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Das glauben wir

Gottes Herzensanliegen!

Redaktion am 20.08.2021

210822 Predigt Striedl title info-icon-20px Foto: Bayer / pbp

Wollt auch ihr mich verlassen? So lautet die Frage von Jesus an die Jünger im Sonntagsevangelium. Eine Frage, die damals wie heute aktuell ist. Schon immer haben Menschen die Kirche verlassen. Dabei ist der Mensch das Herzensanliegen Gottes, so der heilige Augustinus. Mehr dazu von Dompropst em. Hans Striedl in seiner Predigt zum 21. Sonntag im Jahreskreis am 22. August 2021.

Wenn Sie an die­sem Sonn­tag in die Kir­che gehen, hören Sie, dass es schon zur Zeit Jesu die glei­che Situa­ti­on gege­ben hat, wie wir sie heu­te sehr schmerz­lich erleben:

Jün­ger wen­den sich von Jesus ab, Chris­ten ver­lie­ren ihren Glau­ben. Vie­le ver­las­sen die Kir­che laut schrei­end, mit hef­ti­gen Ankla­gen, schimp­fen gegen Gott und die Welt. Die ande­ren distan­zie­ren sich still und unbe­merkt von der Welt des Glau­bens. Sie ver­las­sen laut­los die Kir­che. Man sieht sie auf ein­mal nicht mehr im Got­tes­dienst und auf kei­ner Ver­an­stal­tung der Pfarrgemeinde.

Im Evan­ge­li­um an die­sem Sonn­tag fragt Jesus sei­ne bes­ten Freun­de: Wollt auch Ihr mich ver­las­sen?

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Ich feie­re fast jeden Sonn­tag in irgend­ei­ner Pfar­rei unse­res Bis­tums den Got­tes­dienst. Ich freue mich über die Vie­len, die treu und zuver­läs­sig kom­men und mit­fei­ern. Aber ich bin gera­de seit der Coro­na-Kri­se oft erschüt­tert, wie vie­le nicht mehr kom­men – ein­fach weg­blei­ben. Ich sage mir: Das sind doch alles Men­schen, die der Lie­be Gott unend­lich gern hat! Der Hl. Augus­ti­nus wür­de sagen: Der Mensch ist das Her­zens­an­lie­gen Gottes!“

Als Begrün­dung für das Weg­blei­ben höre ich: Die Kir­che erneu­ert sich zu wenig. Sie lebt in der Welt von ges­tern und hat kei­ne Ahnung wel­che Pro­ble­me die Men­schen heut­zu­ta­ge haben. Sie kann den Men­schen der heu­ti­gen Zeit kei­ne über-zeu­gen­de Ant­wort geben. Vie­le sind der Mei­nung: Die Pries­ter und die Ver­ant­wort­li­chen der Kir­che leben sel­ber nicht glaub­wür­dig und sind oft genug für ande­re ein Ärger­nis. Ja, wir haben uns sel­ber schon vie­le pein­li­che Eigen­to­re geschossen!

Aber vie­le haben für Gott und die Kir­che kein Inter­es­se aus Bequem­lich­keit. Vie­les ande­re ist ihnen wich­ti­ger. Ich behaup­te: Ich habe für einen Men­schen so viel Zeit, wie er es mir wert ist und ich habe für Gott so viel Zeit, wie er es mir wert ist. Der stol­ze, selbst­be­wuß­te Mensch genügt sich selbst. Er braucht nie­mand ande­ren: weder einen Mit­men­schen – noch einen Herr­gott! Er lebt nach der Paro­le:
Hilf dir selbst, dann brauchst du kei­nen Gott!“

Ganz anders der Spruch, den mir ein Freund für die Ver­kün­di­gung an die­sem Sonn­tag geschickt hat – er steht auf mei­nem Schreib­tisch: Wo Gott die­se Welt berührt, da begin­nen die Rosen zu blü­hen!

Viel­leicht ein Licht­blick in die­ser schwie­ri­gen Zeit!

Hans Striedl
Dom­propst em.