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Bischof

95. Papstgeburts- und Tauftag

Redaktion am 19.04.2022

5 Foto: Alfred Kleiner

Erst andächtig und leise, im Lauf des Wochenendes immer freudiger und klanggewaltiger haben die Pfarrei, das Geburtshaus und die Marktgemeinde am Karsamstag und Ostersonntag den 95. Geburts-und Tauftag von Joseph Ratzinger/Papst em. Benedikt XVI. gefeiert.

Sowohl beim stil­len Mor­gen­lob im Geburts­zim­mer des Papst­hau­ses mit anschlie­ßen­der Tau­fer­in­ne­rung und einem Got­tes­dienst in der Tauf­kir­che bis zum Fest­got­tes­dienst mit Bischof Dr. Ste­fan Oster SDB am Abend des Oster­sonn­tags in der Pfarr­kir­che betei­lig­ten sich vie­le Besu­cher aus Nah und Fern und freu­ten sich, dass sie wie­der in grö­ße­rer Gemein­schaft zusam­men­kom­men konnten. 

Joseph Ratz­in­ger erblick­te am 16. April 1927 um 4.15 Uhr an einem Kar­sams­tag­mor­gen das Licht der Welt und wur­de bereits rund vier Stun­den nach der Geburt in der Pfarr­kir­che mit dem eben neu geweih­ten Was­ser getauft, was er im spä­te­ren Leben immer als bedeut­sa­me Fügung ange­se­hen hat. Sein 95. Geburts- und Tauf­tag fiel eben­falls auf einem Karsamstag. 

Zum Mor­gen­lob mit dem Theo­lo­gi­schen Lei­ters des Papst­hau­ses, Dr. Franz Harin­ger, tra­fen sich gut 30 Ein­hei­mi­sche und Aus­wär­ti­ge zur Geburts­stun­de Joseph Ratz­in­gers um 4.15 Uhr zu einer Gebets­an­dacht im Papst­haus, die von Vero­ni­ka Pitt­ner musi­ka­lisch gestal­tet wur­de. Dr. Harin­ger zitier­te dazu denk­wür­di­ge Aus­sa­gen aus Büchern und Erin­ne­run­gen Benedikts.

Zu die­ser frü­hen Stun­de hat­ten sich u. a. ein Kame­ra­mann des Baye­ri­schen Fern­se­hens und fünf Theo­lo­gen aus Finn­land ein­ge­fun­den, die zur­zeit auf den Spu­ren Ratzingers/​Benedikts in der Regi­on unter­wegs sind. Auch die Andacht an der Bene­dikt­säu­le und die Tau­fer­in­ne­rung im Mor­gen­grau­en in der Kir­che ver­setz­ten die Gläu­bi­gen in eine emo­tio­na­le Stim­mung. Die Gäs­te aus dem Nor­den stimm­ten am berühm­ten Papst­tauf­stein ein fin­ni­sches Lied an und ver­lie­hen der Fei­er eine inter­na­tio­na­le Note. 

2 Foto: Alfred Kleiner

Am Oster­sonn­tag besuch­ten der Diö­ze­san­bi­schof und wei­te­re Ehren­gäs­te aus Kir­che und Poli­tik am spä­ten Nach­mit­tag das Geburts­haus und lie­ßen sich von Dr. Franz Harin­ger durch die aktu­el­le Son­der­aus­stel­lung mit Wer­ken des renom­mier­ten Leip­zi­ger Malers Micha­el Trie­gel mit dem neu­en Titel: Von Gesicht zu Gesicht“ führen. 

Bischof Oster lob­te die hohe Qua­li­tät der Aus­stel­lung und des gut geführ­ten Hau­ses, das zu einer leben­di­gen Stät­te der Begeg­nung mit Papst Bene­dikt gewor­den sei, und er gra­tu­lier­te Marktl zu die­sem Juwel und kul­tu­rel­lem Schatz in der Gemeinde.“ 

Das Papst­haus ist nach der Win­ter­pau­se wie­der geöffnet

Abschlie­ßen­der Höhe­punkt waren der Kir­chen­zug mit den Fah­nen­ab­ord­nun­gen und der Fest­got­tes­dienst mit Bischof Ste­fan Oster, Orts­pfar­rer Peter Meis­ter Dekan Heri­bert Schau­er, und Dr. Harin­ger in der gut gefüll­ten Pfarrkirche. 

Pfar­rer Meis­ter hieß die Besu­cher und Ehren­gäs­te will­kom­men, dank­te dem Bischof für sei­nen Besuch und die Zele­bra­ti­on der Hl. Mes­se. Ein musi­ka­li­sches Glanz­licht, das den beson­de­ren Anlass mit­rei­ßend zum Aus­druck brach­te, setz­te ein Pro­jekt­chor mit Orches­ter unter der Lei­tung von Jakob Preiß­ler und Vero­ni­ka Pitt­ner an der Orgel. Die Sän­ge­rin­nen und Sän­ger aus Marktl, Stamm­ham und Hai­ming und die Musi­ker Bar­ba­ra und Mar­le­ne Ten­ge (1. und 2. Gei­ge) und Kili­an Nie­der­stei­ner (Cel­lo) brach­ten die Klei­ne Orgel­so­lo­mes­se“ von Joseph Haydn mit Lei­den­schaft und gro­ßem Ein­satz zur Auf­füh­rung. Der lang anhal­ten­de Bei­fall galt neben dem jun­gen Diri­gen­ten vor allem auch der Sopra­nis­tin Bir­git Kraft, die bei einem Solo, instru­men­tal beglei­tet von Josef Strau­bin­ger, mit ihrer kla­ren, hel­len und kräf­ti­gen Stim­me den Kir­chen­raum erfüllte. 

