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Bistum

Poesie in Alben - Editorial von Uschi Friedenberger

Thomas König am 22.01.2020

Editorial BB info-icon-20px Foto: Uschi Friedenberger

Besitzen Sie auch noch ein Poesiealbum, in dem sich während der Schulzeit Freunde, Mitschüler und Lehrer verewigt haben? Mei­ne bei­den sind mir vor kur­zem zum ers­ten Mal nach vie­len Jah­ren wie­der in die Hän­de gefallen. Das aktuelle Editorial von Uschi Friedenberger im Passauer Bistumsblatt.

Das Blät­tern dar­in wird zum Ein­tau­chen in die Ver­gan­gen­heit. Es ist ein Spaß und macht nach­denk­lich. Mei­ne bes­te Freun­din Danie­la hat am 26. Okto­ber 1978 rein­ge­schrie­ben:​„Wenn Men­schen dich ver­las­sen, das Glück wie Glas zer­bricht, so musst du Gott umfas­sen, denn er ver­gisst dich nicht!“ Danie­la hat mich nicht ver­las­sen, wir sind immer noch in gutem Kon­takt, Gott sei Dank! 

Unser frü­he­rer Mit­schü­ler Karl-Heinz ist dage­gen schon seit Jah­ren tot. Am 16. Okto­ber 1981 hat er in mein Album geschrie­ben:​„Wenn du einst nach lan­gen Jah­ren nimmst dein Album in die Hand, denk dar­an, wie froh wir waren auf der klei­nen Schü­ler­bank.“ Als hät­te er es geahnt, wie kost­bar und zer­brech­lich das Glück ist, wie kurz das Leben sein kann. 

Sehr viel Mühe haben sich meist die Leh­rer mit ihren Ein­trä­gen gege­ben. Mein Reli­gi­ons­leh­rer aus der 1. Klas­se (!) in Hohen­au hat ein far­ben­fro­hes Bild mit leuch­ten­den Nar­zis­sen zu sei­nem Ein­trag vom März 1977 geklebt. Er schrieb ein Zitat von Her­mann von Bez­zel:​„Wer die Lie­be zu Gott hat, der hat den Früh­ling, der in alle Ewig­keit fortgrünt.“ 

Sofort taucht vor mir das Bild des jun­gen Päd­ago­gen mit dem dunk­len Voll­bart auf, der uns stau­nen­den Abc-Schü­t­­zen mit der Gitar­re tem­pe­ra­ment­voll von Gott erzähl­te. Der mit­rei­ßen­de Pas­to­ral­prak­ti­kant und ange­hen­de Pries­ter von damals ist heu­te Pfar­rer im Pfarr­ver­band Iggens­bach: Anton Pius Vollath.

Text und Bild: Uschi Friedenberger

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