Soziales

Kooperationsnetzwerk „Trauer“ stelle neue Angebote vor

Sarah Joas am 29.10.2019

Oktober19_lichtblicke info-icon-20px KDFB
Vertreterinnen und Vertreter des Kooperationsnetzwerks Trauer präsentieren den aktuellen Flyer mit den neuen Themenangeboten (v.l.): Bettina Sturm und Alexandra Fuchs-Lüftl von der Caritas-Schwangerenberatung, Wolfgang Plail vom Referat Hospiz- und Trauerpastoral, KDFB-Trauerbegleiterin Hiltrud Tschirner, Monika Winter von der Telefon- und Notfallseelsorge, KDFB-Bildungsreferentin Tanja Kemper, Barbara Finke-Melke vom Hospizverein Passau, KDFB-Trauerbegleiterin Birgit Czippek, Walburga Westenberger vom Referat Frauen, Juscha Stuber-Kranixfeld vom Hospizverein sowie der evangelische Pfarrer Stephan Schmoll.

Was sagen, das wirklich tröstet? Wie Mut zusprechen, wenn der seelische Schmerz unermesslich scheint? Wenn ein geliebter Mensch stirbt, fühlen sich Angehörige in ihrer Trauer oft alleine gelassen. Denn für Trauer scheint in unserer Leistungsgesellschaft kaum Platz zu sein. Das Kooperationsnetzwerk „Trauer“, in dem verschiedene Organisationen, die im Raum Passau in der Trauerarbeit tätig sind, ihre Kompetenzen gebündelt haben, aber würdigt den Schmerz von Trauernden und steht ihnen zur Seite.

