Kirche vor Ort

Die Realität von zusammengelegten Pfarreien meistern

Redaktion am 10.03.2023

Divinrerenovation

Am Donnerstag, 02. März 2023, fand eine Online-Veranstaltung der Initiative „Divine Renovation“ zum Thema „Die Realität von zusammengelegte Pfarreien meistern“ statt. Bei der Veranstaltung kamen zwei Pfarrer und ein Pfarreicoach über ihre Erfahrungen ins Gespräch und gaben wertvolle Tipps.

Das Panel begann mit der The­se, dass oft die Mis­si­on der Kir­che geop­fert wird, um die Struk­tu­ren zu ret­ten. Dage­gen soll­te es genau anders­her­um sein und die Struk­tur im Dienst der Mis­si­on ste­hen. Über die­se Her­aus­for­de­rung zwi­schen eigent­li­cher Auf­ga­be von Pfar­rei und den vor­ge­ge­be­nen Struk­tu­ren, ins­be­son­de­re von zusam­men­ge­leg­ten Pfar­rei­en, spra­chen Pfar­rer Micha­el Doyle, Pfar­rer Kie­ron O’Bri­en und Lea­der­ship Coach Rob McDowell.

Fr. Micha­el Doyle erzähl­te von sei­ner Situa­ti­on von neun zusam­men­ge­leg­ten Pfar­rei­en. Eine gro­ße Her­aus­for­de­rung für ihn waren die vie­len Sit­zun­gen, die dazu führ­ten, dass er den Über­blick ver­lor. Coro­na war hier ein Ein­schnitt, der dazu führ­te, dass es ein Bera­tungs­team gibt, das aus ihm und sechs wei­te­ren Per­so­nen besteht und sich wöchent­lich trifft. Das Team erar­bei­tet die Visi­on und Stra­te­gie für die Pfar­rei­en und spricht über Schrit­te und Ver­an­stal­tun­gen, die dafür nötig sind. 

Rob McDo­well sprach über die gro­ße Her­aus­for­de­rung am Beginn einer Zusam­men­le­gung von Pfar­rei­en. Das Schlimms­te sei dem­nach, alle Pfar­rei­en gleich zu behan­deln. Mit der Zusam­men­le­gung meh­re­rer Pfar­rei­en, sei es gar nicht mehr mög­lich, alles im Blick zu behal­ten. Er ver­wen­det das Gleich­nis vom Sämann und beschreibt, dass es sinn­voll ist, in den bes­ten Boden am meis­ten zu inves­tie­ren, und nicht dort, wo man kein Wachs­tums­po­ten­ti­al sieht. Gera­de am Anfang kön­ne man aber nicht immer sagen, wo der frucht­bars­te Boden ist. Und es müs­se auch nicht unbe­dingt eine Pfar­rei sein, son­dern es kann auch eine bestimm­te Alters­grup­pe oder Ziel­grup­pe sein, in die beson­ders inves­tiert wird. Fun­da­ment dafür sei ein gesun­der Lei­ter, der den Über­blick hat: Das größ­te Kapi­tal, das ein Pfar­rer und Lei­ter all­ge­mein haben, ist ihr Fokus und ihre Ener­gie.“ Fr. Micha­el Doyle beschreibt, was ihm hilft, bei so viel Arbeit nicht aus­zu­bren­nen. Für ihn ist es wich­tig, sei­nen frei­en Tag wirk­lich ein­zu­hal­ten, weg­zu­fah­ren, sich mit Freun­den zu tref­fen und Urlaub zu machen. 

Pfar­rer Kie­ron berich­tet anschlie­ßend von sei­ner bewuss­ten Ent­schei­dung, zwei Pfar­rei­en zusam­men­zu­le­gen. In der Nach­bar­pfar­rei ging der Pfar­rer in Ruhe­stand und es war nicht klar, wie es dort wei­ter­ge­hen soll. Da die Pfar­rei­en sehr nahe bei­ein­an­der­lie­gen, war es für ihn eine logi­sche Kon­se­quenz, sie zusam­men­zu­le­gen. Die gro­ße Her­aus­for­de­rung war, dass die Pfar­rei­en sowohl in ihrem Kir­chen­bild als auch ihrer Zusam­men­set­zung sehr unter­schied­lich waren. Es gab den Ver­such, die bei­den Lei­tungs­teams zusam­men­zu­le­gen, doch dann kam der ers­te Coro­na­lock­down. Jetzt wird wie­der dar­an gear­bei­tet, die Pfar­rei­en zusam­men­zu­brin­gen. In man­chen Berei­chen wie der Sakra­men­ten­vor­be­rei­tung gelin­ge das sehr gut. Im Rück­blick ist sein Rat­schlag, schon im Vor­hin­ein mehr über eine Visi­on und Stra­te­gie nach­zu­den­ken und die Men­schen mehr in den Pro­zess mitzunehmen.

Pfar­rei­coach Rob McDo­well beschreibt wei­ter, wie wich­tig es in Ver­än­de­rungs­pro­zes­sen sei, Men­schen die Dring­lich­keit zu ver­mit­teln, war­um eine Ver­än­de­rung not­wen­dig ist. Oft kämen näm­lich diö­ze­sa­ne Mit­ar­bei­ter zu schnell zu dem Ergeb­nis, dass man etwas ver­än­dern muss, ohne die Leu­te vor Ort in die­sen Pro­zess mit­zu­neh­men. Man müs­se den Men­schen Zeit geben und die Visi­on ver­mit­teln: Es geht nicht ums Über­le­ben in den aktu­el­len Struk­tu­ren, son­dern dar­um Men­schen mit Jesus in Berüh­rung zu brin­gen. Er beschreibt wei­ter, dass hier Gegen­wind nor­mal sei. Jesus habe den Men­schen auch nicht immer das gesagt, was sie hören woll­ten und hat dadurch Leu­te ent­täuscht. Gute Lei­ter­schaft heißt Men­schen zu ent­täu­schen in einem Tem­po, das sie ver­tra­gen.” Die pri­mä­re Auf­ga­be von Lei­tern sei es, Gren­zen zu set­zen und in die rich­ti­gen Din­ge zu inves­tie­ren, die am bes­ten hel­fen, Men­schen zu Jün­gern Jesu zu machen.

Am Ende der Ver­an­stal­tung wur­de auf drei Schlüs­sel hin­ge­wie­sen, die für die Pfarrei­er­neue­rung essen­ti­ell sei­en. Divi­ne Reno­va­ti­on legt den Fokus auf 1. den Pri­mat der Evan­ge­li­sie­rung, 2. Lei­tung und 3. die Kraft des Hei­li­gen Geis­tes. Hier­zu gibt es online Mate­ri­al zum Durch­ar­bei­ten in der Pfarrei:

www​.divi​ne​re​no​va​ti​on​.org

Die Online-Ver­an­stal­tung kann auf dem You­Tube-Kanal von Divi­ne Reno­va­ti­on nach­ge­schaut werden.

Navi­ga­ting the Rea­li­ties of Mul­ti-Church Paris­hes — YouTube

Text: Refe­rat Neuevangelisierung

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