Das glauben wir

Die Flamme des Glaubens

Wolfgang-Christian Bayer am 07.06.2019

190509_Sonntagspredigt_Bär_Title_TV

Die Pfingstzeit ist für uns Christen immer wieder die Zeit, um Dinge zu verändern, uns selbst zu hinterfragen und auf gute Eingebungen zu hoffen - wie uns Dompropst Dr. Michael Bär, in seiner Predigt zum Pfingstsonntag, erklärt.

Es braucht Ein­fäl­le, gute Ide­en, um im Leben wei­ter zu kom­men. Nicht alle Men­schen sind glei­cher­ma­ßen mit guten Ein­fäl­len geseg­net. Oft aber genügt schon einer, der dann eine gan­ze Fami­lie, ein gan­zes Dorf, ein gan­zes Land, ja die gan­ze Welt mit einer wun­der­ba­ren Idee beschen­ken kann und sie begeis­tert.

Den­ken Sie an den klei­nen Wicky aus dem Wickin­ger­dorf. Stand die Lösung eines gro­ßen Pro­blems an, dann hat­te Wicky immer eine Idee. Er rieb sich die Nase, dach­te kurz nach und plötz­lich schoss ihm der Ein­fall in den Kopf und leuch­te­te wie unzäh­li­ge Ster­ne.
Archi­me­des von Syra­kus, ein genia­ler Mathe­ma­ti­ker, lief eines Tages nackt durch die Stadt und schrie. Heu­re­ka, heu­re­ka, ich hab’s gefun­den! Tat­säch­lich war ihm die Lösung eines mathe­ma­ti­schen Pro­blems ein­ge­fal­len. Aus­ge­rech­net in der Bade­wan­ne.

Heu­te sind wir Zeu­gen, wie den Jün­gern Jesu etwas ein­fällt. Der Hei­li­ge Geist fällt auf sie her­ab, fährt in sie hin­ein. Und plötz­lich ist nichts mehr wie vor­her. Die eben noch gras­sie­ren­de Angst ist ver­flo­gen. Die Jün­ger gehen an die Öffent­lich­keit. Sie pre­di­gen, wie ihnen der Schna­bel gewach­sen ist. Und sie­he da! Alle ver­ste­hen die­se Bot­schaft von der Auf­er­ste­hung Jesu Chris­ti. Die­ser Geis­tes­ein­fall, die­ser Geis­tes­blitz hat die gan­ze Welt ver­än­dert. Die Jün­ger sind aus­ge­schwärmt und haben die Fro­he Bot­schaft Jesu ver­brei­tet. Sie waren inspi­riert, begeis­tert von die­ser Bot­schaft und haben ihrer­seits die Men­schen in ihren Pre­dig­ten inspi­riert und begeis­tert. So hat die anste­cken­de Flam­me des Glau­bens ihren Weg durch die gan­ze Welt gefun­den.

Ein Ein­fall, eine Inspi­ra­ti­on ist ein Geschenk, man kann ihn nicht erzwin­gen. Aller­dings kann man für inspi­rie­ren­de Umstän­de sor­gen. Wicky hat sich an der Nase gekratzt, Archi­me­des hat ein ent­span­nen­des Bad genom­men. Jeder hat so sei­ne Metho­den, um zu guten Ein­fäl­len zu gelan­gen. Aber im letz­ten blei­ben sie ein Geschenk.

Der gute, der Hei­li­ge Geist, so glau­ben wir, ist ein Geschenk Got­tes, eine Gabe Jesu Chris­ti. Sei­ne Inspi­ra­ti­on, sei­ne Ein­fäl­le hel­fen uns, das Leben als gläu­bi­ge Chris­ten zu gestal­ten. Eine idea­le Metho­de, ihm den Weg zu berei­ten ist die Stil­le, die Medi­ta­ti­on, das Gebet.
Vom Hei­li­gen Bru­der Kon­rad wird erzählt, wenn er vor dem Aller­hei­ligs­ten bete­te, konn­te man Licht­strö­me beob­ach­ten zwi­schen ihm und Jesus, Geis­tes­blit­ze. Die vie­len All­tags­pro­ble­me an sei­ner Klos­ter­pfor­te konn­te er stets gelas­sen lösen, an Ein­fäl­len man­gel­te es ihm nie.
Ich wün­sche Ihnen ein geist­rei­ches Pfingstfest!

Pre­digt von Dom­propst Dr. Micha­el Bär