Bischofsring

Insignien von Bischof Stefan

Als Bischöfliche Insignien bezeichnet man in der katholischen Kirche die äußeren Zeichen der geistlichen Würde und Vollmacht eines Bischofs.

Mitra

2019 Bischof Stefan Oster Insignien Mitra 3 info-icon-20px Bild: Asenkerschbaumer
Bischöfliche Mitra

Die Mitra ist die tra­di­tio­nel­le lit­ur­gi­sche Kopf­be­de­ckung der Bischö­fe, die im Got­tes­dienst getra­gen wird. Über der Stirn und dem Hin­ter­kopf erhe­ben sich zwei durch Ein­la­gen ver­stärk­te und durch Stoff ver­bun­de­ne Hälf­ten, die jeweils in einer Spit­ze, den soge­nann­ten Hör­nern, enden. Hin­ten hän­gen zwei schma­le Zier­strei­fen (Infeln) her­ab, die sym­bo­lisch für das Alte und Neue Tes­ta­ment stehen.Der Bischof trägt die Mitra bei Begrü­ßun­gen und Anspra­chen, wenn er sitzt, bei Pro­zes­sio­nen oder wenn er den fei­er­li­chen Segen spendet.Die Mitra kam Mit­te des 10. Jahr­hun­derts in Rom auf und wur­de seit der Mit­te des 11. Jahr­hun­derts auch im übri­gen Abend­land als bischöf­li­che Insi­gnie üblich. Ursprüng­lich von gerin­ger Höhe, gestal­te­te man die Mitra im Spät­mit­tel­al­ter all­mäh­lich höher und seit­lich leicht aus­schwin­gend. Im 17. und 18. Jahr­hun­dert nahm sie wei­ter an Höhe zu und war bis zur Mit­te des 19. Jahr­hun­derts oft wesent­lich höher als breit. Im Mit­tel­al­ter wur­de die Mitra meist mit Schmuck­bän­dern und figür­li­chen Dar­stel­lun­gen ver­ziert, in der Barock­zeit dann mit zeit­ty­pi­scher Orna­men­tik und Blu­men­de­kor. Seit dem Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil wer­den wie­der nied­ri­ge­re und schlich­ter gestal­te­te Mitren verwendet.Die im Zis­ter­zi­en­se­rin­nen­klos­ter Thyrnau gestal­te­te Mitra, ent­wor­fen von Äbtis­sin Dr. Mecht­hild Ber­nart, zeigt auf der Vor­der- und Rück­sei­te ein gestick­tes Kreuz, das in den vier Ecken von jeweils sie­ben Strah­len beglei­tet wird. Auf den bei­den Zier­strei­fen sind die Wap­pen des Bis­tums Pas­sau (links) und von Bischof Dr. Ste­fan Oster SDB (rechts) angebracht.

Bischofsstab

2019 Bischof Stefan Oster Insignien Konradstab
Bild: Asenkerschbaumer

Der Bischofs­stab ist das äuße­re Zei­chen des bischöf­li­chen Hir­ten­am­tes. Er besteht aus einem Schaft und der an sei­nem obe­ren Ende anschlie­ßen­den Krüm­mung – des­halb auch die Bezeich­nung Krumm­stab. Der Bischof trägt den Stab beim lit­ur­gi­schen Ein- und Aus­zug, beim Vor­tra­gen des Evan­ge­li­ums, bis­wei­len bei der Pre­digt und zum abschlie­ßen­den Segen.Zunächst als Stüt­ze bzw. Arbeits­ge­rät der Hir­ten und Geh­hil­fe der Alten und Gebrech­li­chen ent­stan­den, ent­wi­ckel­te sich der Stab seit dem 9. Jahr­hun­dert zum bischöf­li­chen Hir­ten­stab“. Die seit der Gotik in der Regel aus Edel­me­tall her­ge­stell­ten Stä­be sind häu­fig mit figür­li­chen Dar­stel­lun­gen gestal­tet und oft reich mit Orna­men­tik und Edel­stei­nen ver­ziert. Bischofs­stä­be der Gegen­wart zei­gen sich in ihrer zurück­hal­ten­den künst­le­ri­schen Gestal­tung wie­der inspi­riert von der Grund­form des Hirtenstabes.Den Bischofs­stab aus dem Bestand des Pas­sau­er Dom­schat­zes fer­tig­te die Gold­schmie­de­werk­statt Gückel, Mühl­dorf am Inn. Über einer Rosen­quarz­ku­gel erhebt sich die mit Stei­nen und Per­len besetz­te ver­gol­de­te Krüm­me. Die bei­den Elfen­bein­fi­gu­ren zei­gen den hl. Bru­der Kon­rad von Par­z­ham, der zur Alt­öt­tin­ger Madon­na betet.

