Bistum

Pilgerleitertagung 2019

Pressemeldung am 27.11.2019

S15_mandl-forum-rechts_wt_alb info-icon-20px Foto: Wolfgang Terhörst

Kontinuität und Umbrüche waren Themen auf der jährlichen Pilgerleitertagung in Altötting. Als sich die rund 140 Teilnehmer aus nah und fern nach dem Auftaktgottesdienst in St. Magdalena gerade im Altöttinger Kultur + Kongress Forum zum Start der jährlichen Pilgerleitertagung eingerichtet hatten, ließ auch schon Wallfahrtsrektor und Tagungsleiter Prälat Günther Mandl die Bombe platzen: „Für mich ist es time to go, time to say goodbay!“

Eigent­lich habe er ja noch bis 75 wei­ter­ma­chen wol­len, so Mandl, doch ange­sichts der anste­hen­den gro­ßen Bau­maß­nah­men und Umstruk­tu­rie­run­gen habe er Bischof Ste­fan Oster bereits im Okto­ber 2018 um sei­ne Ent­bin­dung gebe­ten – auch damit sein Nach­fol­ger freie Hand bei den not­wen­di­gen Ent­schei­dun­gen habe. Nun wer­de er also am 1. Sep­tem­ber kom­men­den Jah­res mit dann 74 Jah­ren in den Ruhe­stand gehen und damit nach sechs­jäh­ri­ger Amts­zeit das Amt des Wall­fahrts­rek­tors in ande­re Hän­de geben.

Die­se Hän­de sind seit kur­zem bekannt: Der jet­zi­ge Gene­ral­vi­kar des Bis­tums Pas­sau, Dom­ka­pi­tu­lar Klaus Metzl über­nimmt von Prä­lat Mandl die Ämter des Stadt­pfar­rers und Wall­fahrts­rek­tors. Mandl zeig­te sich über die Ent­schei­dung sehr glück­lich – nicht nur, dass Metzl mit dem Gna­den­ort bes­tens ver­traut und ein wun­der­ba­rer Seel­sor­ger sei, son­dern auch auf­grund sei­ner Orga­ni­sa­ti­ons- und Lei­tungs­fä­hig­kei­ten. Denn, wie ein­gangs erwähnt, es stün­den umfang­rei­che Maß­nah­men am Wall­fahrts­ort an: allen vor­an 2021 die kost­spie­li­ge Dach­sa­nie­rung der Hei­li­gen Kapel­le sowie grö­ße­re Sanie­rungs­ar­bei­ten am Gebäu­de der Bischöf­li­chen Admi­nis­tra­ti­on. Im Hin­blick auf die Gna­den­ka­pel­le sei eine zeit­wei­li­ge Schlie­ßung und die Ver­le­gung aller Got­tes­diens­te in die Stifts­pfarr­kir­che unumgänglich.

Der Abschied fal­le ihm gewiss nicht leicht, sag­te Mandl an die ver­sam­mel­ten Pil­ger­lei­ter gerich­tet: Mir ist die Wall­fahrt unwahr­schein­lich ans Herz gewach­sen!“ Vie­le neue Akzen­te habe er in den ver­gan­ge­nen Jah­ren zum Woh­le der Wall­fahrt set­zen kön­nen – von der Ein­füh­rung von Pil­ger­be­treu­ern, Impuls­ka­te­che­sen und regel­mä­ßi­gen Mari­en­an­dach­ten mit Ein­zel­seg­nun­gen bis hin zu grö­ße­ren Syn­er­gie­ef­fek­ten bei Minis­tran­ten, Chö­ren oder lit­ur­gi­schen Hel­fern. Mandl beton­te, er gehe mit Zufrie­den­heit in den Ruhe­stand – auch in dem Wis­sen, wei­ter in Alt­öt­ting woh­nen und die­nen zu dür­fen. Den Pil­ger­lei­tern dank­te er für ihre eige­nen Diens­te im Wein­berg des Herrn“: Ihr seid unse­re wich­tigs­ten Part­ner in der Gestal­tung der Wallfahrt!“

