te Revue pas­sie­ren und rich­te­ten ihren Blick mit Hil­de­gard Wei­le­der-Wurm, Geist­li­che Beglei­te­rin des KDFB-Diö­ze­san­ver­ban­des Pas­sau, auf zwei zen­tra­le Fra­gen: Was hält mich wach für den Frie­den? Was lässt mei­ne Hoff­nung wach­sen? Das Tei­len der indi­vi­du­el­len Bei­trä­ge ermög­lich­te ein tie­fes Gefühl der Ver­bun­den­heit – trotz kör­per­li­cher Distanz und dem Tagen der Mas­ken, um den Coro­na-Schutz­vor­schrif­ten Rech­nung zu tragen. 

Oktober20 weltmissionsmonat kdfb3 info-icon-20px Foto: Mareen Maier

Zum Abschluss des Begeg­nungs­abends berich­te­te Jana Schmid, Prak­ti­kan­tin bei mis­sio, von ihren Erfah­run­gen als Frei­wil­li­gen­dienst­leis­ten­de im Sene­gal. Ihren Ein­satz muss­te sie wegen der Coro­na-Pan­de­mie im Früh­jahr über­stürzt abbre­chen, doch zuvor war sie sie­ben Mona­te vor Ort. Beim Blick auf die Rol­le der Frau­en stell­te die 19-Jäh­ri­ge fest, dass ein star­kes Gefäl­le zwi­schen Pflich­ten und Rech­ten herr­sche. In den meis­ten Fami­li­en ent­schei­de der Mann über wich­ti­ge Din­ge, wäh­rend sich die Frau­en um die Haus­ar­beit küm­mern, die Kin­der erzie­hen und gege­be­nen­falls zusätz­lich auf den Fel­dern arbei­ten. Man kann sagen, dass die Frau sehr viel leis­tet und ihr trotz­dem nur sehr weni­ge Rech­te zuge­spro­chen wer­den“, so Schmid. Zudem gebe es im Sene­gal noch immer Kin­der­ehen. Jun­ge Mäd­chen wür­den vor allem des­halb von ihren Fami­li­en ver­hei­ra­tet, weil dann der Ehe­mann für die Finan­zie­rung zustän­dig sei und nicht mehr die Fami­lie. Anders­her­um weiß man, dass jun­ge Män­ner die­se Ver­ant­wor­tung ein­mal tra­gen müs­sen. Des­halb ist es für die Fami­li­en oft nahe­lie­gend, eher dem Jun­gen eine Schul­bil­dung zu ermög­li­chen, falls die finan­zi­el­len Mög­lich­kei­ten eine Ent­schei­dung nötig machen“, so Schmid. Auch die KDFB-Diö­ze­san­vor­sit­zen­de Bär­bel Ben­ken­stein-Mat­schi­ner steu­er­te Ein­bli­cke bei. Sie hat­te im Febru­ar an einer Dele­ga­ti­ons­rei­se des Bis­tums Pas­sau in den Sene­gal teil­ge­nom­men und dort das Pro­jekt Clai­re Ami­tié“ ken­nen­ge­lernt. Bei dem Pro­jekt gehe es dar­um, dass Mäd­chen und jun­ge Frau­en, die nie eine Aus­bil­dung erfah­ren haben, eine Art Haus­wirt­schafts­schu­le besu­chen kön­nen und dort ler­nen, ihr Leben selbst zu bestrei­ten. Ben­ken­stein-Mat­schi­ner kün­dig­te an, dass der KDFB-Diö­ze­san­ver­band Pas­sau das Pro­jekt ab 2021 unter­stüt­zen wird.

Nur weni­ge Tage nach der Frau­en­gebets­ket­te in der Land­volks­hoch­schu­le Nie­der­al­teich hat­te der KDFB gemein­sam mit dem Refe­rat für Reli­gio­nen und Welt­an­schau­un­gen der Diö­ze­se Pas­sau zu einem Frie­dens­ge­bet in die Kir­che St. Niko­la ein­ge­la­den. Frie­den ist kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit. Doch er kann wach­sen, wenn wir uns begeg­nen und ken­nen­ler­nen, wenn wir mit­ein­an­der beten und uns zuhö­ren, wenn wir uns ach­ten und wert­schät­zen“, sag­te Bär­bel Ben­ken­stein-Mat­schi­ner zur Ein­füh­rung. Die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer bil­de­ten einen gro­ßen Kreis um ein Bild des Engels der Kul­tu­ren“. Ursprüng­lich soll­te das Gebet bei der Bodenin­tar­sie des Engels der Kul­tu­ren“ in der Fuß­gän­ger­zo­ne statt­fin­den. Den Engel der Kul­tu­ren‘ haben wir 2014 nach Pas­sau geholt – als blei­ben­des Zei­chen für Frie­den. Die Bodenin­tar­sie ver­eint die Sym­bo­le der drei abra­ha­mi­ti­schen Welt­re­li­gio­nen Juden­tum, Chris­ten­tum und Islam“, so KDFB-Bil­dungs­re­fe­ren­tin Tan­ja Kem­per. Auf Grund von Bau­ar­bei­ten in der Stadt muss­te das Frie­dens­ge­bet aller­dings in die Kir­che St. Niko­la umzie­hen. Wäh­rend Bischof Jonas vom inter­re­li­giö­sen Dia­log in Mali berich­te­te, gestal­te­ten die Mit­glie­der des Run­den Tischs der Reli­gio­nen“ das Frie­dens­ge­bet mit ver­schie­de­nen Bei­trä­gen. Nach jedem Impuls ver­knüpf­ten sie bun­te Bän­der, die schließ­lich einen gro­ßen Kreis erga­ben. Beglei­tet wur­de das Frie­dens­ge­bet von der Rhyth­mus- und Per­cus­siongrup­pe Takt­in­farkt“ aus Pfarrkirchen.

Text: Mareen Maier