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Kirche vor Ort

Kulturkreis Freyung-Grafenau besucht Kloster Schweiklberg

Yvonne Haderer am 29.10.2019

News_2019_DSC_1370 info-icon-20px Foto: Margit Poxleitner

Der Kulturkreis Freyung-Grafenau organisiert seit Jahrzehnen Kulturkreiseinkehren, deren Ziele Kirchen, Klöster sind bzw. religiöse Themen zum Inhalt haben. Das Thema der 37. Kulturkreis-Einkehr hieß „Zu Gast in einem Kloster und in einem Heimatmuseum“. Ziel der Fahrt war das Benediktinerkloster Schweiklberg und ein Heimatmuseum in Daxstein am Brotjacklriegl. Sowohl im Kloster Schweiklberg, als auch im Heimatmuseum genossen die Kulturreisenden aufschlussreiche Führungen, bei denen man sich einen Einblick in die jeweilige Einrichtung machen konnte. In der Klosterkirche Schweiklberg genossen die Kulturreisenden zudem ein beeindruckendes Orgelkonzert.

Am ers­ten Tages­ziel ange­kom­men wur­den die Kul­tur­rei­sen­den von Pater Richard (Pfört­ner) und Pater Mat­thä­us (Klos­ter­füh­rer) wie Freun­de begrüßt. In locke­rer Manier bot Pater Mat­thä­us neben geschicht­li­chen Details auch Hin­ter­grün­de, die nicht in Kir­chen­füh­rern ste­hen, näm­lich, wie die Bene­dik­ti­ner auf den Schwei­klberg gekom­men sind. Dies wur­de näm­lich nur durch Umwe­ge mög­lich. Das Klos­ter Schwei­klberg wur­de 1904 durch Pater Coeles­tin Mai­er (1871 – 1935) von St. Otti­li­en aus gegrün­det. Die Haupt­auf­ga­be des Klos­ters besteht in der Aus­bil­dung von Mis­si­ons­be­ne­dik­ti­nern. Waren 1965 noch 40 Mis­sio­na­re in Mis­sio­nars­stel­len tätig, ist die Zahl heu­te auf vier Mis­sio­na­re geschrumpft. Die Schwei­klber­ger Mön­che waren in Süd­afri­ka, Kolum­bi­en, Kenia und Tan­sa­nia mis­sio­na­risch tätig. 

Die Klos­ter­ge­bäu­de und die Kir­che sind in den Jah­ren 1905 – 1925 erbaut wor­den. 1914 wur­de das bis­he­ri­ge Prio­rat Schwei­klberg zur Abtei erho­ben. Die zwi­schen 1909 und 1911 im Jugend­stil erbau­te Abtei­kir­che ist 1925 der hei­ligs­ten Drei­fal­tig­keit geweiht wor­den, Archi­tekt war Micha­el Kurz. Eine Wei­he Maria Hilf“ kam nicht in Fra­ge, es soll­te kei­ne neue Mari­en­wall­fahrt ent­ste­hen. Im Lau­fe der Zeit erfuhr die Kir­che radi­ka­le Umbau­ten“, wie Pater Mat­thi­as erklär­te. Nach einer ers­ten Umge­stal­tung des Innen­raums im Jahr 1971 erfolg­te 1998 eine Erneue­rung im Jugend­stil. Dabei wur­de der Chor­raum mit afri­ka­ni­schen Schnit­ze­rei­en von Ben­son Nda­ka (Kenia) ver­se­hen. Die­ser beson­de­re Blick­fang zeigt Bibel auf afri­ka­nisch“, auf­ge­teilt in altes und neu­es Testament.

News_2019DSC_1379 info-icon-20px Foto: Margit Poxleitner

Das Klos­ter hat­te in sei­nen Hoch­zei­ten 15 bis 20 Lehr­be­trie­be inne, ent­spre­chend vie­le Lehr­lin­ge wur­den aus­ge­bil­det. Heu­te sind die weni­gen ver­blie­be­nen Mön­che nur noch ver­ein­zelt hand­werk­lich tätig. 1907 star­te­te das Gym­na­si­um mit 20 Schü­lern. Das an das Gym­na­si­um ange­glie­der­te Inter­nat wur­de jedoch in den 1990er-Jah­ren auf­ge­löst. Seit 1999 wur­de eine sechs­stu­fi­ge Real­schu­le auf­ge­baut. Zwi­schen 2003 und 2004 wur­de der gesam­te Alt­bau zur Gän­ze reno­viert und auf den tech­nisch neus­ten Stand gebracht. Heu­te beher­bergt das Klos­ter eine Real­schu­le mit ca. 400 Schü­lern und Seminarräume.

Zur Abtei­kir­che von Schwei­klberg gehört auch eine Kryp­ta, deren gegen­wär­ti­ge Gestalt auf das Jahr 1993 zurück­geht. Das Mosa­ik in der Apsis­run­dung greift den Satz aus dem Glau­bens­be­kennt­nis, Chris­tus sei hin­ab­ge­stie­gen in das Reich des Todes und am drit­ten Tag von den Toten auf­er­stan­den auf und lehnt sich eng an die Oste­r­iko­nen der Kir­chen des Ostens an. Auch hier gab es eini­ge geschicht­li­che Details aus der wech­sel­vol­len Geschich­te der Kryp­ta, die mehr­mals umge­stal­tet wor­den ist.

Ein Höhe­punkt des Schwei­klberg­be­su­ches war das Orgel­kon­zert mit Josef Neu­girg. Der Orga­nist erklär­te den Besu­chern die 2000 geweih­te Orgel mit ihren 87 Regis­tern und 5769 Pfei­fen. Stau­nend ver­nah­men die Besu­cher völ­lig unge­wohn­te Orgel­tö­ne, wie Regen und Don­ner, Son­der­bei­ga­be des Orgel­bau­ers, wie der Orga­nist erklär­te. Josef Neu­girg ließ schließ­lich zwei Eigen­kom­po­si­tio­nen, sowie Wer­ke von Dubo­is, Gott­fried Walt­her und Johann Sebas­ti­an Bach erklin­gen. Mit herz­li­chem Applaus hono­rier­ten die Zuhö­rer das enga­gier­te und gefühl­vol­le Orgel­kon­zert. Nach einem wei­te­ren Stopp im Hei­mat­mu­se­um der Fami­lie Schei­ter in Dax­stein und schwelg­ten ange­sichts der zahl­rei­chen his­to­ri­schen Expo­na­te in Erinnerungen.

News_2019_DSC_1377 info-icon-20px Foto: Margit Poxleitner