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Das glauben wir

Lichtblick!

Pressemeldung am 10.07.2020

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Wo Gott diese Welt berührt, da beginnen die Rosen zu blühen! Wenn dieser Spruch eines Freundes von Hans Striedl wohl kein Lichtblick in der jetzigen Krise ist. Was dieser Spruch mit dem Sonntagsevangelium zu tun hat, erklärt der Dompropst em. in seiner Predigt zum 15. Sonntag im kirchlichen Jahreskreis am 12. Juli 2020.

Es klingt wie eine unglaub­li­che Pro­vo­ka­ti­on:
Auch Got­tes Wort kann schei­tern – auch Gott kennt den Mißer­folg.
Beim Got­tes­dienst an die­sem Sonn­tag hören wir es: Got­tes Wort wird als Saat in die Welt gesät – aber auch die­se Saat kann ver­lo­ren gehen, kann zer­tre­ten wer­den und unter den Dor­nen ersti­cken.
Die­se Erfolg­lo­sig­keit Got­tes ist schon Vie­len zum Ärger­nis gewor­den. Denn in der heu­ti­gen Welt zäh­len Leis­tung und Erfolg. Das Zau­ber­wort von heu­te heißt: Erfolg.
Der eng­li­sche Schrift­stel­ler und Zeit­kri­ti­ker Geor­ge Ber­nard Shaw hat das zyni­sche Wort geprägt: Es gibt eine Sün­de, die unse­re Gesell­schaft nie ver­zeiht: Das ist die Erfolglosigkeit.

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Umge­kehrt könn­te man sagen: Unse­re Gesell­schaft ver­zeiht selbst­ver­ständ­lich alle Sün­den; aber sie tram­pelt unbarm­her­zig auf dem her­um, der kei­nen Erfolg hat. Die­ses Stre­ben nach Leis­tung hat längst unse­re Kin­der in den Schul­klas­sen erreicht: Wer wei­ter­kom­men will, wer mit der Eli­te mit­hal­ten will, muß erst­klas­si­sche Leis­tun­gen auf­wei­sen. Was aber ist mit den unge­zähl­ten Men­schen, die ein Leben in Erfolg­lo­sig­keit und oft genug mit unbe­schreib­li­chen Pro­ble­men bewäl­ti­gen müs­sen? Wie wer­den ein­mal die Kin­der ihr Leben bewäl­ti­gen, die von klein auf nichts ande­res erlebt haben als Krieg und Bom­ben, Angst und Not, zer­stör­te Häu­ser und einen unbe­schreib­li­chen Hass?

Der Christ erfährt im Evan­ge­li­um, dass Erfolg nicht alles ist und dass die Schwä­che des Men­schen nicht sinn­los sein muß, denn:

  • Beschenkt wer­den kann nur, wer lee­re Hän­de hat.
  • Ler­nen kann nur, wer sei­ne Unwis­sen­heit eingesteht.
  • Nur die Hung­ri­gen suchen nach Spei­se – nur die Gefan­ge­nen suchen nach Erlösung.

Der stol­ze, selbst­be­wuss­te Mensch genügt sich selbst. Er braucht nie­mand ande­ren, weder einen Mit­men­schen – noch einen Herr­gott! Er lebt nach der Paro­le: Hilf dir selbst, dann brauchst du kei­nen Gott!“ Ganz anders der Spruch, den mir ein Freund geschickt hat – er steht auf mei­nem Schreibtisch:

Wo Gott die­se Welt berührt, da begin­nen die Rosen zu blühen!

Viel­leicht ein Licht­blick in der Coronakrise.

Hans Striedl
Dom­propst i.R.