Das glauben wir

Der Name! - Predigt zum 5. Fastensonntag

Redaktion am 19.03.2021

Info Icon Foto: Hintermayr/pbp

Wussten Sie, dass gläubige Juden früher den Namen Gottes nicht aussprechen durften - und ihn stattdessen "der Herr" nannten, oder ganz einfach "der Name", HaSchem? Wir Christen haben das zum Teil übernommen, weil Namen auch für uns eine große Bedeutung haben. Genau darüber spricht Kaplan Hubertus Kerscher in seiner Predigt zum 5. Fastensonntag am 21. März 2021.

Es gibt Namen, die traut man sich kaum aus­zu­spre­chen. Wenn Sie zu denen zäh­len, die Har­ry Pot­ter gele­sen haben, dann ken­nen Sie sicher Den, des­sen Name nicht genannt wer­den darf“. Damit ist Vol­de­mort, der Böse­wicht der gan­zen Saga, gemeint. Er ver­brei­tet so viel Schre­cken, dass die Men­schen sich nicht mal trau­en, sei­nen Namen laut zu sagen.

Der, des­sen Name nicht aus­ge­spro­chen wer­den darf“ – damit ist im Juden­tum auch Gott gemeint. Der Name Got­tes, den Mose am bren­nen­den Dorn­busch erfrägt, wird von gläu­bi­gen Juden nicht mehr aus­ge­spro­chen. Sie sagen statt­des­sen der Herr“, oder ganz ein­fach der Name“ – HaSchem. Wir Katho­li­ken haben das zumin­dest ein Stück weit über­nom­men: In unse­rer neu­en Ein­heits­über­set­zung der Bibel steht auch nicht mehr der Got­tes­na­me, son­dern wir lesen dort der HERR“, in Großbuchstaben.

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Nun ist Gott aber nicht der Böse­wicht in unse­rer bibli­schen Geschich­te. Gott ist das Gute und Gerech­te schlecht­hin. Jesus wird uns schließ­lich ein Gebet leh­ren – das Vater­un­ser –, in dem wir dar­um bit­ten: Gehei­ligt wer­de dein Name!“ Heu­te im Evan­ge­li­um hören wir nun, dass Jesus sogar in der Gewiss­heit sei­nes kom­men­den Kreu­zes­lei­dens sagt: Vater, ver­herr­li­che dei­nen Namen!“

Wir ler­nen in all dem eine Sache: Den Namen Got­tes hei­li­gen, ihn zu ver­herr­li­chen, meint nicht Angst davor zu schü­ren, oder ein bestimm­tes Wort zu beweih­räu­chern. Die Got­tes­be­zie­hung Jesu, mei­ne und Ihre Got­tes­be­zie­hung – sie zeigt sich dar­in, was die­ser Name für mich und für Sie bedeu­tet! All unser Beten steht unter die­ser Über­schrift genau­so wie unser gan­zes Leben. Wer ist die­ser Gott für mich? Wer ist die­ser Unaus­sprech­li­che, der da sein will – der so sein wird, wie er eben sein wird. Der da ist in den dun­kels­ten Stun­den, genau­so wie im Wun­der und im Schö­nen. Gott ist in mei­nem Leben und in jeder Lebens­la­ge da, er lässt sich nicht von außen fest­le­gen. Der Vater, der für Jesus so unend­lich nah ist – selbst in der Dun­kel­heit des Kreu­zes, im Tod – er ret­tet und in Jesus führt er am Ende zu lich­ter Auf­er­ste­hung.

Huber­tus Ker­scher
Kaplan im Pfarr­ver­band Pocking

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