Weltkirche

Kinderschutzkonferenz im Vatikan beendet

Armin Berger am 25.02.2019

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In Rom ist am Sonntag die viertägige Kinderschutzkonferenz zu Ende gegangen, zu der Papst Franziskus Bischöfe aus aller Welt eingeladen hatte.

In sei­ner Rede zum Abschluss der Kon­fe­renz beton­te der Papst: Das Ziel der Kir­che wird also sein, den miss­brauch­ten, aus­ge­beu­te­ten und ver­ges­se­nen Min­der­jäh­ri­gen, wo auch immer sie sich befin­den, zuzu­hö­ren, sie zu bewah­ren, zu schüt­zen und zu betreu­en.“ Er for­der­te wei­ter, den Opfern von Miss­brauch ist in jeder Hin­sicht Vor­rang ein­zu­räu­men” und er sag­te, dass die Kir­che kei­ne Mühen scheu­en wird, alles Not­wen­di­ge zu tun, um jeden, der sol­che Ver­bre­chen began­gen hat, der Jus­tiz zu unter­stel­len. Die Kir­che wird nie ver­su­chen, einen Fall zu ver­tu­schen oder unterzubewerten.”

Die Rede des Paps­tes rief unter­schied­li­che Reak­ti­on her­vor. Jesui­ten­pa­ter Hans Zoll­ner, Ange­hö­ri­ger der päpst­li­chen Kin­der­schutz­kom­mis­si­on im Vati­kan, beton­te nach dem Gip­fel: Kin­der­schutz gehö­re in der Prio­ri­tä­ten­lis­te ganz nach oben“. Mat­thi­as Katsch, Spre­cher der Betrof­fe­nen-Initia­ti­ve Ecki­ger Tisch sag­te nach einem Tref­fen mit Kar­di­nal Rein­hard Marx am Ran­de der Kin­der­schutz­kon­fe­renz: Die Betrof­fe­nen war­ten auf ein ein­deu­ti­ges Signal aus Rom!“

Kar­di­nal Rein­hard Marx, Vor­sit­zen­der der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz, äußert sich nach dem Ende des Anti-Miss­brauchs­gip­fels im Vati­kan zu den Ergeb­nis­sen des Spit­zen­tref­fens. Es ist ein wich­ti­ger Schritt nach vorn“, so sein Fazit. Wich­tig sei es, jetzt zu han­deln, denn man wer­de an den Taten gemes­sen, nicht an den Wor­ten, so Marx.

Auch Pas­saus Bischof Ste­fan Oster for­dert nach Ende der Kin­der­schutz­kon­fe­renz kon­kre­te Maß­nah­men in Angriff zu neh­men. Im Inter­view mit der Pas­sau­er Neu­en Pres­se sag­te er, über eine eige­ne kirch­li­che Gerichts­bar­keit für Miss­brauchs­fäl­le müs­sen wir reden, damit die Ver­fah­ren für Pries­ter nicht immer lang­wie­rig und zum Teil ergeb­nis­los über Rom lau­fen müs­sen.“ Dazu gehör­ten aber auch die Pro­fes­sio­na­li­sie­rung der Per­so­nal­ak­ten­füh­rung, hohe und kon­trol­lier­ba­re Stan­dards bei der Prä­ven­ti­on, unab­hän­gi­ge Anlauf- und Bera­tungs­stel­len, Auf­ar­bei­tung der sys­te­mi­schen Aspek­te, die Miss­brauch begüns­ti­gen und eine Über­prü­fung der Art und Wei­se, wie wir Betrof­fe­ne beglei­ten und entschädigen.“

Die Abschluss­re­de von Papst Fran­zis­kus ist doku­men­tiert bei VATI­CAN NEWS: Im Wort­laut: Papst Fran­zis­kus zum Schluss der Kin­der­schutz­kon­fe­renz.

(Bild: Armin Ber­ger; Ori­gi­nal­tö­ne KNA)