Bistum

Selbstfindung und Verantwortung heranwachsender Jungen begleiten

Thomas König am 24.10.2019

1421_Atrium_01B info-icon-20px Foto: Walter Sendner

Rund 70 Väter, Mütter und Interessierte hatten sich am Mittwochabend im Atrium des Vilshofener Gymnasiums eingefunden. Es wurde den Fragen nachgegangen „Wie begleite ich heranwachsende Jungen erfolgreich durch die Pubertät?“ und „Welches Eltern-Verhalten fördert Jungen bei der Selbstfindung und Übernahme von Verantwortung“?

OStD und Schul­lei­ter Ste­fan Win­ter begrüß­te einen Exper­ten zu die­sem offe­nen Eltern­abend“. Aus Augs­burg war der Fami­li­en­be­ra­ter Peter Karl zu Gast. In sei­nen Aus­füh­run­gen gab er einen kur­zen Über­blick über die kör­per­li­chen und psy­chi­schen Ver­än­de­run­gen in der Puber­tät bei Jun­gen. Die Eltern im Audi­to­ri­um konn­ten ihre Erfah­run­gen und Fra­gen dazu ein­brin­gen. Den Hin­weis Gehirn wegen Umbau geschlos­sen“ müss­ten Eltern und Leh­rer bei puber­tie­ren­den Jun­gen unbe­dingt im Sin­ne von Für­sor­ge und begrenz­ter Ver­ant­wort­lich­keit beher­zi­gen. Das Aben­teu­er-Gen“ und das Bequem­lich­keits-Gen“, sag­te Peter Karl, spiel­ten in die­sen Jah­ren bei den Buben unbe­re­chen­ba­re Kapriolen.

Das behut­sa­me Hin­ein­füh­ren in eine alters­ge­mä­ße Selb­stän­dig­keit und Ver­ant­wor­tungs­über­nah­me bedür­fe eines gedul­di­gen und manch­mal mit Humor ertra­ge­nen täg­lich neu­en Aus­han­delns mit den jun­gen Rebel­len. Eltern und Erzie­hen­de soll­ten sich dabei nicht über den Tisch zie­hen las­sen und mutig ihre eige­nen Lebens- und Wer­te­über­zeu­gun­gen mit bei­spiel­haf­ten Ver­hal­ten in die Aus­ein­an­der­set­zun­gen ein­brin­gen. Die Jun­gen beob­ach­ten sehr scharf, wie Eltern und Erwach­se­ne auf Pro­vo­ka­tio­nen reagie­ren. Sie imi­tie­ren es, oder nut­zen es auch schamlos.

Bevor es zu unbe­herrsch­ba­ren und aus­ufern­den Sze­nen kommt, ist ein kon­trol­lier­ter Rück­zug kei­ne Nie­der­la­ge“, erläu­ter­te der Fami­li­en­be­ra­ter. Häu­fig wer­de gegen­wär­tig die Han­dy- und Inter­net­nut­zung als päd­ago­gi­sches Mit­tel ver­wen­det. Peter Karl leg­te Eltern und Erzie­hen­den nahe, als Letzt­ver­ant­wort­li­che grund­sätz­lich die Her­an­wach­sen­den bei der Nut­zung der moder­nen Medi­en nicht unbe­auf­sich­tigt zu las­sen. Ein ver­ant­wort­li­cher Umgang mit Inter­net­por­ta­len, Spie­len und Smart­pho­nes bedür­fe kla­rer Regeln.

Unan­ge­kün­dig­te, will­kür­li­che und abrup­te Ein­schrän­kun­gen oder Abschal­tun­gen in der Nut­zung lehn­te der Exper­te jedoch ab. Fai­res Aus­han­deln und Ein­hal­ten von Nut­zungs­zei­ten alters­ge­mä­ßer Pro­gram­me und Spie­le könn­ten wert­vol­le Schrit­te bei der Selbst­fin­dung und Ver­ant­wor­tung her­an­wach­sen­der Jun­gen sein. 

Ger­hard Mager, Geschäfts­lei­ter der Kath. Erwach­se­nen­bil­dung und Wal­ter Send­ner von der Fami­li­en­pas­to­ral der Diö­ze­se Pas­sau waren Mit­ver­an­stal­ter die­ses offe­nen Eltern­abends im Vils­ho­fe­ner Gym­na­si­um. Wal­ter Send­ner ver­wies dar­auf, dass die gesell­schaft­li­che Gen­der­de­bat­te nach­weis­lich den Jun­gen grö­ße­re Irri­ta­tio­nen bei der Selbst­an­nah­me berei­tet, als den Mäd­chen. Die Vor­bild­funk­ti­on von Vätern, Leh­rern und Erzie­hern kom­me daher eine hohe Bedeu­tung zu. Bei nicht weni­gen Män­nern herr­sche da aller­dings eben­falls Ver­un­si­che­rung und Expe­ri­men­tier­ter­rain. Da gel­te es — ähn­lich wie es die Jugend­li­chen prak­ti­zie­ren- in Gleich­alt­ri­gen Grup­pen Ori­en­tie­run­gen zu suchen. Ger­hard Mager und Wal­ter Send­ner ver­wie­sen dabei auf die Ange­bo­te des MÄNNER+GLAUBE Pro­gramms und die Kath. Erwach­se­nen­bil­dung des Bis­tums Passau.

Text und Fotos: Wal­ter Sendner