Bischofsring

2019 Bischof Stefan Oster Insignien Konzilsring
Bild: Asenkerschbaumer

Der Bischofs­ring ist ein Zei­chen für die Ver­bun­den­heit des Bischofs mit sei­ner Diö­ze­se. Er wird dem Bischof bei der Wei­he an den Ring­fin­ger der rech­ten Hand gesteckt.Den ers­ten Bischofs­ring soll im 7. Jahr­hun­dert Isi­dor von Sevil­la getra­gen haben. Seit dem 9. Jahr­hun­dert wur­den dann Bischofs­rin­ge immer gebräuch­li­cher. Oft trägt der Ring­kopf einen vio­let­ten Glas- oder Edel­stein, da die vio­let­te Far­be als Zei­chen der Demut gilt.Der aus Sil­ber her­ge­stell­te Bischofs­ring ist eine Nach­bil­dung des Kon­zils­rin­ges, den alle Teil­neh­mer des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils von Papst Paul VI. erhiel­ten. Er zeigt unter einem Kreuz Chris­tus, beglei­tet von den Apos­teln Petrus und Paulus.

Brustkreuz

2019 Bischof Stefan Oster Insignien Pectorale
Bild: Asenkerschbaumer

Das meist aus edlen Mate­ria­li­en gefer­tig­te Brust­kreuz (Pek­to­ra­le) tra­gen die Bischö­fe als Zei­chen ihrer Bischofs­wür­de. Es wird an einer Kor­del oder einer Ket­te um den Hals getra­gen. Her­vor­ge­gan­gen ist das Brust­kreuz aus dem anti­ken Brauch, Medail­len oder Kap­seln mit dem Zei­chen des Kreu­zes oder mit Reli­qui­en zu bele­gen. Für die Päps­te ist der Gebrauch des Brust­kreu­zes seit der Zeit um 1274 üblich. Den Bischö­fen schreibt erst das 1570 von Papst Pius V. her­aus­ge­ge­be­ne Römi­sche Mess­buch das Anle­gen des Brust­kreu­zes vor. Seit dem 16. Jahr­hun­dert sind immer prunk­vol­le­re Bei­spie­le von Brust­kreu­zen belegt. Ins­be­son­de­re im Barock waren die­se vir­tu­os gestal­tet und oft mit wert­vol­len Edel­stei­nen besetzt. Seit dem Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil ist auch hier eine deut­li­che Rück­kehr zu schlich­te­ren For­men erkenn­bar. Das sil­ber­ne Brust­kreuz, gestal­tet von Mag. phil. Ivan Weg­lei­ter aus Meran, zeigt in der Mit­te Chris­tus als guten Hir­ten mit dem ver­lo­re­nen Schaf auf den Schul­tern sowie zwei wei­te­re Scha­fe. An den Kreu­zen­den ist der Wahl­spruch von Bischof Dr. Ste­fan Oster SDB ein­ge­ar­bei­tet: VIC­TO­RIA VERI­TA­TIS CARI­TAS („Der Sieg der Wahr­heit ist die Liebe“).