Bistum

Was der synodale Weg braucht - Editorial von Wolfgang Krinninger

Pressemeldung am 04.02.2020

Info Icon Foto : © Syn­oda­ler Weg/​Malzkorn

Und jetzt kommst Du. Wie lebst du mit Gott oder ohne? Wer wolltest, wer solltest, wer könntest du sein? Was erschüttert dich? Was suchst du? Was sind deine Freude und Hoffnung, deine Trauer und Angst?“

Ein­fa­che, kla­re, kraft­vol­le Wor­te! Sie stam­men aus dem Ein­gangs­ka­pi­tel der Jugend­bi­bel des BDKJ, die wir in der ver­gan­ge­nen Woche vor­ge­stellt haben. In die­sem Buch wer­den die Tex­te aus der Ein­heits­über­set­zung in die Ich- und Wir-Form über­tra­gen. Auch das ver­leiht ihnen eine enor­me Fri­sche, Cool­ness und Anziehungskraft. 

Von erfri­schen­den Debat­ten, von gro­ßen Hoff­nun­gen, von Erneue­rung ist auch beim Syn­oda­len Weg die Rede. In der ver­gan­ge­nen Woche haben sich die 230 Men­schen, die den Dia­log zur Zukunft der Kir­che in Deutsch­land in den kom­men­den zwei Jah­ren maß­geb­lich gestal­ten wer­den, in Frank­furt erst­mals getrof­fen. In den vier syn­oda­len Foren geht es um Macht, Sexu­al­leh­re, Frau­en sowie pries­ter­li­che Lebens­form. Und doch scheint mir etwas ande­res wich­ti­ger: dass die Betei­lig­ten mit Kraft und Mut ans Werk gehen und dass sich ​„anar­chisch-spi­ri­tu­el­le Räu­me“ – ein Aus­druck von Jesui­ten-Pro­vin­zi­al Ste­fan Kiech­le SJ in der ​„Her­der Kor­re­spon­denz“ – öff­nen, in denen der Hei­li­ge Geist wir­ken und sich ent­fal­ten kann. Ansons­ten droht dem Syn­oda­len Weg ein Fias­ko. Denn im Vor­feld ist von Auf­bruch wenig zu spü­ren. Viel­mehr über­wie­gen die Befürch­tun­gen und Sor­gen. Die einen gehen davon aus, dass es am Ende des Weges nur mini­ma­le Ver­än­de­run­gen geben wird, die nie­man­dem wirk­lich etwas brin­gen, geschwei­ge denn den Glau­ben attrak­ti­ver machen. Ande­re haben Angst, es könn­te so vie­le Refor­men geben, dass die Kir­che in ihren Grund­fes­ten erschüt­tert wird…

Text: Wolf­gang Krin­nin­ger­Chef­re­dak­teur
Foto: © Syn­oda­ler Weg/​Malzkorn

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