Nun haben die Mit­glie­der des Netz­werks ihre neu­en Ange­bo­te prä­sen­tiert. Ganz wich­tig ist uns, dass wir für alle Men­schen, die sich vom The­ma ange­spro­chen füh­len, wert­vol­le Ver­an­stal­tun­gen bie­ten. Sie rich­ten sich nicht aus­schließ­lich an Frau­en und Män­ner, die aktu­ell in Trau­er sind“, sag­te Tan­ja Kem­per, Bil­dungs­re­fe­ren­tin beim Katho­li­schen Deut­schen Frau­en­bund (KDFB) in der Diö­ze­se Pas­sau. Des­halb sind auch Ver­an­stal­tun­gen ent­hal­ten, die sich mit dem Neu­an­fang beschäf­ti­gen. Sie sol­len Lebens­mut schen­ken. Wie kann ich wei­ter­le­ben, wie den Ver­lust in mein Leben inte­grie­ren?“, so Juscha Stu­ber-Kra­nix­feld vom Hos­piz­ver­ein Pas­sau. Sie beton­te zudem, dass es dem Koope­ra­ti­ons­netz­werk grund­sätz­lich wich­tig ist, die The­men Ster­ben, Tod und Trau­er in die Gesell­schaft zu brin­gen und aus der Tabu­zo­ne zu holen. Gelin­gen soll das unter ande­rem mit einem beson­de­ren For­mat, zu dem das Netz­werk am Don­ners­tag, 14. Novem­ber 2019, von 19 bis 21 Uhr in Spec­trum Kir­che nach Pas­sau ein­lädt. Der Autor und Künst­ler Ste­fan Weil­ler ist mit sei­ner mul­ti­me­dia­len Lesung Letz­te Lie­der Solo“ zu Gast. Dabei han­delt es sich um ein bun­des­weit erfolg­rei­ches Kunst­pro­jekt. Ste­fan Weil­ler besucht Ster­ben­de im Hos­piz und spricht mit ihnen über das Leben, das Ster­ben und über die Musik, die sie in ihrem Leben und an des­sen Ende bewegt hat“, kün­dig­te Kem­per an. Von den Geschich­ten, die ihm dabei begeg­nen, und den Lie­dern, die er mit sei­nen Gesprächs­part­ne­rin­nen und ‑part­nern hört, erzählt er in der Lesung. Es wird sehr emo­tio­nal – mal lus­tig, mal nach­denk­lich und mal melan­cho­lisch. Aber sicher­lich immer wert­voll und Musik ist natür­lich auch dabei“, so Kem­per wei­ter. Anmel­den kön­nen sich Inter­es­sier­te beim KDFB-Diö­ze­san­ver­band Pas­sau unter Tele­fon 0851/36361 oder E‑Mail kdfb-​passau@​bistum-​passau.​de. Die zwei­te Ver­an­stal­tung, die das Netz­werk im März nächs­ten Jah­res anbie­tet, trägt den Titel Mein Kind ist den Weg schon gegan­gen“. Sie hat die Bewäl­ti­gung einer stil­len Geburt zum The­ma. Refe­ren­tin ist Diplom-Psy­cho­lo­gin und Cari­tas-Wis­sen­schaft­le­rin Dr. Zso­fia Schnel­bach. Sie ist selbst eine Betrof­fe­ne und hat sich auch wis­sen­schaft­lich mit dem The­ma beschäf­tigt“, sag­te Frau­en­seel­sor­ge­rin Wal­bur­ga Wes­ten­ber­ger. An dem Abend in der Gun­ther­burg in Pas­sau wird viel Zeit für Fra­gen und Aus­tausch sein. Bei einem öku­me­ni­schen Got­tes­dienst zum The­ma Denn im Haus mei­nes Vaters gibt es vie­le Woh­nun­gen (Joh 14,2)“ sind Betrof­fe­ne ganz gleich wel­cher Kon­fes­si­on ein­ge­la­den, gemein­sam auf ihren Wegen der Trau­er inne­zu­hal­ten und sich auf die zu besin­nen, die in ihrem Leben feh­len. Der Got­tes­dienst fin­det im März 2020 in der Evan­ge­li­sche Stadt­pfarr­kir­che St. Mat­thä­us in Pas­sau statt. Wo Him­mel und Erde sich berüh­ren“ – so lau­tet der Titel der letz­ten Ver­an­stal­tung im aktu­el­len Ange­bot des Trau­ernetz­werks. Es han­delt sich um eine medi­ta­ti­ve Wan­de­rung zur Som­mer­son­nen­wen­de durch den Wald am See­len­steig im Natio­nal­park Baye­ri­scher Wald mit spi­ri­tu­el­len und natur­kund­li­chen Impul­sen. Gelei­tet wird die Wan­de­rung, die im Juni 2020 statt­fin­den wird, von Frau­en­seel­sor­ge­rin Hil­de­gard Wei­le­der-Wurm und Natio­nal­park­mit­ar­bei­te­rin Anne­ma­rie Schmeller. 

Abseits der ange­bo­te­nen Ver­an­stal­tun­gen, mit denen Trau­ern­den auch neue Zugän­ge zu ihrer Trau­er ermög­licht wer­den sol­len, ist der neue Fly­er zudem als Tür­öff­ner und Hil­fe­stel­lung gedacht. Auf der Rück­sei­te sind näm­lich die Kon­takt­da­ten zu den Koope­ra­ti­ons­part­nern auf­ge­führt. In den kom­men­den Wochen wird der Fly­er groß­flä­chig im Raum Pas­sau ver­teilt. Er ist zudem unter ande­rem auch auf der Home­page des Frau­en­bun­des unter www​.frau​en​bund​-pas​sau​.de online abrufbar.

Zum Koope­ra­ti­ons­netz­werk gehö­ren das Refe­rat Hos­piz- und Trau­er­pas­to­ral des Bischöf­li­chen Seel­sor­ge­amts, das Evan­ge­li­sche Erwach­se­nen­bil­dungs­werk, der Hos­piz­ver­ein Pas­sau e.V., der KDFB, das Refe­rat Frau­en, die Katho­li­sche Bera­tungs­stel­le für Schwan­ger­schafts­fra­gen, die Tele­fon­seel­sor­ge Passau.

Text und Foto: KDFB