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Soziales

Start „Klimafasten“ und „Solibrot“-Aktion

Pressemeldung am 28.02.2020

Februar20 klimafasten1 Foto: Mareen Maier
Die Initiatoren der Aktion „Klimafasten“ und der „Solibrot“-Aktion hoffen darauf, dass sich viele Menschen beteiligen.

Die Erde lebt – und wir sollten ihr in Zukunft mehr Respekt erweisen. Diese zentrale Botschaft stand im Fokus bei der Auftaktveranstaltung zur diesjährigen Aktion „Klimafasten“. Offizieller Auftakt war am Donnerstagabend in der Biobäckerei Wagner in Tiefenbach.

Der Land­kreis Pas­sau, das Bis­tum Pas­sau, das evan­ge­lisch-luthe­ri­sche Deka­nat Pas­sau und erst­mals auch der Land­kreis Frey­ung-Gra­fen­au wol­len in der sie­ben­wö­chi­gen Fas­ten­zeit dazu anre­gen, dass sich die Men­schen tag­täg­lich aufs Neue die Fra­ge stel­len Braucht´s des wirk­lich?“ Gemein­sam mit dem Diö­ze­san­rat der Katho­li­ken, dem KDFB-Diö­ze­san­ver­band, dem BDKJ-Diö­ze­san­ver­band und dem Bür­ger­En­er­gie­Stamm­tisch Sit­ten­berg hof­fen die Trä­ger dar­auf, dass die Impul­se aus der Akti­on Kli­ma­fas­ten“ zu einem nach­hal­ti­gen Lebens­stil und zum Kli­ma schüt­zen moti­vie­ren. Beim offi­zi­el­len Auf­takt in der Bio­bä­cke­rei Wag­ner in Tie­fen­bach stell­te Peter Ober­leit­ner, Geschäfts­füh­rer des Diö­ze­san­rats der Katho­li­ken, aber auch her­aus, dass nicht nur die Ver­brau­cher ange­spro­chen sind. Die Fra­ge Braucht´s des wirk­lich‘ rich­tet sich an alle – auch an die Wirt­schaft und die Poli­tik“, so Ober­leit­ner. Es sei wahr­lich ver­rückt, wozu man sich im All­tag oft ver­füh­ren las­se. Das Anhäu­fen von Besitz, das Bedürf­nis immer mehr zu wol­len und zu haben – das fühlt sich ganz nor­mal an bei uns. Wir haben uns ver­rückt machen las­sen und set­zen dabei unse­re Lebens­grund­la­ge aufs Spiel“, führ­te Ober­leit­ner aus. Aus die­sem Grund sind die Trä­ger der Klimafasten“-Aktion davon über­zeugt, dass ein Umden­ken und vor allem auch ein ande­res Han­deln drin­gend erreicht wer­den müs­sen. Wir alle müs­sen uns Gedan­ken machen und selbst zu der Über­zeu­gung kom­men, was wirk­lich wich­tig ist und was nicht, was wir weg­las­sen kön­nen und was nicht“, beton­te Pas­saus stell­ver­tre­ten­de Land­rä­tin Ger­lin­de Kaupa.

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Diö­ze­san­rats­vor­sit­zen­der Mar­kus Biber wies auf den christ­li­chen Auf­trag, die Schöp­fung und die Umwelt zu bewah­ren, hin. Die Schöp­fungs­be­wah­rung sei allen auf­er­legt. Ent­spre­chend zu leben sei nötig, weil Chris­ten eine sol­che Hal­tung an den Tag legen soll­ten. Auch der evan­ge­li­sche Pfar­rer Die­ter Mar­tin beton­te, dass die Akti­on Kli­ma­fas­ten“ ein Aus­druck für die Ver­ant­wor­tung für die von Gott gege­be­ne Schöp­fung sei. Wenn alle das eige­ne, täg­li­che Leben über­prü­fen, kön­ne es gelin­gen, sich in klei­nen Schrit­ten gemein­sam zu mehr Ver­ant­wor­tung für die Schöp­fung zu beken­nen. Hel­ga Wein­ber­ger, stell­ver­tre­ten­de Land­rä­tin des Land­krei­ses Frey­ung-Gra­fen­au, wünsch­te sich, das The­ma Kli­ma­fas­ten“ in mög­lichst vie­le Köp­fe hin­ein­zu­brin­gen. Alle reden von der Umwelt und gesun­den Lebens­mit­teln. Doch es sind auch alle gefor­dert“, so Wein­ber­ger. Nach­denk­li­che Wor­te steu­er­te Hans Breit, Bio­bau­er aus Estern­berg im benach­bar­ten Ober­ös­ter­reich bei. Die Erde ist ein leben­di­ges Wesen“, ver­deut­lich­te er in sei­nem kur­zen Vor­trag. Aller­dings wür­den die Men­schen sich schwer damit tun, sie als leben­di­ges Wesen zu sehen. Sie sehen die Erde eher als totes Roh­stoff- und Res­sour­cen­la­ger. Sie sezie­ren sie bei leben­di­gem Leib, aber das tut der Erde weh“, führ­te Breit aus. Was also ist zu tun? Das Zau­ber­wort lau­te weni­ger brau­chen“. Immer wie­der rief Breit dazu auf, die Erde mit mehr Respekt und Ach­tung zu behan­deln. Und genau das ist auch die Ziel­set­zung der Akti­on Kli­ma­fas­ten“. Sie ermu­tigt ganz kon­kret dazu, das eige­ne Leben schöp­fungs- und kli­ma­freund­li­cher zu gestal­ten. Eine beglei­ten­de Bro­schü­re ver­eint kon­kre­te Tipps, Ideen und Anre­gun­gen in sich und legt Woche für Woche den Fokus auf ein ande­res Thema. 

