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Pressemeldung am 04.08.2021

S10 Wahl PB info-icon-20px Foto: Barbara Osdarty

Ökumenischer Zwischenruf appelliert, sich zu informieren, genau hinzuschauen und vor allem: überhaupt wählen zu gehen. Unter dem Motto „Mit Begeisterung für Demokratie und Freiheit“ machen katholische und evangelische Christen ihre Position deutlich.

Ja, man müss­te etwas tun. Das fin­den vie­le. Die einen den­ken dabei vor allem an Kli­ma­fra­gen, die ande­ren an sozia­le Miss­stän­de, wie­der ande­re ans The­ma Genera­tio­nen­ge­rech­tig­keit. Doch was tun“ ist meis­tens ganz schön anstren­gend. Selbst eine Akti­ons­grup­pe grün­den? Demons­trie­ren? In einer Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on mit­ar­bei­ten? Nicht jeder­manns Sache. 

Doch es gibt etwas, das jeder tun kann, fin­den jeden­falls der Diö­ze­san­rat der Katho­li­ken im Bis­tum Pas­sau und der Deka­nats­aus­schuss des Evan­ge­lisch-Luthe­ri­schen Deka­nats: wäh­len gehen. Gera­de in einer Zeit wie unse­rer, die geprägt ist von Umbrü­chen auf allen Ebe­nen, von Ereig­nis­sen, die ver­un­si­chern und vom Emp­fin­den vie­ler, abge­hängt zu sein und nicht gerecht behan­delt zu wer­den, sei es wich­ti­ger denn je, Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men und mit­zu­ent­schei­den, wie die Zukunft aller aus­se­hen wird. 

Es ist uns wirk­lich ein Anlie­gen, das Feld nicht Angst­ma­chern, Igno­ran­ten und Spalt­pil­zen zu über­las­sen“, so Ange­li­ka Gör­mil­ler, die gemein­sam mit Mar­kus Biber, Peter Ober­leit­ner, Jochen Wil­de, Dr. Hart­mann Beck und Pfar­rer Chris­ti­an Leist-Bemann an dem öku­me­ni­schen Papier gear­bei­tet hat. Dabei gehe es kei­nes­wegs pri­mär dar­um, sich gegen ein­zel­ne Akteu­re, Grup­pie­run­gen oder Par­tei­en zu posi­tio­nie­ren, son­dern dar­um, in der Gesell­schaft beob­acht­ba­re Mecha­nis­men und Pro­zes­se kri­tisch zu hin­ter­fra­gen. Die viel­leicht schwie­rigs­te Auf­ga­be dabei: Bereit zu sein, die Wahr­heit zu hören und zu ertra­gen, zu sehen, wel­che Kon­se­quen­zen bestimm­te Ver­hal­tens­wei­sen haben und wohin gewis­se Ent­schei­dun­gen führen. 

Ganz bewusst haben die Ver­fas­ser ihren Zwi­schen­ruf“ des­we­gen auch jetzt schon ver­öf­fent­licht, obwohl es noch eini­ge Wochen sind bis zur Wahl. Denn sie möch­ten die Men­schen dazu ermu­ti­gen, sich zu infor­mie­ren, nach­zu­fra­gen, zu dif­fe­ren­zie­ren. Das sei bei die­ser Wahl, bei der, zumin­dest ober­fläch­lich, unter den demo­kra­ti­schen Par­tei­en hin­sicht­lich der wesent­li­chen Zie­le weit­ge­hend Kon­sens zu bestehen scheint, viel­leicht schwie­ri­ger denn je, gleich­zei­tig aber auch wich­ti­ger: Natür­lich ste­hen die ent­schei­den­den Wahr­hei­ten‘ oft nicht direkt im Par­tei­pro­gramm“, sieht auch Mar­kus Biber. Aber wenn man sich die Kon­zep­te der Par­tei­en genau anschaut, dann kann man sehr wohl erken­nen, mit wel­chen Lösungs­stra­te­gien sie die gro­ßen Pro­ble­me unse­rer Zeit ange­hen wol­len. Vie­les davon hört sich toll an. Als Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler müs­sen wir aber hin­ter­fra­gen: Ist die Um- und Durch­setz­bar­keit der ein­zel­nen Zie­le klar, rea­lis­tisch und demo­kra­tisch beschrie­ben? Sind die (mate­ri­el­len und ideel­len) Kos­ten offen und nach­voll­zieh­bar berech­net?“ Nur so wür­den Wider­sprü­che sicht­bar, eine ver­ant­wor­tungs­be­wuss­te Wahl­ent­schei­dung möglich.

Diö­ze­san­rat und Deka­nats­aus­schuss ist es dabei ein Anlie­gen, deut­lich zu machen, dass sie sich einer­seits stell­ver­tre­tend für die Chris­tin­nen und Chris­ten aus unse­rer Regi­on äußern, gleich­zei­tig aber kei­nes­wegs aus der War­te derer, die es bes­ser wis­sen. Das steht uns“, so Dekan Jochen Wil­de, kei­nes­falls zu, schon gar nicht, seit auch die Kir­chen auf­grund eige­nen Fehl­ver­hal­tens an Ver­trau­en und Zustim­mung ein­ge­büßt haben. Wir äußern uns als Suchen­de und Fra­gen­de, die kei­ne Ant­wor­ten geben wol­len, son­dern die jene, denen wie uns die frei­heit­lich-demo­kra­ti­schen Grund­wer­te ein Anlie­gen sind, unter­stüt­zen wol­len, die rich­ti­gen Fra­gen zu stel­len. Ent­schei­den kann nur jeder für sich.“ 

Das gemein­sam erar­bei­te­te Papier wird in den kom­men­den Wochen so vie­len Men­schen wie mög­lich zugäng­lich gemacht, über Pfarr- und Gemein­de­brie­fe, Aus­hän­ge in Schau­käs­ten, die loka­len Medi­en und über wei­te­re Aktionen.

Text und Foto: Bar­ba­ra Osdarty

Ökumene im Bistum Passau

Ökumene (griech., die bewohnte Erde) ist die Bezeichnung für die Einheitsbewegung, die alle christlichen Kirchen umfassen will. Sie bestrebt auf allen Ebenen des kirchlichen Lebens.
(Bild Archiv pbp: Ökumenisches Emmauszentrum Bad Griesbach)