S15_wallfahrtsmotto_wt_alb info-icon-20px Foto: Wolfgang Terhörst

In sei­nem an die Wor­te Mandls anschlie­ßen­den Bericht infor­mier­te der stell­ver­tre­ten­de Wall­fahrts­rek­tor, Kapu­zi­ner­pa­ter Br. Nor­bert Schlen­ker dann sei­ner­seits die Tagungs­teil­neh­mer über die in sei­nem Bereich anste­hen­den Ver­än­de­run­gen: Wie bereits 2017 ange­kün­digt, wer­den die Kapu­zi­ner das 1874 über­nom­me­ne Klos­ter St. Mag­da­le­na auf­grund der rück­läu­fi­gen Zah­len im Orden zum Ende der Wall­fahrts­sai­son 2021 in die Hän­de des Bis­tums Pas­sau über­ge­ben. Künf­tig wer­den dort nach heu­ti­gem Stand wohl die Brü­der Sama­ri­ter FLUHM“ (FLUHM = Flam­me der Lie­be des Unbe­fleck­ten Her­zens Mari­ens“) aus der erst 1980 gegrün­de­ten Sama­ri­ti­schen Bewe­gung Mari­ens“ wir­ken. Die Gemein­schaft wur­de 2003 durch Kar­di­nal Chris­toph Schön­born in der Erz­diö­ze­se Wien errich­tet und ist kirch­lich als kle­ri­ka­ler Ver­ein appro­biert. Das Haupt­haus befin­det sich in Klein-Maria­zell in der Nähe Wiens. 

(Bild links) Wall­fahrts­rek­tor Prä­lat Gün­ther Mandl begrüß­te die Teil­neh­mer der Pil­ger­lei­ter­ta­gung 2019 im Alt­öt­tin­ger Kul­tur + Kon­gress Forum und stell­te u.a. das Wall­fahrts­mot­to 2020 vor: Die kost­ba­re Per­le finden“

Die Brü­der Sama­ri­ter wer­den dann auch in der Wall­fahrts­seel­sor­ge mit­ar­bei­ten, wel­che die Kapu­zi­ner künf­tig nicht mehr allei­ne schul­tern kön­nen. Auch bleibt St. Mag­da­le­na als Beicht­kir­che erhal­ten. Die Kapu­zi­ner kon­zen­trie­ren sich auf das Klos­ter St. Kon­rad und wer­den auch wei­ter in der Wall­fahrts­seel­sor­ge die­nen – der stell­ver­tre­ten­de Wall­fahrts­rek­tor wird ein Kapu­zi­ner blei­ben –, mit Schwer­punkt auf die Bru­der-Kon­rad-Ver­eh­rung und dem Enga­ge­ment in der Maria­ni­schen Män­ner­kon­gre­ga­ti­on. Die Wall­fahrtskus­to­die aller­dings soll dann mit und in der Bischöf­li­chen Admi­nis­tra­ti­on der Hei­li­gen Kapel­le zusam­men­ge­legt werden.

Nach P. Nor­bert ver­kün­de­te Kapu­zi­ner­pa­ter Br. Georg Grei­mel in sei­ner Funk­ti­on als geist­li­cher Bei­rat des Alt­öt­tin­ger Lieb­frau­en­bo­ten die gute Nach­richt“, dass die Zei­tung ab Janu­ar 2020 in das Eigen­tum der Diö­ze­se Pas­sau wech­se­le und damit der Fort­be­stand gesi­chert sei: Ein Glücks­fall“, wie Br. Georg beton­te, denn damit blie­ben nicht nur die Arbeits­plät­ze und das Büro in Alt­öt­ting erhal­ten, son­dern auch – wich­tig für Sie“ – die Bericht­erstat­tung über die Wallfahrt.

Einen wei­te­ren Abschied“ jedoch ver­kün­de­te in sei­nem Gruß­wort Ers­ter Bür­ger­meis­ter Her­bert Hofau­er, der bei den Wah­len im kom­men­den Jahr nicht mehr kan­di­diert. Er habe die Zusam­men­ar­beit der Stadt mit den Wall­fahrts­ver­ant­wort­li­chen stets als gut und berei­chernd emp­fun­den und sein Anlie­gen, den Gna­den­ort Alt­öt­ting auf die euro­päi­sche Ebe­ne zu heben, in Gestalt der Shri­nes of Euro­pe“ ver­wirk­li­chen kön­nen. Den Pil­ger­lei­tern rief er zu: Auf ein Wie­der­se­hen, dann mit dem Alt­bür­ger­meis­ter von Altötting!“

Ein Wie­der­se­hen wird es auch mit Wall­fahrts­rek­tor Prä­lat Gün­ther Mandl geben, dann aller­dings bera­tend und unter­stüt­zend an der Sei­te sei­nes Nach­fol­gers Klaus Metzl. Am Ende der Pil­ger­lei­ter­ta­gung wür­dig­te der Pil­ger­pfar­rer der Regens­bur­ger Fuß­wall­fahrt, Han­nes Lorenz, Prä­lat Mandl für des­sen ste­ti­ge Sor­ge um die Wall­fahrt. Die Pil­ger­lei­ter dank­ten dem sicht­lich gerühr­ten Wall­fahrts­rek­tor mit lang­an­hal­ten­den ste­hen­den Ovationen.

Text und Fotos: Wolf­gang Terhörst