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Das glauben wir

Das Gesetz!

Redaktion am 27.08.2021

210829 Predigt Haslberger TV info-icon-20px Foto: Bayer / pbp

Juristen können ein Lied davon singen: Gesetzestexte sind meist eine staubtrockene Angelegenheit und fast immer Auslegungssache. Dass es aber auch in der christlichen Lehre ohne Gesetze nicht geht und diese jedoch kein Joch sondern eine Freiheit darstellen, davon berichtet Pfarrer Anton Haslberger, in seiner Predigt zum 22. Sonntag im kirchlichen Jahreskreis, am 29. August 2021.

Geset­ze, Vor­schrif­ten und Regeln sind für uns bis wei­len eher nega­tiv kono­tiert. Auch im bibli­schen Kon­text haben Geset­ze oft einen eigen­ar­ti­gen Geschmack. Dies kommt nicht von unge­fähr. Auch in der pau­li­ni­schen Theo­lo­gie ist die Span­nung von Frei­heit und Gesetz ange­legt. Pau­lus kämpft auf dem Apos­tel­kon­zil von Jeru­sa­lem so lei­den­schaft­lich dafür, dass zum Chris­ten­tum bekehr­te Hei­den, frei sein müs­sen vom jüdi­schen Gesetz. Es klingt an, dass das Gesetz etwas unfrei­es hat und unfrei macht.

Die sonn­täg­li­che Lesung aus dem Buch Deu­te­ro­no­mi­um weist in eine ande­re Rich­tung. Die Geset­ze und Rechts­vor­schrif­ten sind so wei­se und dem mensch­li­chen Leben und Zusam­men­le­ben so dien­lich, dass ande­re Völ­ker und Natio­nen bewun­dernd auf das klei­ne Volk Isra­el schau­en, weil ihnen ihr Gott so nahe kommt, weil er mit Isra­el eine Lebens­ge­mein­schaft ein­geht. Hier wird Gesetz ver­stan­den als Ermög­li­chung einer leben­di­gen Frei­heit, weil sie in der Ver­bun­den­heit mit dem leben­di­gen Gott gründet. 

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Die jüdi­sche Bezie­hung zum Gesetz, zur Tora ist durch eine dyna­mi­sche Span­nung geprägt. Einer­seits wer­den die über­lie­fer­ten Tex­te buch­sta­ben­ge­treu bewahrt, ande­rer­seits wer­den die Wei­sun­gen je nach den Bedürf­nis­sen neu­er Zei­ten aus­ge­legt. Schrift­li­che und münd­li­che Über­lie­fe­rung spie­geln sich in Tora, Misch­na und Tal­mund wie­der.

Ent­schei­dend für unse­re heu­ti­gen Debat­ten in Gesell­schaft und Kir­che ist, dass wir Frei­heit und Gesetz nicht gegen­ein­an­der stel­len, son­dern ihre Bedingt­heit suchen und erken­nen. Je tie­fer wir Men­schen den Gesetz­mä­ßig­kei­ten des Lebens in uns auf die Spur kom­men, des­to wei­ter wird unse­re Frei­heit, die dann gera­de eben nicht Belie­big­keit ist, son­dern gemein­sam ver­ant­wor­te­te Frei­heit in den gege­be­nen Gesetz­mä­ßig­kei­ten des Lebens.

Jesus von Naza­reth sagt uns, dass er nicht gekom­men sei, das Gesetz auf­zu­he­ben, son­dern es zu erfül­len. In IHM ist die Gesetz­mä­ßig­keit der Nähe Got­tes zu uns Men­schen Fleisch gewor­den – ist kon­kret leben­dig gewor­den.

Und Jesus sagt auch, dass der Mensch nicht für den Sab­bat, son­dern der Sab­bat für den Men­schen da ist. Es geht nicht um eine äuße­re Erfül­lung, son­dern um den Respekt vor uns selbst. Freie Men­schen leben nicht nur von der Arbeit, sie leben auch von Frei­räu­men in denen sie den Gesetz­mä­ßig­kei­ten des eige­nen Lebens auf die Spur kom­men und die­se Erkennt­nis zur grö­ße­ren Frei­heit aller teilen.


Anton Hasl­ber­ger
Pfar­rer im Pfarr­ver­band Ortenburg