Kirche vor Ort

Reise des Pfarrverbandes Triftern ins Baltikum

Wolfgang-Christian Bayer am 06.09.2019

190906_Reisebericht Baltikum info-icon-20px Foto: Maria Pregel

Unter dem Motto „Litauen – Lettland – Estland – Kultur und Natur der Bernsteinküste unternahmen 25 Reisende aus dem Pfarrverband Triftern und umliegenden Pfarreien eine Reise in die baltischen Länder.

Die Rei­se­lei­tung lag in den bewähr­ten Hän­den von Pfar­rer Dr. Wal­de­mar Hadul­la, der die Rei­se auch zusam­men­ge­stellt hat­te. Mit meh­re­ren Vor­trä­gen hat­te er die Rei­se­ge­sell­schaft auf die Rei­se vor­be­rei­tet. Mit dem Flug­zeug ging es von Mün­chen über Wien in die litaui­sche Haupt­stadt Vill­ni­us wo man bei einem Rund­gang die wun­der­bar restau­rier­te Alt­stadt besich­tig­te. Vita­lia, die Rei­se­be­glei­te­rin wuss­te viel über die pracht­vol­len Gebäu­de, sowie über die Geschich­te der Stadt zu berich­ten. Höhe­punkt war das Tor der Mor­gen­rö­te“, ein Teil der ehe­ma­li­gen Stadt­mau­er in dem ein Gna­den­bild der Schwar­zen Madon­na ver­ehrt wird. Vor dem auch die Rei­sen­den eine kur­ze Andacht hiel­ten, sowie die Besich­ti­gung des St. Sta­nis­law – Kathedrale.

Am nächs­ten Tag ging es wei­ter nach Tra­kai, der alten Haupt­stadt Litau­ens, mit alten gut erhal­te­nen Holz­häu­sern, sowie der mit­ten in einem See gele­ge­nen Burg Tra­kai, die in den letz­ten Jah­ren kom­plett restau­riert wur­de und von der Macht der eins­ti­gen Herr­scher des Groß­fürs­ten­tums Litau­en zeugt. Mit einem Rund­gang durch die Alt­stadt mit ihrer alten Karä­er-Sied­lung (Karä­er sind Anhän­ger eine streng­gläu­bi­gen alt­jü­di­schen Sek­te) ende­te der Tag.

Ein beson­de­rer Höhe­punkt der Rei­se war natür­lich die Fahrt an die Kuri­sche Neh­rung. Über Klai­pe­da, das bis 1945 Memel hieß und zu Ost­preu­ßen gehör­te, ging die Fahrt mit einer Fäh­re über das Haff zu den Toten Dünen. Ein beson­de­res Erleb­nis war der Spa­zier­gang in den Sand­dü­nen — in kur­zer Zeit waren die Spu­ren vom Wind, der von der Ost­see her weht und den Sand vor sich her­treibt, wie­der zuge­weht. Meh­re­re Dör­fer sind so schon unter dem Sand ver­sun­ken. Natür­lich durf­te auch der Besuch des Feri­en­hau­ses des deut­schen Lite­ra­tur-Nobel­preis-Trä­gers Tho­mas Mann nicht feh­len. Er hat es sich in den 1920er Jah­ren erbau­en las­sen und ist sehr gut erhal­ten ist. Über­nach­tet wur­de in einem Hotel auf der Kuri­schen Nehrung.

Der Berg der Kreu­ze“, eine Ansamm­lung von tau­sen­den von Kreu­zen, war ein wei­te­rer Höhe­punkt der Rei­se. Auf einem Hügel mit­ten in der Land­schaft ste­hen die­se Kreu­ze als Aus­druck des Glau­bens der Litau­er, aber auch des Wider­stands gegen die Sowjet­macht, der es wäh­rend ihrer Herr­schaft nicht gelang die­ses Glau­bens­zeug­nis zu ver­nich­ten. Eine Eucha­ris­tie­fei­er im neu erbau­ten Fran­zis­ka­ner­klos­ter am Berg der Kreu­ze war der reli­giö­se Höhe­punkt der Reise.

Wei­ter ging es nach Riga. Die Haupt­stadt Lett­lands war eine Grün­dung von Bischof Albert von Bre­men, sie gehör­te im Mit­tel­al­ter zu den Han­se­städ­ten und hat eine gut erhal­te­ne Alt­stadt sowie eine sehens­wer­te Neu­stadt mit präch­ti­gen Jugend­stil­bau­ten. Eines die­ser Häu­ser dient als Muse­um und gab den Besu­chern einen Ein­blick in das Leben die­ser Zeit in Riga.

Dass das Bal­ti­kum nicht nur schö­ne Städ­te, son­dern auch eine wun­der­ba­re Land­schaft hat, konn­ten die Rei­sen­den am nächs­ten Tag erle­ben. Im Gau­ja-Natio­nal­park besich­tigt man die Gut­mans-Höh­le, die Ordens­burg mit restau­rier­tem Burg­fried, der eine groß­ar­ti­ge Aus­sicht bot, eine mit­tel­al­ter­li­che Holz­kir­che mit dem Grab von Tura­jas Rose“ – einem wun­der­schö­nen Mäd­chen, das der Lie­be wegen ermor­det wur­de und als beson­de­re Stel­le für Lie­ben­de gilt.

Höhe­punkt war das lan­des­ty­pi­sche Mit­tag­essen auf einem Bau­ern­hof, nach dem man gestärkt wei­ter Rich­tung Est­land fuhr. In der Uni­ver­si­täts­stadt Tar­tu, der ältes­ten Stadt des gan­zen Bal­ti­kums, wur­de nach einer kur­zen Füh­rung das Hotel bezogen.

Die alte Han­se­stadt Reval hat nach der poli­ti­schen Wen­de 1992 den ursprüng­li­chen Namen Tal­linn (Dänen­stadt) wie­der ange­nom­men. In der Haupt­stadt von Est­land wur­de das Barock­schloss Kadriorg, die gewal­ti­ge Rui­ne des ehe­ma­li­gen Bir­git­ten­klos­ters, sowie die berühm­te Sän­ger­büh­ne besucht. Am Abend fei­er­te die Rei­se­grup­pe einen Got­tes­dienst mit der katho­li­schen Gemein­de von Tal­linn – aller­dings in rus­si­scher Spra­che, da aber die Ges­ten und der Ablauf eines katho­li­schen Got­tes­diens­tes über­all auf der Welt gleich sind, konn­te man sehr gut mit­fei­ern. In einem typi­schen Tal­lin­ner Gast­haus wur­de das gemein­sa­me Abschieds­es­sen eingenommen.

Der letz­te Tag der Rei­se stand zur frei­en Ver­fü­gung. Man­che nutz­ten die Zeit, sich den Fähr­ha­fen mit den rie­si­gen Fähr- und Kreuz­fahrt­schif­fen anzu­se­hen, ande­re kauf­ten noch die berühm­te Tal­lin­ner Scho­ko­la­de oder ande­re est­ni­sche Spe­zia­li­tä­ten als Mit­bring­sel ein. Nach dem Abschied von Vita­lia, der Rei­se­lei­te­rin, sowie von Ser­gej, dem Bus­fah­rer, der die Grup­pe unfall­frei durch das Bal­ti­kum gefah­ren hat­te, ging es mit dem Flug­zeug über Frank­furt nach Mün­chen, wo der Bus schon war­te­te und die Rei­se­grup­pe wohl­be­hal­ten ins Rot­tal zurückbrachte.

Foto: Maria Pre­gel
Text: Hans Hochecker