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Das glauben wir

„Metanoite!“

Pressemeldung am 19.02.2021

210221 Predigt Kirchgessner Title TV info-icon-20px Foto: Bayer / pbp

Die Exegeten, also die Fachleute der Bibelwissenschaft sagen uns, die Wahrscheinlichkeit sei groß, dass kurze, in der Bibel überlieferte Sätze mit direkter Rede tatsächlich so gesprochen und wortgetreu überliefert wurden. Ein solcher Satz findet sich im heutigen Evangelium: „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“ (Mk 1,15)

Die For­mu­lie­rung Die Zeit ist erfüllt“ haben wir eben erst zu Weih­nach­ten gehört. Zu dem Zeit­punkt, den Gott aus uns unbe­kann­ten Grün­den für den geeig­nets­ten hielt, kam Jesus in Bet­le­hem zur Welt. Jetzt, so Jesus beim Evan­ge­lis­ten Mar­kus, ist der rich­ti­ge Zeit­punkt für den Anbruch des Rei­ches Got­tes. Dar­um die Auf­for­de­rung Jesu: Kehrt um und glaubt an das Evan­ge­li­um! Im Grie­chi­schen heißt es: met­a­noie­te“, und das, so hat mir mein Pro­fes­sor für Neu­es Tes­ta­ment ein­ge­bläut, soll­te etwas dif­fe­ren­zier­ter als mit kehrt um“ wider­ge­ge­ben und ver­stan­den werden.

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Met­a­no­i­te beinhal­tet einen Drei­schritt:

1. Denkt um! Wie oft ste­hen wir Men­schen an, weil wir spü­ren, dass wir mit unse­rer bis­he­ri­gen Den­ke und mit unse­rem bis­he­ri­gen Han­deln nicht mehr wei­ter­kom­men. Und so sind wir gezwun­gen umzu­den­ken. Sie ken­nen wohl auch das Bon­mot: Der Kopf ist des­halb rund – und nicht eckig – damit das Den­ken auch mal die Rich­tung ändern kann. Die Schnell­le­big­keit unse­rer Zeit und die mit ihr ein­her­ge­hen­den neu­en Her­aus­for­de­run­gen erzwin­gen das gera­de­zu. Das gilt übri­gens auch für die Kir­che. Nur jam­mern, dass heu­te alles so ganz anders als frü­her sei, nur den Schwund an Gläu­bi­gen und Got­tes­dienst­be­su­chern zu bekla­gen, gewinnt noch kei­nen ein­zi­gen Men­schen für den Glau­ben neu. Neh­men wir die Rea­li­tä­ten wahr und stel­len wir uns den Her­aus­for­de­run­gen, den­ken wir um.

2. Den­ken wir anders als bis­her. Scheu­en wir uns nicht, neue Denk- und Hand­lungs­we­ge zu beschrei­ten. Wenn die alten Pfa­de aus­ge­latscht sind, muss man neue Spu­ren zie­hen. Dabei, so dür­fen wir sicher sein, wird uns Got­tes Hei­li­ger Geist beglei­ten.

Das bedeu­tet 3. – und jetzt wird es kon­kret -, han­deln wir anders als bis­her. Wenn ich sehe, dass ich im fal­schen Zug sit­ze, wäre es doch töricht zu sagen: Ja, aber der Zug ist doch ganz schön, das Per­so­nal recht nett und hier drin­nen ist es so kusche­lig warm… nein, ich muss brem­sen, u.U. die Not­brem­se zie­hen und umstei­gen. Das kos­tet Ener­gie und Kraft­auf­wand, lohnt sich aber, sie­he Kli­ma­kri­se.

Wir haben soeben die Fas­ten­zeit begon­nen. Wäre das nicht ein Mot­to für die 40 hei­li­gen Tage? Der Drei­schritt aus Met­a­noie­te“, der uns alle betrifft. 

  • 1. Wo soll und muss ich umdenken?
  • 2. Wo gilt es künf­tig ganz anders zu den­ken als bisher?
  • 3. Wo soll­te ich drin­gend mein Han­deln ändern? 

Das ist nicht nur ein gutes Pro­gramm zur Lösung gro­ßer Mensch­heits­pro­ble­me, es ist auch ein wun­der­ba­res geist­li­ches Pro­gramm für die Fas­ten­zeit – egal wie kir­chen­nah oder kir­chen­fern ich auch bin: Ich den­ke um, den­ke anders und hand­le anders als bis­her. Ich tue, was Jesus bei Mar­kus sagt: met­a­noie­te!

Msgr. Dr. Bern­hard Kirch­gess­ner
Dom­vi­kar