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Das glauben wir

Suchen und Sich-finden-lassen!

Redaktion am 13.08.2021

210815 Predigt Kirchgessner title info-icon-20px Foto: Stefanie Hintermayr/pbp

Wer sich von Gott finden lässt, dem steht der Himmel offen. Tolle Zukunftsaussichten, meint Domvikar Bernhard Kirchgessner, Leiter des Exerzitien- und Bildungshauses Spectrum Kirche Passau-Mariahilf. In seiner Predigt zum Hochfest Mariä Himmelfahrt am 15. August 2021 geht er genauer auf "Suchen und Sich-finden-lassen" ein.

Bei jedem Vero­na-Besuch führt mich mein Weg zum Dom, wo ich vor einem Bild Tizi­ans, wel­ches die Auf­nah­me Mari­ens in den Him­mel zeigt, stets staun­nend ste­hen­blei­be. Das Werk aus dem Jahr 1535 zeigt die in den Him­mel erho­be­ne Got­tes­mut­ter, die gütig auf die Schar der Apos­tel schaut. Letz­te­re hat Tizi­an um das offe­ne Grab Mari­ens grup­piert. Wäh­rend die einen mit erho­be­nen Hän­den gen Him­mel bli­cken, suchen die ande­ren im Grab nach sterb­li­chen Über­res­ten, so rea­lis-tisch dar­ge­stellt, als stün­den die Apos­tel am Wühl­tisch eines Kauf­hau­ses. Tizi­an unter­streicht so eine theo­lo­gi­sche Aus­sa­ge, die seit dem Kon­zil von Ephe­sus Com­mon sen­se” der West‑, wie der Ost­kir­che ist und lau­tet: Maria wur­de mit Leib und See­le in den Him­mel auf­ge­nom­men. Zum Beweis” dafür hält einer der Apos­tel den Gür­tel vom Kleid Mari­ens in Hän­den, ein­zi­ger Rest aus ihrem Grab. Hat die kirch­li­che Leh­re von der Auf­nah­me Mari­ens in den Him­mel einen Rück­halt in der Hei­li­gen Schrift

M.E. ist das 15. Kapi­tel des ers­ten Korin­ther­brie­fes mit das stärks­te Zeug­nis für die Auf­er­ste­hung Jesu. Chris­tus ist von den Toten auf­er­weckt wor­den als der ers­te der Ent­schla­fe­nen”. Wenn es einen Ers­ten gibt, muss es auch Fol­gen­de geben. Das betont der Text, wenn er fort­fährt: Es gibt aber eine bestimm­te Rei­hen­fol­ge: Ers­ter ist Chris­tus: dann fol­gen, wenn Chris­tus kommt, alle, die zu ihm gehören.”

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Wenn über­haupt jemand zu Chris­tus gehört, dann die Frau, die ihn gebo­ren hat, die an der via dolo­ro­sa stand, die Mut­ter, die den Sohn am Kreuz ster­ben sah. Kein Irdi­scher war und ist Chris­tus näher als sei­ne Mut­ter. Die­se Nähe gibt er gleich­sam an uns wei­ter, wenn er am Kreuz hän­gend zu Maria und Johan­nes spricht: Frau, sie­he dein Sohn, Sohn, sie­he dei­ne Mut­ter.” Mit ihm, dem Lieb­lings­jün­ger, hat Chris­tus ster­bend als letz­ten Akt uns allen sei­ne Mut­ter zur Mut­ter gege­ben. Wenn also Chris­tus der Ers­te der Ent­schla­fe­nen ist, dür­fen wir nach die­sem bibli­schen Zeug­nis sicher sein, dass Maria ihm fol­gen durf­te und in den Him­mel, d.h. in den Herr­schafts-bereich Got­tes erho­ben wurde. 

Das hat auch Bedeu­tung für uns. Wenn mit Johan­nes alle Gläu­bi­gen unter dem Kreuz stan­den, dann hat der Ster­ben­de in der Per­son des Johan­nes uns allen Maria zusätz­lich zu unse­rer leib­li­chen Mut­ter als Mut­ter zuge­wie­sen. Wenn wir im Glau­ben Pau­lus zustim­men kön­nen: Ers­ter ist Chris­tus, Zwei­te ist Maria, dann fol­gen alle, die zu ihm gehö­ren”…, dann steht auch uns die Auf­nah­me in den Him­mel offen. In Jesus hat Gott den Anfang gesetzt, mit Maria die Rei­he fort­ge­setzt und eines Tages wird die Rei­he an uns sein – vor­aus­ge­setzt, wir suchen wie Maria die Nähe zu Jesus. Die Nähe Jesu suchen hat eine akti­ve und eine pas­si­ve Sei­te, näm­lich Gott suchen und sich von ihm fin­den und in sei­ne Nähe holen lassen. 

Manch­mal kommt mir der moder­ne Mensch wie ein Kind vor, das mit ande­ren Ver­ste­cken spielt und sich bewusst so gut ver­steckt, dass es garan­tiert nicht gefun­den wird. Der­je­ni­ge, der uns sucht ist Gott. Er sucht uns in und mit sei­nem Sohn Jesus Chris­tus. An uns liegt es, sich von ihm fin­den und in sei­ne Nähe rufen zu las­sen. Wer sich von ihm fin­den lässt, dem steht der Weg zur per­sön­li­chen Auf­nah­me in den Him­mel offen. Sind das nicht tol­le Zukunftsaussichten?

Bern­hard Kirch­gess­ner
Lei­ter Exer­zi­ti­en- und Bil­dungs­haus Spec­trum Kir­che Passau-Mariahilf