Bistum

24. Mai 1984 - Hl. Bruder Konrad wird dritter Passauer Bistumspatron

Redaktion am 21.05.2019

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50 Jahre waren seit der Heiligsprechung vergangen, als Bischof Antonius Hofmann Anfang Mai 1984 die Heilige Kongregation für den Gottesdienst in Rom bat, sie möge den heiligen Bruder Konrad zum dritten Patron für das Bistum Passau bestimmen. Seine Bitte blieb nicht ungehört.

Rück­blick: 24. Mai 1984 — der Hl. Bru­der Kon­rad wird drit­ter Pas­sau­er Bistumspatron

Nach dem hei­li­gen Bischof Maxi­mi­li­an, der im 3. Jahr­hun­dert n. Chr. das Mar­ty­ri­um erlit­ten hat­te, und dem hei­li­gen Bischof Valen­tin, der im 5. Jahr­hun­dert n. Chr. gestor­ben war, soll­te nun der Kapu­zi­ner­bru­der aus Par­zham, der 1894 gestor­ben war und aus dem Bis­tum stamm­te, zum wei­te­ren beson­de­ren Für­spre­cher für das Bis­tum Pas­sau erho­ben werden. 

Bischof Anto­ni­us brach­te dem hl. Bru­der Kon­rad eine gro­ße Ver­eh­rung ent­ge­gen: die unbe­irr­ba­re Gerad­li­nig­keit sei­ner Exis­tenz vor Gott“, sei­ne Beharr­lich­keit“, der unun­ter­bro­che­ne Wan­del in der Gegen­wart Got­tes, der sich beson­ders aus­drückt in unauf­hör­li­chem Gebet“ und der unver­wand­te Blick auf das Kreuz, der den Hei­li­gen zum Vor­bild für unser eige­nes Christ­sein“ wer­den ließ, sei­en es, die hel­fen wür­den, Chris­ten zu blei­ben oder wie­der neu zu wer­den“. Ein­dring­lich for­mu­lier­te der Pas­sau­er Ober­hir­te anläss­lich der Fas­ten­zeit 1984: Bru­der Kon­rad wuss­te sich in Gott gebor­gen, weil für ihn Gott die eigent­li­che Wirk­lich­keit war. Zur gro­ßen Gefahr unse­rer Zeit, dass uns alle ande­ren Din­ge wich­ti­ger wer­den als Gott – Geld, Wohl­stand, Kon­sum, Wirt­schaft, Poli­tik – brau­chen wir das Gegen­ge­wicht: Gott.“ (Fas­ten­hir­ten­brief 1984).

Sehr schnell, näm­lich bereits am 24. Mai 1984 bestä­tig­te die Sacra Con­gre­ga­tio pro Cul­tu Divi­no den Wunsch des Pas­sau­er Bischofs. Der hl. Bru­der Kon­rad, der gera­de durch das radi­ka­le Ernst­neh­men Got­tes (…) für unse­re Zeit, die Gott fast schon ver­ges­sen hat, zum Pro­vo­ka­teur gewor­den“ (Bischof Anto­ni­us) war, wur­de zum drit­ten Patron des Bis­tums erho­ben, weil der Kle­rus und die Christ­gläu­bi­gen der Diö­ze­se Pas­sau“ ihn als licht­vol­len Mit­bür­ger mit beson­de­rer und beharr­li­cher Ver­eh­rung“ beglei­te­ten. Pro­prä­fekt Erz­bi­schof Augus­ti­nus Mey­er OSB, der aus Alt­öt­ting stamm­te, unter­zeich­ne­te selbst die Urkunde.

Am Abend des 1. Sep­tem­ber 1984 schließ­lich pro­kla­mier­te Bischof Anto­ni­us den neu­en Diö­ze­san­pa­tron öffent­lich in der St. Anna-Basi­li­ka in Alt­öt­ting. 4.000 Gläu­bi­ge fei­er­ten den Auf­takt der Bru­der-Kon­rad-Fest­wo­che mit, in einer gro­ßen Lich­ter­pro­zes­si­on zogen sie von der Basi­li­ka zur Gna­den­ka­pel­le. In den fol­gen­den Tagen mach­ten sich 50.000 Men­schen auf den Weg zum hl. Bru­der Kon­rad, neun Bischö­fe stan­den den Got­tes­diens­ten vor, drei jun­ge Kapu­zi­ner wur­den zu Dia­ko­nen geweiht – dar­un­ter der heu­ti­ge Prä­ses der Maria­ni­schen Män­ner­kon­gre­ga­ti­on Alt­öt­ting und geist­li­che Bei­rat des Alt­öt­tin­ger Lieb­frau­en­bo­ten, Kapu­zi­ner­pa­ter Georg Grei­mel. Es gab beson­de­re Fei­ern für Kin­der, Senio­ren, Frau­en, Pries­ter und Ordens­leu­te, schließ­lich für die Jugend. Die tie­fe Ver­an­ke­rung Bru­der Kon­rads in der Bevöl­ke­rung wur­de sicht­bar in den vie­len Pil­gern, die Tag für Tag nach Alt­öt­ting strömten.

Hier die Berichterstattung im Passauer Bistumsblatt und im Altöttinger Liebfrauenbote (1984):

Der Erz­bi­schof von Mün­chen und Frei­sing, Fried­rich Wet­ter, fei­er­te am 9. Sep­tem­ber 1984 den gro­ßen Schluss­got­tes­dienst. In sei­ner Pre­digt erin­ner­te er an das gro­ße Leid, das durch den Natio­nal­so­zia­lis­mus ent­stan­den war: Als vor 50 Jah­ren Bru­der Kon­rad hei­lig­ge­spro­chen wur­de, brei­te­te sich in unse­rem Volk die Ideo­lo­gie des Natio­nal­so­zia­lis­mus aus, die ein Leben ohne Gott pro­pa­gier­te. Hät­te sich damals unser Volk für das Ide­al ent­schie­den, das Bru­der Kon­rad ver­kör­per­te, für ein Leben mit Gott und aus Gott, hät­ten wir uns und der Welt gro­ßes Leid erspart.“

Der hei­li­ge Bru­der Kon­rad ist damals wie heu­te fes­ter und leben­di­ger Teil des gläu­bi­gen Lebens im Bis­tum Pas­sau. Die Men­schen rufen ihn als Für­bit­ter an und pil­gern zu ihm nach Alt­öt­ting; viel­leicht auch, weil er als Rot­ta­ler räum­lich und als Mensch der Moder­ne zudem zeit­lich nahe geblie­ben ist. Wir ver­ste­hen ihn und er lädt uns immer wie­der neu dazu ein, Gott zur Wirk­lich­keit schlecht­hin wer­den zu las­sen“ (Franz Mußner). 

Text: Prof. Dr. Han­ne­lo­re Putz (Direk­to­rin des Pas­sau­er Bis­tums­ar­chivs), Wolf­gang Ter­hörst
Fotos: Bis­tums­ar­chiv Pas­sau / Terhörst

Mehr zum Thema Bistumspatrone - im folgenden Video wird der Altar der Bistumspatrone im Passauer Dom vorgestellt:

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