Kirche vor Ort

150 Jahre Familie von Ow

Stefanie Hintermayr am 11.08.2019

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Bischof Stefan Oster feiert das Familienjubiläum mit Nachkommen des Bruders von Bischof Sigismund Felix von Ow-Felldorf in Haiming mit einem Dankgottesdienst.

150 Jah­re Fami­lie Ow in Pie­sing und Hai­ming” hat Bischof Ste­fan Oster heu­te in Hai­ming mit einem Dank­got­tes­dienst mit Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen und Gäs­ten gefei­ert. Die Fami­lie präg­te das pfarr­li­che Leben damals, und tut es heu­te noch mit Enga­ge­ment. Bür­ger­meis­ter Wolf­gang Bei­er begrüß­te den Bischof ein­gangs und brach­te sei­ne Freu­de über des­sen Besuch zum Aus­druck, eben­so wie Pfar­rer Micha­el Weny.

Die Fami­lie Ow ent­stammt der Nach­kom­men­schaft des Bru­ders (Anton) von Bischof Sigis­mund Felix von Ow-Fell­dorf (1906 — 1936 Bischof von Pas­sau). Die Geschich­te der Fami­lie von Ow begann vor genau 150 Jah­ren 1869, als Sig­mund Graf von Ber­chen ver­starb. Sei­nem ältes­ten Enkel, dem 14-jäh­ri­gen Sig­mund Frei­herr von Ow, hat er damals als sei­nen Nach­kom­men erklärt. Er wur­de dann 1906 Bischof von Pas­sau. Bischof Sigis­mund Felix’ Bru­der Anton wie­der­um ist der Urgroß­va­ter der Fami­lie”. Rund 170 sei­ner Nach­kom­men waren zu die­sem gro­ßen Fami­li­en­fest am 10./11. August nach Haiming/​Piesing gekom­men und haben ihr Jubi­lä­um mit­ein­an­der gefeiert.

In sei­ner Pre­digt hat Bischof Ste­fan das zum Jubi­lä­um pas­sen­de The­ma Fami­lie” auf­ge­grif­fen und ging hier zuerst auf den Begriff der Hei­mat” ein: Hei­mat wird mir als Mensch immer zuerst durch ande­re, mir ver­trau­te Men­schen erschlos­sen,” beton­te der Bischof. Man dür­fe sich aber nicht nur auf die Hei­mat im Dies­seits fixie­ren. Denn: Hei­mat in die­ser Welt ist ledig­lich eine Art Vor­schein.” Und wei­ter: Jesus hat ein Zuhau­se, das nicht von die­ser Welt ist. Er ist in sei­ner inne­ren Bezie­hung zu sei­nem Vater, Gott, Zuhau­se.” Zum Abschluss dank­te er der Fami­lie von Ow für ihr Enga­ge­ment: Lie­be Fami­lie von Ow. Ich freue mich, dass Sie hei­misch gewor­den sind hier in Hai­ming und Pie­sing. Und, dass Sie einen gro­ßen Bei­trag dazu geleis­tet haben, dass auch vie­le ande­re Men­schen hier Hei­mat gefun­den haben. Und, dass die Qua­li­tät unse­res Zuhau­ses hier gewach­sen ist. Ich dan­ke Ihnen für Ihr Enga­ge­ment und, dass Sie hier sind.”

Die rund 170 Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen und wei­te­re rund 200 Gäs­te haben im Anschluss an den Dank­got­tes­dienst in Pie­sing noch die Gele­gen­heit zum Aus­tausch genutzt.

Das Leben von Bischof Sigismund Felix von Ow-Felldorf - Übersicht

  • * 18. Okto­ber 1855 in Berchtesgaden
  • 25. Juli 1884: Pries­ter­wei­he in Regensburg
  • 18. Okto­ber 1906: Nomi­nie­rung zum Bischof von Pas­sau (durch Prinz­re­gent Luitpold)
  • 6. März 1907: Inthronisation
  • 1914: Hir­ten­brief zu Beginn des 1. Welt­kriegs (mit etli­chen wei­te­ren im Kriegs­ver­lauf) — Erschüt­tert deu­te­te er den Krieg als Straf­ge­richt über die Sünd­haf­tig­keit der Zeit”
  • 1919: Weg­fall der geist­li­chen Schul­auf­sicht — und Ein­tei­lung des Bis­tums Pas­sau in 53 Schuldekanate
  • 1929: Errich­tung eines Stifts­ka­pi­tels in Altötting
  • 1930: Selig­spre­chung des Kapu­zi­ner­bru­ders Kon­rad von Par­z­ham (Hei­lig­spre­chung 1934)
  • + 11. Mai 1936 in Passau

Sein Wirken - Zahlen, Daten, Fakten

  • 80. Bischof von Pas­sau (1906 bis 1936): Mit fast 30 Bischofs­jah­ren gehört er zu den am längs­ten regie­ren­den Bischö­fen in Passau
  • 44 Pfar­rei­en mehr: 260 Pfar­rei­en gab es bei sei­nem Tod (bei Amts­an­tritt waren es 216)
  • 30 Seel­sor­ge­stel­len mehr im Bistum
  • 157 Pries­ter mehr: 728 Pries­ter gab es bei sei­nem Tod (bei Amts­an­tritt waren es 571)
  • Rd. 38.000 Katho­li­ken mehr: rd. 388.000 Katho­li­ken waren es bei sei­nem Tod (bei Amts­an­tritt waren es rd. 350.000)