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Das glauben wir

S' Lebn is hirt!

Redaktion am 16.07.2021

210718 Predigt Nirschl foto3 info-icon-20px Foto: Stefanie Hintermayr/pbp

Vita pastor est! Dieser lateinische Spruch erinnert Pfarrer Michael Nirschl immer wieder an seine Schulzeit. Zu Deutsch: Das Leben ist ein Hirte. Man könnte den Satz aber auch ins Bayrische übersetzen mit: "S'Lebn is hirt" - Das Leben ist hart. Zwei völlig gegensätzliche Botschaften, die aber beide auf unser Leben als Christen zutreffen, erklärt Pfarrer Nirschl in seiner Predigt zum 16. Sonntag im kirchlichen Jahreskreis am 18. Juli 2021.

Aus der Zeit des müh­sa­men Latein­ler­nens ist bei mir schon eini­ges wie­der in Ver­ges­sen­heit gera­ten. Dafür steigt die Kennt­nis im sog. Küchen­la­tein“: Eine mei­ner liebs­ten Wort-Spie­le­rein ist die­se: Vita pas­tor est!“ Wört­lich über­setzt klingt die­ser Satz rela­tiv sinn­los: Das Leben ist ein Hir­te“. Spricht man ihn aber im Dia­lekt aus, passt es: Vita pas­tor est – s‘Lebn is hirt!“

Wenn wir auf das Evan­ge­li­um schau­en, das an die­sem Sonn­tag ver­kün­det wird, dann bekom­men wir mit den 12 Apos­teln Men­schen vor­ge­stellt, die es tat­säch­lich hirt“ haben. Sie keh­ren nach ihrer ers­ten Mis­si­ons­rei­se zu Jesus zurück. Er hat ihnen zuge­traut und sie beauf­tragt, wie er das Reich Got­tes zu ver­kün­den. Ganz ver­aus­gabt haben sie sich. Völ­lig auf­ge­gan­gen sind sie in ihrer Auf­ga­be, Jesu Bot­schaft in Wort und Tat zu ver­kün­den. Auf Anhieb hat es geklappt! Sie kom­men zurück und haben sogar eine Schar Men­schen im Schlepp­tau, die Sehn­sucht und Hun­ger nach Gott haben. Was für ein gran­dio­ser Erfolg! Die­ser Erfolg hat aber auch sei­nen Preis: Sie sind fix und fer­tig. Sie mer­ken: Das Leben in der Nach­fol­ge Jesu: Es kann auch hirt“ sein!

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Vita pas­tor est!“ Wie gut, dass Jesus wirk­lich ein Pas­tor“ ist: Einer, der mit­ten im hir­ten Leben ein ech­ter Hir­te ist! Er schickt die Zwölf näm­lich nicht nur aus, damit sie irgend­wie und irgend­et­was wer­keln“, damit der Betrieb halt läuft. Er tut viel mehr! Er bin­det sie an sich, weil sie ja in sei­nem Auf­trag und mit sei­ner Voll­macht auf­tre­ten. Des­halb ist es nur kon­se­quent, dass er auch Sor­ge dafür trägt, dass es ihnen dabei gut geht, dass sie ihr Tun nicht über­for­dert, dass sie nicht im Hams­ter­rad lan­den und kei­nen Scha­den neh­men! Noch bevor er sich den vie­len war­ten­den Men­schen zuwen­det, gilt Jesu Auf­merk­sam­keit sei­nen Mit­ar­bei­tern: Kommt, und ruht ein wenig aus!“

Jesus ist der bes­te aller Seel­sor­ger, ein echt guter Hir­te, der in har­ten Zei­ten für Ruhe und Ent­span­nung sorgt. Er zeigt, dass er Ver­ant­wor­tung trägt. Er inter­es­siert sich für sie und ihr Tun, er sorgt sich. Er for­dert aber auch von ihnen. Es ist ihm ernst. Er will nicht, dass bezahl­te Knech­te in sei­nem Dienst ste­hen oder gar wel­che, die nur auf Wol­le und Fleisch aus sind. Er braucht Hir­ten nach sei­ner Art für die Scha­fe sei­ner Her­de! Dar­um setzt er alles ein, was er kann.

Damit ist er auch Vor­bild für alle, die inner­halb und außer­halb der Kir­che eine Lei­tungs­auf­ga­be inne­ha­ben. Ihnen kön­nen wir heu­te nur wün­schen und für uns alle erbit­ten, sich das Bei­spiel Jesu zu Her­zen zu neh­men und zu ech­ter Hir­ten­sor­ge bereit zu sein – gera­de in auf­rei­ben­den und anstren­gen­den Zei­ten wie diesen.

Denn wir alle wis­sen: Vita pas­tor est! – S‘Lebn is hirt!“ Es bleibt tat­säch­lich hart, wenn wir nur auf uns allein gestellt sind. Wir alle brau­chen einen guten Hir­ten! Jesus Chris­tus, den Hir­ten aller Hir­ten und in sei­ner Nach­fol­ge vie­le, die in den ver­schie­dens­ten Facet­ten sei­nen Hir­ten­dienst aus­üben. Was es bringt, sich mit­ten im harten/​hirten Leben dem guten Hir­ten anzu­ver­trau­en? Psalm 23 sagt es uns: Lau­ter Güte und Huld wer­den mir fol­gen mein Leben lang!“

Ich wün­sche Ihnen einen geseg­ne­ten Sonn­tag und die wun­der­ba­re Erfah­rung, vom guten Hir­ten auf dem Weg zum Leben in Fül­le beglei­tet zu sein!

Micha­el Nirschl
Pfar­rer in Waldkirchen