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Das glauben wir

Gott suchen!

Pressemeldung am 18.09.2020

200920 Predigt Kirchgessner title info-icon-20px Foto: Hintermayr/pbp

Springen will gelernt sein. Und das gilt es zu üben, hier und heute, im jetzigen Leben. Jeder Christ sollte das Anlauf-Nehmen üben für seinen Sprung in die offenen Arme Gottes, an seinem letzten Tag auf Erden in das "Leben danach". Gott-Suche ist das Thema von Dr. Bernhard Kirchgessner, Leiter des Exerzitien- und Bildungshauses Spectrum Kirche Passau, in seiner Predigt zum 25. Sonntag im kirchlichen Jahreskreis am 20. September 2020.

Mit einer kla­ren Auf­for­de­rung beginnt an die­sem Sonn­tag die atl. Lesung aus dem Buch des Pro­phe­ten Jesa­ja: Sucht den HERRN, er lässt sich fin­den, ruft ihn an, er ist nah!“ (Jes 55,6) Gott­su­che – ist das heu­te noch ein The­ma? Treibt das in einer von Leis­tung, Erfolg und Gewinn­ma­xi­mie­rung gepräg­ten Zeit noch jeman­den um?

Ich kom­me eben von der Rei­chen­au am Boden­see, einer Wie­ge abend­län­di­scher Kul­tur. Im dor­ti­gen Klos­ter leb­ten um das Jahr 850 – man höre und stau­ne! — 134 Mön­che! Ja, das gan­ze Mit­tel­al­ter hin­durch beob­ach­ten wir den Zug Tau­sen­der Men­schen in die Klös­ter. Was bewog so vie­le, in ein Klos­ter ein­zu­tre­ten? Es mögen vie­le indi­vi­du­el­le Grün­de gewe­sen sein, einer der Haupt­grün­de lau­tet: QUA­RE­RE DEUM: GOTT suchen und sich von ihm finden.

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In der Wirr­nis der Zei­ten, in der nichts stand­zu­hal­ten schien, woll­ten sie das Wesent­li­che tun – sich bemü­hen, das immer Gül­ti­ge und Blei­ben­de, das Leben sel­ber zu fin­den. Sie waren auf der Suche nach Gott. Sie woll­ten aus dem Unwe­sent­li­chen zum Wesent­li­chen, zum allein wirk­lich Wich­ti­gen und Ver­läss­li­chen kom­men,“ so unser papa eme­ri­tus Bene­dikt bei sei­ner Pas­to­ral­vi­si­te in Paris anno 2008. GOTT suchen: Das hat zwei Sei­ten: die Akti­ve der Gott­su­che und die Pas­si­ve des Sich-Fin­den-Las­sens. Man könn­te auch sagen: Der Mensch, der sich auf die Suche nach Gott begibt, muss mit der freu­di­gen Mög­lich­keit rech­nen, dass er von Gott gefun­den wird, dass Gott ihm bei der Suche auf dem Weg entgegenkommt. 

Gott suchen heißt das Wesent­li­che suchen. Das wirft die ganz per­sön­li­che Fra­ge auf: Was ist in mei­nem Leben wesent­lich, wich­tig, ja end­gül­tig? Ich gebe zu: Die­se Fra­ge stellt man sich nicht alle Tage. Sie stieg in mir wäh­rend des Lock­down auf: Was tue ich eigent­lich? War­um tue ich, was ich tue? Bringt das, was ich tue mich Gott näher oder hält es mich von ihm fern? Habe ich bei all mei­nem Tun auch mein Lebens­en­de im Blick? Ist mir bewusst, dass am Ende der Tag anbricht, an dem ich, meta­pho­risch gespro­chen, sprin­gen muss: vom Dies­seits ins Jenseits?

Gott­su­cher in Geschich­te und Gegen­wart“, so lau­tet eine Vor­trags­rei­he in Spec­trum Kir­che. Quer durch 2000 Jah­re Kir­chen­ge­schich­te beleuch­tet die Rei­he Frau­en und Män­ner, die sich nebst aller irdi­schen Din­ge um das Leben der Auf­er­ste­hung gesorgt haben. Ihnen war bewusst, dass man mit Fleiß und Kön­nen, mit Geld und Ideen gro­ße Wer­ke schaf­fen, jedoch nicht das ewi­ge Leben erlan­gen kann. Franz und Cla­ra von Assi­si sind zwei die­ser Gott­su­cher, denen wir Anfang Okto­ber ein Wochen­en­de widmen.

Der Domi­ni­ka­ner­mönch Hein­rich Seu­se, dem ich am Boden­see begeg­ne­te, ist ein eher Unbe­kann­ter, doch ernst­haf­ter Gott­su­cher des 14. Jahr­hun­derts, der uns mahnt, uns im Heu­te für den Sprung in die offe­nen Arme Got­tes vor­zu­be­rei­ten. Jetzt gilt es Anlauf zu neh­men und am letz­ten Lebens­tag zu sprin­gen. Jetzt gilt es. Hier und Heu­te. Wer am Ende nicht vor­be­rei­tet ist, dem fehlt der Schwung und die Kraft zum Sprung. Und Sie wis­sen ja: knapp dane­ben ist lei­der auch vorbei!

Dr. Bern­hard Kirch­gess­ner,
Lei­ter Exer­zi­ti­en- und Bil­dungs­haus Spec­trum Kir­che Passau