In sei­ner Anspra­che stell­te Bischof Oster die Ver­bin­dung zwi­schen der Emma­us-Geschich­te und dem eme­ri­tier­ten Papst Bene­dikt und des­sen 95. Geburts- und Tauf­tag her­aus und zitier­te dazu aus einer Pre­digt des dama­li­gen Kar­di­nals Joseph Ratz­in­ger von 1989, einer tie­fen Medi­ta­ti­on über das Leben aus dem Glau­ben als einen Weg auf Ostern hin – durch dunk­le und hel­le Zei­ten hindurch.

Er ver­glich die Ent­täu­schung der Emma­us-Jün­ger über den Tod Jesu mit der aktu­el­len Zeit: Die­se Jün­ger hät­ten in einer Welt vol­ler Angst, Unter­drü­ckung, Bedro­hun­gen, Gefah­ren und Unmensch­lich­kei­ten gelebt. Wer mag da nicht an heu­te und die Ukrai­ne den­ken, wo es wie­der pas­siert: Wo Men­schen, die sich Chris­ten nen­nen gegen Glau­bens­ge­schwis­ter im Nach­bar­land einen bru­ta­len, ver­nich­ten­den Krieg füh­ren.“ Aber, wie vor 2000 Jah­ren bei den Emma­us-Jün­gern, die schließ­lich erkann­ten, dass Jesus auf­er­stan­den sei, kön­ne man auch heu­te auf einen Licht­blick und die öster­li­che Erneue­rung vertrauen.

Als die Jün­ger auf dem gemein­sa­men Weg nach Emma­us Jesus erkann­ten, sag­ten sie die­sen wun­der­ba­ren Satz: Brann­te uns nicht das Herz, als er unter­wegs mit uns rede­te und uns den Sinn der Schrif­ten erschloss? Ich bin über­zeugt, im Her­zen von Joseph Ratz­in­ger hat es ver­mut­lich sehr früh in sei­nem Leben zu bren­nen begon­nen; die Fas­zi­na­ti­on für Chris­tus. Und die­ses Licht scheint im Grun­de durch alle sei­ne Tex­te hin­durch … und er hat zuerst und zuletzt dafür gelebt und gewirkt, dass Chris­tus in den Her­zen der Men­schen zu bren­nen beginnt.“ Ratzinger/​Benedikt kom­me aus dem ein­fa­chen Volk und habe die Ver­bin­dung zu den Men­schen sei­ner Hei­mat nie abrei­ßen las­sen. Ich wür­de mir wün­schen, wenn auch unse­rer­seits die­se per­sön­li­che Ver­bun­den­heit mit ihm dazu füh­ren wür­de, dass vie­le von uns auch leich­te­ren Zugang fin­den zu sei­nem Leben und Den­ken, zu sei­nen Tex­ten und zu sei­nem Geburts­haus in Marktl.“ 

Ein Schwer­punkt der Pre­digt Osters war die all­ge­mei­ne Kri­se des Glau­bens und unse­rer Kir­che, die sich durch die Erkennt­nis­se des Miss­brauchs noch ein­mal dra­ma­tisch ver­schärft haben — vor allem des­halb, weil wir bit­ter erken­nen und ver­ste­hen müs­sen, wie wenig wir als Insti­tu­ti­on Kir­che die Schwe­re des Ver­bre­chens, die Schwe­re sei­ner Fol­gen, die Not der Betrof­fe­nen von sexu­el­lem Miss­brauch gese­hen haben oder wie wenig wir sie als Kir­che sehen woll­ten oder auch sehen konn­ten. Und natür­lich war auch Erz­bi­schof Ratz­in­ger ein in beson­de­rer Wei­se Ver­ant­wort­li­cher in die­ser Insti­tu­ti­on, in die­sem Sys­tem. In einem Sys­tem, das sich im Gan­zen, ein­schließ­lich der Ver­ant­wor­tungs­trä­ger, aber auch ein­schließ­lich nahe­zu aller Gläu­bi­gen, die­sem Pro­blem und den von Miss­brauch betrof­fe­nen Men­schen nicht stel­len woll­te oder es wohl auch noch nicht konn­te. Und ja, dadurch haben Ver­ant­wor­tungs­trä­ger im Sys­tem auch dazu bei­getra­gen, dass sich Not von Betrof­fe­nen ver­mehrt hat. Womög­lich auch, dass Täter unbe­ach­tet und geschützt vom Sys­tem wei­ter Ver­bre­chen bege­hen konn­ten – ohne ent­deckt oder geahn­det zu werden. 

Predigt Bischof Stefan Oster

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Text: Moni­ka Kleiner

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