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WUNDER - Eine theatrale Klanginstallation

Pressemeldung am 11.08.2021

1 Cintia Rangel Wunder info-icon-20px Foto: Sven Zellner

Welchen Stellenwert haben Wunder in unserer heutigen Gesellschaft? Dieser Frage geht in Altöttting am Freitag, 13. August, die Künstlerin Christiane Huber in einer Klangperformance nach, die in der Tiefgarage unter dem Kapellplatz stattfinden wird.

Der ober­baye­ri­sche Wall­fahrts­ort Alt­öt­ting zieht jähr­lich unzäh­li­ge Pil­ge­rin­nen und Pil­ger aus aller Welt an. Grund dafür ist das Gna­den­bild der Schwar­zen Madon­na, eine 65 cm hohe Holz­fi­gur, die im spä­ten 13. Jahr­hun­dert in die Gna­den­ka­pel­le in Alt­öt­ting kam. Schwar­ze Madon­nen wer­den über­all auf der Welt wegen ihre beson­de­ren Wun­der­kraft ver­ehrt und als Ret­te­rin­nen in der Not ange­be­tet. In ihrer Klang­per­for­mance WUN­DER fragt die Regis­seu­rin Chris­tia­ne Huber, selbst auf­ge­wach­sen im Land­kreis Alt­öt­ting, wie eine zeit­ge­nös­si­sche Aneig­nung und künst­le­ri­sche Deu­tung der reli­giö­sen Sym­bo­lik die­ser Mari­en­ver­eh­rung erfol­gen kann. 

Gemein­sam mit einem Team inter­na­tio­na­ler Künst­le­rin­nen und Künst­ler soll der Ort und die Iko­ne durch eine jun­ge und diver­se Per­spek­ti­ve neu auf­ge­la­den wer­den. Dafür unter­sucht die Per­for­mance die Wur­zeln und auch die Infra­struk­tur des Ritu­als und begibt sich in die Tief­ga­ra­ge unter dem Kapell­platz. Hier ent­steht eine akus­ti­sche und visu­el­le Land­schaft, in der die Betei­lig­ten ver­gan­ge­ne, gegen­wär­ti­ge und zukünf­ti­ge Wun­der rezi­tie­ren, erin­nern, per­for­men und erträu­men. Kir­chen­glo­cken-Sounds, christ­li­che Renais­sance­mu­sik und Hi-fi Klän­gen ver­mi­schen in WUN­DER reli­giö­se Sym­bo­li­ken mit aktu­el­len Fra­ge­stel­lun­gen. Eine Cho­reo­gra­phie des Pil­gerns ent­steht, in der die Ritua­le der Ver­eh­rung als Inspi­ra­ti­on und Ori­en­tie­rungs­punkt die­nen und befragt wer­den auf ihr Poten­ti­al zur Gemein­schafts­bil­dung heute.

Das Publi­kum betritt die Ein­tritt-freie Ver­an­stal­tung durch die Autoram­pe der Tief­ga­ra­ge am Kapell­platz und ist ein­ge­la­den sich 30 Minu­ten lang frei durch die Land­schaft von WUN­DER zu bewe­gen. Der Ein­lass erfolgt zu jeder vol­len und hal­ben Stun­de. Auf die per­for­ma­ti­ve Sound-Instal­la­ti­on WUN­DER in Alt­öt­ting folgt Ende Okto­ber die Per­for­mance WE CALL WON­DER, die im städ­ti­schen Kon­text in Mün­chen beim Thea­ter­fes­ti­val SPIEL­ART urauf­ge­führt wird und die 500- jäh­ri­ge Chro­nik der Wun­der­ta­ten der Schwar­zen Madon­nen in Deutsch­land, Polen, Mexi­ko, Bra­si­li­en und Frank­reich zeichnet.

Christiane Huber thekla ehling

Christiane Huber

ist Künst­le­rin, Schau­spie­le­rin und Thea­ter­ma­che­rin.
(Foto: Thekla Ehling)

Sie stu­dier­te Psy­cho­lo­gie (Diplom) in Mün­chen und Kunst (MFA) am Bard Col­le­ge im Staat New York. Nach zahl­rei­chen Kol­la­bo­ra­tio­nen in der frei­en Sze­ne in Brüs­sel, arbei­tet sie in den letz­ten Jah­ren vor allem in Mün­chen, im länd­li­chen Ober­bay­ern und inter­na­tio­nal. Ihre Pra­xis, die unter­schied­li­che Medi­en wie Sound-Art, Instal­la­ti­on, Video, Par­ti­zi­pa­ti­on und Per­for­mance umfasst, beschäf­tig­te sich zuletzt vor­wie­gend mit The­men, im Kon­text von Erin­ne­rungs­ar­beit, Nach­kriegs­ge­walt und Trau­ma. Hier steht im Fokus, wie künst­le­ri­sche For­schung ein­ge­setzt wer­den kann, um mit Erin­ne­rungs­lü­cken und Leer­stel­len in der Geschichts­schrei­bung umzu­ge­hen. Ihre aktu­el­le Arbeit unter­sucht die Rol­le des Wun­der­glau­bens und christ­li­cher Iko­nen im Umgang mit dem Uner­klär­li­chen. Sie zeig­te Arbei­ten unter ande­rem in den Münch­ner Kam­mer­spie­len, im Gasteig/Dok.Fest Mün­chen, im Herz­li­ya Muse­um in Isra­el, in der Meri­di­an-Gale­rie in Peking, im Kaai­thea­ter Brüs­sel oder in der Oper in Lille.

Mehr: www​.chris​tia​ne​hu​ber​.net