Neu sind in die­sem Jahr geist­li­che Impul­se zu jeder Fas­ten­wo­che. Zudem wird es in der Fas­ten­zeit eini­ge Ver­an­stal­tun­gen und Aktio­nen geben, die beim Kli­ma­fas­ten“ hel­fen sol­len. Eine davon ist die Solibrot“-Aktion des KDFB-Diö­ze­san­ver­ban­des, die gemein­sam mit der Klimafasten“-Aktion in der Bio­bä­cke­rei Wag­ner offi­zi­ell gestar­tet wur­de. Die­se Soli­da­ri­täts­ak­ti­on wird seit 2013 vom KDFB-Bun­des­ver­band und dem Katho­li­schen Werk der Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit MISE­RE­OR gemein­sam getra­gen. Der Diö­ze­san­ver­band Pas­sau ist bereits zum sechs­ten Mal dabei, gemein­sam mit rund 20 Zweig­ver­ei­nen, eini­gen Schu­len und zahl­rei­chen Bäcke­rei­en. Das Prin­zip: In der Fas­ten­zeit wird ein so genann­tes Soli­brot“ ver­kauft. Dabei han­delt es sich ent­we­der um ein spe­zi­ell für die Akti­on ent­wi­ckel­tes Brot oder um ein Brot aus dem übli­chen Sor­ti­ment, das mit einem Bene­fiz­an­teil in Höhe von 50 Cent pro Brot ver­kauft wird. Der Soli­da­ri­täts­zu­schlag wird gespen­det. Der KDFB-Diö­ze­san­ver­band hat sich wie in den Vor­jah­ren für das Res­cue Dada Cent­re“ in Nai­ro­bi ent­schie­den. Dabei han­delt es sich um eine Zufluchts­stät­te für Mäd­chen und jun­ge Frau­en, die auf der Stra­ße leben müs­sen. In die­sem Zen­trum fin­den sie ein Zuhau­se, wer­den gut betreut und – wohl am Wich­tigs­ten – haben Zugang zu Bil­dung. Die Mäd­chen bekom­men hier eine ech­te Per­spek­ti­ve“, beton­te die Diö­ze­san­vor­sit­zen­de Bär­bel Benkenstein-Matschiner. 

Durch den Kauf von Soli­bro­ten“ in der Diö­ze­se Pas­sau haben Kun­den also direkt die Chan­ce, dazu bei­zu­tra­gen, dass Stra­ßen­mäd­chen in Kenia in eine bes­se­re Zukunft star­ten kön­nen. Doch auch, wer sich in der Bäcke­rei nicht für das ange­bo­te­ne Soli­brot“ ent­schei­det, kann hel­fen: Durch eine klei­ne Spen­de in die auf­ge­stell­ten Spen­den­bo­xen. Die Diö­ze­san­vor­sit­zen­de beleuch­te­te zudem, wie stark sich die Solibrot“-Aktion wei­ter­ent­wi­ckelt hat. 2015 haben wir mit vier Bäcke­rei­en und sie­ben Zweig­ver­ei­nen begon­nen. Im letz­ten Jahr waren es dann bereits 29 Bäcke­rei­en, 30 Zweig­ver­ei­ne und drei Schu­len, die sich der Soli­da­ri­täts­ak­ti­on ange­schlos­sen haben“, berich­te­te sie. Noch viel beein­dru­cken­der ist sicher­lich das Spend­en­er­geb­nis. Ins­ge­samt konn­ten wir im Rah­men der Solibrot‘-Aktion 41 100 Euro spen­den. Das ist wirk­lich beacht­lich, denn 50 Cent tun uns allen nicht weh“, so Ben­ken­stein-Mat­schi­ner wei­ter. Bun­des­weit sei­en sogar seit Start der Akti­on rund 520 000 Euro zusam­men­ge­kom­men. Wir hof­fen sehr, dass die Akti­on auch heu­er zum Erfolg wird“, wünsch­te sich die KDFB-Diözesanvorsitzende. 

Wie sehr bei­de Aktio­nen – das Kli­ma­fas­ten“ und die Solibrot“-Aktion – den Nerv der Zeit tref­fen, bewies der Teil­neh­mer­an­sturm. Rund 70 Gäs­te waren gekom­men, um beim Start der Aktio­nen dabei zu sein. Nach dem offi­zi­el­len Teil freu­ten sie sich über eine Bäcke­rei­füh­rung und bestaun­ten die glä­ser­ne Back­stu­be der Bio­bä­cke­rei Wagner.

Fotos und Text: Mareen Maier

Hier können Sie die Broschüre zur Aktion "Klimafasten" downloaden:

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