Kirche vor Ort

Osterforum der Gemeinschaft Emmanuel

Wolfgang-Christian Bayer am 23.04.2019

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Die Gemeinschaft Emmanuel hatte von Gründonnerstag, 18. April bis Ostermontag, 22. April zum Osterforum nach Altötting eingeladen. Über 500 Jugendliche aus Deutschland und Europa gedachten im gemeinsamen Gebet, bei Glaubensimpulsen und Gottesdiensten des Leidens und Sterbens Jesu und feierten die Auferstehung Christi.

Am Kar­sams­tag ging Diö­ze­san­bi­schof Ste­fan Oster bei einem Glau­bens­im­puls der Schuld­fra­ge nach, wer für den Kar­frei­tag, den Kreu­zes­tod Jesu, ver­ant­wort­lich sei – und lenk­te den Blick in die Gegen­wart: War ich dabei, als die Jün­ger Jesu aus Feig­heit vor den Sol­da­ten davon­lie­fen, die auf­ge­brach­te Men­schen­men­ge bei Jesu Ver­ur­tei­lung durch Pila­tus schrie: Kreu­zi­ge ihn!?“ In jedem Fall sei die Sün­de mit ins Spiel gekom­men durch Ver­rat, Hass, Leug­nung, Gewalt und Eifer­sucht. Jeder, der die Welt mit­ge­stal­te und beherr­sche sei für Unfrie­den und Unord­nung mit­ver­ant­wort­lich. Jesus über­lie­fe­re durch sein Lei­den und Ster­ben am Kreuz, was eigent­li­ches Leben sei, so Bischof Oster. Die Bilanz des Oster­ge­sche­hens zei­ge der 1. Johan­nes-Brief aus dem Neu­en Tes­ta­ment in aller Klar­heit: Wer nicht liebt, bleibt im Tod!“ Dabei gehe es nicht um eine besitz­ergrei­fen­de, son­dern um eine die­nen­de Lie­be – Christ­sein bedeu­te nichts ande­res als lie­ben zu ler­nen, nicht besitz­ergrei­fend, son­dern von innen her­aus. Chris­tus habe das Grab von innen her gesprengt.

“…wir müs­sen nur unser Her­zens­grab auf­spren­gen lassen.”

Bischof Stefan

Wie schaf­fen wir ein Leben aus dem Kar­sams­tag hin­über ins gro­ße Ja zur Kir­che?“, frag­te der Bischof die Jugend­li­chen in Alt­öt­ting. Sei­ne Ant­wort: Auf Maria bli­cken, zur Mut­ter­got­tes, die zum Heils­plan Got­tes ihr gro­ßes Ja gespro­chen hat, die mit dem Lieb­lings­jün­ger Johan­nes unter dem Kreuz stand und beim Anblick des qual­vol­len Todes ihres Soh­nes auf Gol­go­tha inner­lich vor Schmerz mit­ge­stor­ben ist. Maria als Herz der Kir­che“ leh­re uns das ein­fachs­te und tiefs­te Gebet, das völ­lig gra­tis sei: Ja, Herr!“ Auf die­se Wei­se wür­den wir ins Gna­den­ge­schenk der Kir­che mit hin­ein­ge­nom­men, die nicht zuerst aus Papst, Bischö­fen, Pries­tern, Struk­tur und Geld bestehe, son­dern ein Gna­den­ge­schenk Got­tes an uns Men­schen bedeu­te. Chris­ti Lei­den und Ster­ben am Kreuz zur Ret­tung der Welt darf nicht umsonst gewe­sen sein“, for­mu­lier­te Bischof Oster zum Abschluss sein Her­zens­an­lie­gen an die jun­gen Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer des Oster­fo­rums: Sagen wir Ja zum Herrn!“

Fotos: Ros­wi­tha Dorf­ner / Text: do — Alt­öt­tin­ger Liebfrauenbote